Jodler in der Staatskanzlei
Montag, 22. Dezember 2008, 08:32 Uhr
Erstmalig erschallte in diesem Monat ein echter Harzer Jodler im Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt. Wer den Urschrei der Harzer Sangesbewegung ertönen und ließ und warum – das hat die nnz mühsam recherchiert...
Anlaß war die Auszeichnung von Wolfgang Reichardt mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung für den Heringer Folkloristen wurde vom Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei, Dr. Klaus Zeh vorgenommen.
Die Veranstaltung im weihnachtlich geschmückten repräsentativen Barocksaal begann mit Folklore. Mit Birkenblatt, Waschbrett, Brummmtopf, Teufelsgeige und Akkordeon hatten Mitglieder der Folkloregruppen aus dem nordthüringer Raum, aus Heringen und Hesserode, das Bergmannslied "Glückauf" und das Volkslied "Wenn alle Brünnlein fließen" intoniert.
Zeh, Reichardt (Foto: Wille)
Das war ein würdiger Auftakt für die Laudatio vom Minister Dr. Zeh . Er charakterisierte Wolfgang Reichardt als einen "unermüdlichen Retter anderer Art", der seit mehr als 40 Jahren sich dafür einsetzt, dass vor allem das Harzer Brauchtum des Jodelns im Südharz nicht in Vergessenheit gerät. Schon mit 15 Jahren hatte er seinen ersten Auftritt mit der Gitarre in Hesserode beim Jodlerwettstreit.
Der heute 64-jährige machte während seiner Arbeit als Gärtner in Wernigerode die ersten Schritte im Harzer Brauchtum und lernte es besonders gründlich bei Hans-Wilhelm Vogt in Elbingerode. Seit dieser Zeit ließen ihm das Jodeln, die Mundarten, die alten, vor allem handgefertigten Instrumente, nicht mehr los.
"Welchen Schatz Sie uns damit bewahren, davon können wir uns heute noch überzeugen. Ihr Sohn und dreifacher Jodlermeister Normen wird uns eine Kostprobe seines Könnens geben", betonte Minister Zeh und kennzeichnete damit das unermüdliche Engagement des Vollblut-Folkloristen für das Bewahren des Kultur- und Liedguts in Nordthüringen. In mehreren Orten hat Wolfgang gewirkt und seine Spuren hinterlassen. Die Ausbildung und Betreuung der jungen Menschen beim gemeinsamen Singen, Jodeln, Mundartsprechen und das Spielen auf seltenen Instrumenten haben ihn in Rüdigsdorf, Harzungen, Hesserode, Ilfeld und zuletzt in Heringen bewogen, seine Heimatliebe den Kindern und Jugendlichen weiterzugeben und bei Ihnen das Interesse zu wecken.
Seit 44 Jahren leitet Wolfgang Reichardt die Heimatgruppen und organisiert seit 30 Jahren das traditionelle Folklorefest in seiner Heimatstadt Heringen. Nach der politischen Wende hat er den Harzclub-Zweigverein Heringen mit gegründet und ist in vielen Vereinen Mitglied.
So im Landestrachtenverband, im Thüringer Landfrauenverband und hat im Harzclub die Funktion des Stellvertretenden Hauptheimatgruppenwart. Viele Auftritte gestaltete Wolfgang in den Versammlungen der Verbände und begeisterte seine Zuhörer.
15 Jahre unterstützte er die Ilfelder "Rucksäckchen" und heute noch pflegt er sehr enge freundschaftliche Beziehungen zu den Folkloregruppen in Sülzhayn und Hesserode. Auch schriftstellerisch trat er mit zwei Mundartbüchern in die Öffentlichkeit. "Wäume witter Knätsche" und Ruus met dr Sproche" sind verlegt worden. Aus all diesen Gründen hat der Bundespräsident Horst Köhler die Auszeichnung durch Minister Zeh verliehen. Folkloristisch wurde die Auszeichnungsveranstaltung auch beendet.
Mitglieder aus den befreundeten Gruppen Elbingerode, Sülzhayn, Hesserode und aus Heringen selbst sangen den "Hexenritt" und Normen ließ seinen Jodler erschallen. Das Programm wurde von Ursel Müller, der künstlerischen Leiterin der Hesseröder Folkloregruppe arrangiert und musikalisch begleitet. Die Oberbürgermeisterin von Nordhausen, Barbara Rinke, ließ es sich nicht nehmen, dem stolzen Ausgezeichneten zu gratulieren und ihm alles Gute für die Zukunft und weiterhin viele Erfolge in der Folklorearbeit zu wünschen.
Text und Foto: Rolf Wille
Autor: nnzAnlaß war die Auszeichnung von Wolfgang Reichardt mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung für den Heringer Folkloristen wurde vom Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei, Dr. Klaus Zeh vorgenommen.
Die Veranstaltung im weihnachtlich geschmückten repräsentativen Barocksaal begann mit Folklore. Mit Birkenblatt, Waschbrett, Brummmtopf, Teufelsgeige und Akkordeon hatten Mitglieder der Folkloregruppen aus dem nordthüringer Raum, aus Heringen und Hesserode, das Bergmannslied "Glückauf" und das Volkslied "Wenn alle Brünnlein fließen" intoniert.
Zeh, Reichardt (Foto: Wille)
Das war ein würdiger Auftakt für die Laudatio vom Minister Dr. Zeh . Er charakterisierte Wolfgang Reichardt als einen "unermüdlichen Retter anderer Art", der seit mehr als 40 Jahren sich dafür einsetzt, dass vor allem das Harzer Brauchtum des Jodelns im Südharz nicht in Vergessenheit gerät. Schon mit 15 Jahren hatte er seinen ersten Auftritt mit der Gitarre in Hesserode beim Jodlerwettstreit. Der heute 64-jährige machte während seiner Arbeit als Gärtner in Wernigerode die ersten Schritte im Harzer Brauchtum und lernte es besonders gründlich bei Hans-Wilhelm Vogt in Elbingerode. Seit dieser Zeit ließen ihm das Jodeln, die Mundarten, die alten, vor allem handgefertigten Instrumente, nicht mehr los.
"Welchen Schatz Sie uns damit bewahren, davon können wir uns heute noch überzeugen. Ihr Sohn und dreifacher Jodlermeister Normen wird uns eine Kostprobe seines Könnens geben", betonte Minister Zeh und kennzeichnete damit das unermüdliche Engagement des Vollblut-Folkloristen für das Bewahren des Kultur- und Liedguts in Nordthüringen. In mehreren Orten hat Wolfgang gewirkt und seine Spuren hinterlassen. Die Ausbildung und Betreuung der jungen Menschen beim gemeinsamen Singen, Jodeln, Mundartsprechen und das Spielen auf seltenen Instrumenten haben ihn in Rüdigsdorf, Harzungen, Hesserode, Ilfeld und zuletzt in Heringen bewogen, seine Heimatliebe den Kindern und Jugendlichen weiterzugeben und bei Ihnen das Interesse zu wecken.
Seit 44 Jahren leitet Wolfgang Reichardt die Heimatgruppen und organisiert seit 30 Jahren das traditionelle Folklorefest in seiner Heimatstadt Heringen. Nach der politischen Wende hat er den Harzclub-Zweigverein Heringen mit gegründet und ist in vielen Vereinen Mitglied.
So im Landestrachtenverband, im Thüringer Landfrauenverband und hat im Harzclub die Funktion des Stellvertretenden Hauptheimatgruppenwart. Viele Auftritte gestaltete Wolfgang in den Versammlungen der Verbände und begeisterte seine Zuhörer.
15 Jahre unterstützte er die Ilfelder "Rucksäckchen" und heute noch pflegt er sehr enge freundschaftliche Beziehungen zu den Folkloregruppen in Sülzhayn und Hesserode. Auch schriftstellerisch trat er mit zwei Mundartbüchern in die Öffentlichkeit. "Wäume witter Knätsche" und Ruus met dr Sproche" sind verlegt worden. Aus all diesen Gründen hat der Bundespräsident Horst Köhler die Auszeichnung durch Minister Zeh verliehen. Folkloristisch wurde die Auszeichnungsveranstaltung auch beendet.
Mitglieder aus den befreundeten Gruppen Elbingerode, Sülzhayn, Hesserode und aus Heringen selbst sangen den "Hexenritt" und Normen ließ seinen Jodler erschallen. Das Programm wurde von Ursel Müller, der künstlerischen Leiterin der Hesseröder Folkloregruppe arrangiert und musikalisch begleitet. Die Oberbürgermeisterin von Nordhausen, Barbara Rinke, ließ es sich nicht nehmen, dem stolzen Ausgezeichneten zu gratulieren und ihm alles Gute für die Zukunft und weiterhin viele Erfolge in der Folklorearbeit zu wünschen.
Text und Foto: Rolf Wille

