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Polit-Hopser über Grenzen

Freitag, 12. Dezember 2008, 12:38 Uhr
Die Nordhäuser Regierer strecken ihre Polit-Finger wieder in fremde Gefilde aus. Doch diesmal steht ihnen nicht nach Eingemeindung der Sinn, sondern nach Kooperation. Wie die aussehen soll, das hat die nnz erfahren...

Rinke, Kupfernagel (Foto: Grabe) Rinke, Kupfernagel (Foto: Grabe)

Mit ihren Unterschriften unter die Urkunde haben gestern Abend Sangerhausens Oberbürgermeister Fritz-Dieter Kupfernagel (LINKE) und Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) eine Kooperation zwischen beiden Städten besiegelt. Die Unterschriften wurden im Rahmen einer Sitzung des Sangerhäuser Stadtrats geleistet.

Kupfernagel sagte, angesichts eines wachsenden Europas sei es wichtig, nicht mehr in lokalen-, sondern regionalen Planungsregionen zu denken und sich dort in den Entwicklungszielen abzustimmen. Dies sei durch die engere Zusammenarbeit beider Städte nun besser möglich. „Damit bauen wir entscheidende Strukturen auf, die es uns leichter machen, effizienter auf die Herausforderungen der Zukunft zu antworten.“

Oberbürgermeisterin Rinke sagte, „wir haben heute eine Grenze übersprungen und das ist genau richtig so. Beide Städte liegen mit der A 38 an einer wichtigen Verkehrstrasse, wir sind damit enger aneinander gerückt, was sich auch mit der Kooperation ausdrückt.“ Die Verbundenheit beider Kommunen habe auch ihre geografischen sowie historischen Wurzeln: „Wir liegen beide in der herrlichen Goldenen Aue, wir sind beide durch die Reformation geprägt. Und: Sangerhausen und Nordhausen sind Städte, die etwas bewegen wollen“, so die Oberbürgermeisterin.

Im Text der Kooperationsvereinbarung heißt es unter anderem: „Die europäische Regionalentwicklung fordert größere Territorien in der Gestaltung der wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und kulturellen Gestaltung des Lebens für die Bevölkerung. Um diese Entwicklung zu unterstützen, ist es erforderlich, eine leistungsstarke, sich selbst tragende, wettbewerbsfähige Wirtschaftsstruktur in einer länderübergreifenden Zusammenarbeit der Verwaltungen und der Wirtschaft zu unterstützen. Die Städte Nordhausen und Sangerhausen verstehen sich dabei als `Motoren´ der weiteren Entwicklung der länderübergreifenden Region Südharz in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die Kooperationspartner wollen ihren Beitrag leisten, damit die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Südharz-Region gefördert wird, um die Attraktivität dieses Wirtschaftsstandortes zu erhöhen. Vorrangig soll die Zusammenarbeit dazu dienen, langfristig eine einheitlich wirtschaftsstarke Region mit den Zentren Nordhausen und Sangerhausen zu schaffen. Die Städte wollen mit ihren Verwaltungen Partner für die Wirtschaft und Tourismus sein und eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Kommunen, den Unternehmen und den touristischen und wissenschaftlichen Einrichtungen anbieten.“

Beide Regionen allerdings werden auch Wettbewerber sein und bleiben. Und zwar in erster Linie beim Buhlen um Investoren. So ist bekannt, daß auch in unmittelbarer Nähe zu Sangerhausen, dort wo die A 71 einst an die A 38 stößt, ein Industriegebiet entwickelt wird. Da davon auszugehen ist, daß in Sangerhausen nicht mehr als 10 Jahren dabei ins Land gehen werden, können Arbeitnehmer aus Nordhausen schnell in Sangerhausen sein. Das allein ist nicht schlimm, fatal wird es erst, wenn angesiedelte Unternehmen Steuern zahlen.

Nordhausens Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD), der ehernamtliche Beigeordnete Dr. Manfred Schröter (CDU) und die Fraktionsvorsitzenden Andreas Wieninger (SPD) sowie Barbara Schencke (LINKE) hatten an der Unzeichnung teilgenommen. Der Nordhäuser Stadtrat hatte dem Text der Kooperationsvereinbarung im September zugestimmt.
Autor: nnz

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