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Todesschuß: Alkohol und Kokain

Dienstag, 30. Juli 2002, 12:58 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Staatsanwaltschaft in Mühlhausen hat heute neue Einzelheiten zu den tödlichen Ereignissen vom Sonntag veröffentlicht. Neu: Vernehmung der Polizeibeamtin


Das Opfer des tödlichen Polizeischusses in Nordhausen war zur Tatzeit betrunken und hatte Kokain genommen. Ein Gutachten ergab 2,56 Promille, sagte am Dienstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Mühlhausen, Dirk Germerodt. Nun würden Auswirkungen auf die Tat geprüft. Die Staatsanwaltschaft geht von Notwehr des Polizisten aus, prüft aber auch auf Fahrlässigkeit. Der 30 Jahre alte Polizeiobermeister hatte den Mann am Sonntag erschossen, als dieser mindestens zwei Steinbrocken geworfen haben soll.

Immer noch ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei in Richtung Notwehr. In die Ermittlungen sei aber die Möglichkeit der Fahrlässigkeit seitens des Polizisten eingeschlossen. Auch in diese Richtung werden seit Sonntag ermittelt.

Der Polizeibeamte will nach nnz-Informationen bislang nichts zur Tat sagen. Seine 28jährige Kollegin könnte voraussichtlich morgen vernommen werden. Der tödliche Schuß beschäftigt mittlerweile auch die Thüringer Politik. Die Opposition aus PDS und SPD hatte vor einer schnellen Vorverurteilung gewarnt. Innenminister Christian Köckert (CDU) will die Untersuchung abwarten. Für die Deutsche Polizeigewerkschaft sei entscheidend, ob Gefahr für Leben und Gesundheit des Polizisten bestand. Wenn dies zutreffe, dann habe der Beamte das Recht gehabt, die Waffe zu benutzen.

In eigener Sache: Die Redaktion der nnz erhielt in den zurückliegenden Tagen viele Mails mit Reaktionen auf die schrecklichen Ereignisse. Leider war ein Großteil dieser Mails anonym, so dass sie nicht veröffentlicht werden können. Wir bitten die nnz-Nutzer deshalb, von anonymen Zuschriften abzusehen. Wenn es Zustimmung oder Kritik am Einsatz der Polizei gibt, sollte der Absender ein gewisses Quantum an Zivilcourage besitzen.
Autor: nnz

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