Begeistertes Publikum applaudiert heftig
Freitag, 28. November 2008, 23:48 Uhr
Clever gemacht vom Nordhäuser Theater: gleich zu Beginn der 5. Jahreszeit gibt es Johann Straußens Eine Nacht in Venedig. Dass passt doch perfekt und gibt schon mal einen schönen Vorgeschmack auf den nächsten Bühnenball, oder? Olaf Schulze saß für die nnz unter teilweise maskierten Premierengästen.
Das also war leichte Unterhaltung. Eigentlich sogar sehr leichte. Genau genommen kann es gar nicht mehr viel leichter werden.
Da warnt und tröstet das Programmheft der Nordhäuser Inszenierung gleich auf der ersten Seite mit einem Zitat Claude Debussys über die Leichtigkeit der Musik. Debussy konnte wohl nichts so Leichtes komponieren, wie es der Großmeister Johann Strauß da hingewalzert hat mit seiner Nacht in Venedig.
Mögen die Musik und die Gesangspartien konzertant aufgeführt noch recht beschwingt unterhaltend sein, so wird es auf der Bühne mit der Handlung, die so aufregend ist wie ein leerer Spaghettiteller, schon problematischer.
Jedenfalls, wenn sie ernst genommen wird. Hat das die Inszenierung von Wolfgang Dosch am Theater Nordhausen getan?
Oder hätte das Programmheft lieber Volker Klotz zitieren sollen, der in seiner Abhandlung über das bürgerliche Lachtheater zu unserer Operette schrieb: Das ist nicht etwa gezielt politische, sondern schlicht gleichgültige Dramaturgie von einem, dem an dramatischer konfliktfördernder Musik wenig liegt.?
Und in der Tat, es gibt überhaupt keinen Konflikt in diesem Stück und es gibt nicht eine Figur, die über eine maskenhafte Skizze hinaus angelegt ist. Aber es geht ja schließlich auch um Masken. Um auswechselbare Verwechslungen und um ein Huch! zur rechten Zeit von der meistens falschen Frau .
Und es geht darum, das Publikum gut zu unterhalten. Und in Zeiten der Krisen (und seien es auch nur herbeigeredete) bedarf es noch mehr der guten Unterhaltung des Publikums. Und das Publikum ist dann noch dankbarer für die ablenkende Unterhaltung. Und es feiert seine Helden frenetisch. Minutenlang. Mit rhythmischem Klatschen!
Ich hätte mir gewünscht, dass außer dem Angler am Bühnenrand, der im Orchestergraben nach den Ohrringen der ersten Geigerin oder wonach auch immer fischte, vielleicht noch der eine oder andere witzige Einfall das Regieteam heimgesucht hätte. Aber leider…Fehlanzeige.
Kein Vorwurf an irgendeinen der Beteiligten. Wir sahen auch ein sehr venezianisches Bühnenbild (Ronald Winter), viele oppulente Kostüme (Elisabeth Stolze-Bley) und vor allem verschiedenfarbige Dominos. Wir hörten ein gut aufgelegtes Loh-Orchester unter Pit Uhden. Ein stimmgewaltiger Chor unter Leitung von Daniel Mayr verhalf mitunter zu wenigstens etwas Bewegung auf der Bühne. Die meisten Solisten dagegen haben wir schon sangesfreudiger und spielstärker erlebt.
Theater ist etwas anderes als diese Aufführung heute Abend. Nicht ganz so leicht vielleicht. Doch leider ist es ja gerade das Leichte, was oftmals so schwer zu machen ist.
Olaf Schulze
Autor: nnzDas also war leichte Unterhaltung. Eigentlich sogar sehr leichte. Genau genommen kann es gar nicht mehr viel leichter werden.
Da warnt und tröstet das Programmheft der Nordhäuser Inszenierung gleich auf der ersten Seite mit einem Zitat Claude Debussys über die Leichtigkeit der Musik. Debussy konnte wohl nichts so Leichtes komponieren, wie es der Großmeister Johann Strauß da hingewalzert hat mit seiner Nacht in Venedig.
Mögen die Musik und die Gesangspartien konzertant aufgeführt noch recht beschwingt unterhaltend sein, so wird es auf der Bühne mit der Handlung, die so aufregend ist wie ein leerer Spaghettiteller, schon problematischer.
Jedenfalls, wenn sie ernst genommen wird. Hat das die Inszenierung von Wolfgang Dosch am Theater Nordhausen getan?
Oder hätte das Programmheft lieber Volker Klotz zitieren sollen, der in seiner Abhandlung über das bürgerliche Lachtheater zu unserer Operette schrieb: Das ist nicht etwa gezielt politische, sondern schlicht gleichgültige Dramaturgie von einem, dem an dramatischer konfliktfördernder Musik wenig liegt.?
Und in der Tat, es gibt überhaupt keinen Konflikt in diesem Stück und es gibt nicht eine Figur, die über eine maskenhafte Skizze hinaus angelegt ist. Aber es geht ja schließlich auch um Masken. Um auswechselbare Verwechslungen und um ein Huch! zur rechten Zeit von der meistens falschen Frau .
Und es geht darum, das Publikum gut zu unterhalten. Und in Zeiten der Krisen (und seien es auch nur herbeigeredete) bedarf es noch mehr der guten Unterhaltung des Publikums. Und das Publikum ist dann noch dankbarer für die ablenkende Unterhaltung. Und es feiert seine Helden frenetisch. Minutenlang. Mit rhythmischem Klatschen!
Ich hätte mir gewünscht, dass außer dem Angler am Bühnenrand, der im Orchestergraben nach den Ohrringen der ersten Geigerin oder wonach auch immer fischte, vielleicht noch der eine oder andere witzige Einfall das Regieteam heimgesucht hätte. Aber leider…Fehlanzeige.
Kein Vorwurf an irgendeinen der Beteiligten. Wir sahen auch ein sehr venezianisches Bühnenbild (Ronald Winter), viele oppulente Kostüme (Elisabeth Stolze-Bley) und vor allem verschiedenfarbige Dominos. Wir hörten ein gut aufgelegtes Loh-Orchester unter Pit Uhden. Ein stimmgewaltiger Chor unter Leitung von Daniel Mayr verhalf mitunter zu wenigstens etwas Bewegung auf der Bühne. Die meisten Solisten dagegen haben wir schon sangesfreudiger und spielstärker erlebt.
Theater ist etwas anderes als diese Aufführung heute Abend. Nicht ganz so leicht vielleicht. Doch leider ist es ja gerade das Leichte, was oftmals so schwer zu machen ist.
Olaf Schulze

