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Letzter Spieltag der Hinrunde

Donnerstag, 04. Dezember 2008, 07:45 Uhr
Vor dem Rückrundenstart in die Thüringenliga am 13. Dezember 2008 bestreitet der FSV Wacker 90 Nordhausen am kommenden Sonnabend ab 13.30 Uhr in Rudolstadt sein letztes Punktspiel der ersten Halbserie. Im Vorjahr stand vor dem Auswärtsspiel bei den Ostthüringern auf deren Homepage dieser Satz: „Wacker Nordhausen ist für die Einheit kein Lieblingsgegner.“ Warum das so ist, erfahren Sie hier von Klaus Verkouter.

Unbequem (Foto: nnz) Unbequem (Foto: nnz)

Auch nach dem damaligen mitreißenden Spiel, das 3:3 endete, blieb diese Einschätzung bestehen. Zwar sahen die Zuschauer in einem „rassigen, von vielen fairen Zweikämpfen geprägten, einfach überdurchschnittlichen Landesligaspiel zweier gleichwertiger Mannschaften“ – wie in der Rudolstädter Presse zu lesen war – keinen Verlierer, doch der FC Einheit wollte damals unbedingt den Bock umstoßen und gegen die Südharzer gewinnen.

Im Rückspiel am 24. Mai dieses Jahres lagen die Vorzeichen anders. Rudolstadt hatte bis zu diesem 28. Spieltag ein sehr gutes Ligajahr hingelegt, Nordhausen war nur in der zweiten Tabellenhälfte zu finden. Trotzdem wurden die sympathischen Gäste im Albert-Kuntz-Sportpark entzaubert und mussten nach ihrer 0:5-Niederlage mit gesenkten Häuptern die weite Rückreise in die Heidecksburgstadt antreten. Pohl, Hoffmann und dreimal Klaus waren die Torschützen.

Im bisherigen Saisonverlauf spielt der FSV Wacker 90 eine hervorragende Rolle und ist nach seinen zwölf ausgetragenen Begegnungen an 14 Spieltagen (Rückzug Geisa, Ausfall Borsch) mit 28 Punkten Tabellendritter und liegt 5 Punkte hinter Jena, das spielfrei ist und schon zwei Spiele mehr hat. Zum Zweiten, der SG Gotha/Friemar, die auch schon ein Spiel mehr austragen konnte, hat man 3 Zähler Rückstand, So gesehen liegt alles da vorn noch dicht beieinander.

Da es jetzt zum „Lieblingsgegner“ geht, könnte man irrtümlicherweise meinen, leichtes Spiel mit ihm zu haben. So wird es wohl nicht kommen. Immerhin hat Einheit schon 26 Tore, davon 17 zu Hause, in 12 Partien geschossen, also sogar eins mehr als Wacker (u.a. 5 gegen Schlotheim, 3 gegen Jena). Auch im letzten Heimspiel gegen Heiligenstadt gewann man 3:1 und hatte da schon in der stürmischen Anfangsphase frühe Tore erzielt.

Auf der Internet-Vereinsseite des FC können wir dann erfahren: „Als Belohung für den Dreier wurde erstmals seit der Vorbereitung nur zwei Mal trainiert. Doch der Ausfall des Dienstagstrainings hatte noch einen anderen Grund. Eine stattliche Delegation der 1. Mannschaft besuchte … das Champions-League-Spiel Bayern München gegen Steaua Bukarest. Hoffentlich haben sich die Akteure vom FC Einheit von den großen Bayern einiges abgeschaut.“

Sollte der FC Einheit das beherzigen, kann sich Wacker ja auf einiges gefasst machen. Die Gesamtbilanz mit den Saalestädtern sollte den Neunzigern jedoch Mut machen. In den zehn bisherigen Auseinandersetzungen mussten nur zwei Niederlagen eingesteckt werden, eine im Abstiegsjahr 2001 mit 0:2 im AKS, die andere gar schon 1958 auswärts beim 0:1. Neben dem schon oben erwähnten 3:3 im Vorjahr stehen nur Nordhäuser Erfolge zu Buche und es sind einige sehr deftige Klatschen für den kommenden Spielpartner darunter.

Hoffentlich sitzt der Schock der Geldstrafe für den Verein, die unverbesserliche Chaoten aus Gera mit ihrem bengalischen Feuer zu verantworten haben, nicht zu tief. Leider sind Kontrollen wie an Flughäfen mit dem vorhandenen Personal nicht zu realisieren. Jeder, der es will, kann somit relativ einfach dem Verein, wie zuletzt wieder geschehen, Schaden zufügen. Nicht nur das Ansehen des Vereins wird beschädigt, sondern auch finanzielle Mittel gehen verloren, z.B. für die Nachwuchsarbeit. Ist das die Absicht der Unruhestifter? Fans können das nicht sein.

Das 1:1 gegen Sondershausen ist hoffentlich in den Köpfen verarbeitet und zeigt keine Nachwirkungen. Schließlich wollte man gewinnen, war an dem Tage vor der großen Kulisse von fast 900 Zuschauern dazu aber nicht in der Lage. Man muss auch lernen, mit der Favoritenrolle umzugehen, wenn man oben mitmischt.

Burkhard Venth dürfte seine Schützlinge für Sonnabend zumindest auf eine Fortsetzung der Serie ungeschlagener Spiele eingeschworen haben. Von zwei Siegen noch vor Weihnachten auszugehen, ist sicherlich etwas vermessen, wäre aber für die Arbeit 2009 recht förderlich. Sehr erfolgreich war Wacker in den letzten Jahren kurz vor dem Fest allerdings nicht und hat des Öfteren die Gegner mit Punkten beschenkt. Das muss sich nicht wiederholen.

Die Wacker-Zweite empfängt am Sonntag um 14 Uhr im Ortsderby Aufbau Sundhausen im Albert-Kuntz-Sportpark. Der 3:2-Auswärtserfolg in Bleicherode sollte Wacker II Auftrieb geben, doch auch Sundhausen sah in den letzten beiden Spielen gut aus (Urbach 1:1, Heiligenstadt II 1:2).
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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