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„Gott des Gemetzels“

Mittwoch, 07. Januar 2009, 13:07 Uhr
„Der Gott des Gemetzels“ heißt die erste Schauspielpremiere im neuen Jahr, die das Landestheater Rudolstadt in seiner Kooperation mit dem Nordhäuser in den Südharz bringt. Vor der Premiere jedoch soll das Stück erklärt werden...

Gemetzel (Foto: Peter Scholz) Gemetzel (Foto: Peter Scholz)
Ausschnitt aus „Der Gott des Gemetzels“: Johannes Arpe (Michael Houillé), Marcus Ostberg (Alain Reille), Charlotte Ronas (Annette Reille), Alice Flotron (Veronique Houillé) – v. l

Der Titel lässt es vielleicht nicht vermuten, aber es handelt sich um eine Komödie, in der eine Pointe die andere jagt. „Humor kennt keine Tabus“, behauptet die französische Dramatikerin Yasmina Reza, und hat aus einer wahren Begebenheit ein weltweit erfolgreiches Stück gemacht. Provokant, bissig und lustvoll zeigt die Komödie, wie dünn unsere zivilisatorische Hülle ist und wie schnell sie zerreißt, wenn es der eigenen Familie oder dem mühsam erarbeiteten gesellschaftlichen Status an den Kragen geht.

Worum geht es? Zwei elfjährige Jungen haben sich gestritten, sind wie zwei Kampfhähne aufeinander los gegangen, bis plötzlich dem einen zwei Schneidezähne fehlen. Beim Kaffeekränzchen wollen beide Elternpaare klären, wie die Versicherungsfragen gelöst werden und wie man künftig auf die Sprösslinge einwirken will, damit so etwas nicht wieder passiert. Doch aus dem privaten Friedensgipfel wird eine turbulente Zimmerschlacht.

Am kommenden Sonntag, 11 Uhr, erfahren Freunde des Schauspiels bei der Matinee im Foyer des Theaters Nordhausen noch ein bisschen mehr zum Stück, das am 16. Januar um 19.30 Uhr Premiere hat. Die Chefdramaturgin des Theaters Nordhausen, Anja Eisner, hat sich dazu ihren Kollegen, den Schauspieldramaturgen Jan Böde aus Rudolstadt eingeladen, der gern auch die Fragen des Publikums beantworten wird. Jan Böde, Jahrgang 1966, hat als freier Journalist gearbeitet, in den 90er Jahren Rechtswissenschaften in Dresden und in Berlin Kultur- und Theaterwissenschaften studiert. Am Theater Vorpommern war er als Regieassistent 2003/04 engagiert und ist seit der aktuellen Spielzeit Dramaturg am Landestheater Rudolstadt. Jan Böde ist bereits mehrfach als Regisseur in Erscheinung getreten.

Er hat „Der Gott des Gemetzels“ betreut und wird bereitwillig auf Fragen zu Stück und Inszenierung antworten. Johannes Michael Merkle wird den Vormittag musikalisch begleiten und am Klavier das heitere Flair der französischen Boulevardkomödie verbreiten. Der Eintritt ist frei.
Autor: nnz/kn

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