nnz-online

Jimmy und Gonzo werden entlassen

Freitag, 12. Juli 2002, 08:30 Uhr
Nordhausen/Worbis (nnz). Die Tierfreunde Nordthüringens können sich morgen auf eine besonderes Spektakel freuen. Dafür müssen sie aber nach Worbis fahren.


Am Sonnabend werden die Schwarzbären Jimmy und Gonzo um 11 Uhr in die Freianlage des Bärenparks in Worbis entlassen. Erstmalig wurden am 31. Mai zwei Schwarzbären im Bärenpark aufgenommen, in dem zurzeit zehn Braunbären leben. Die Schwarzbären Jimmy und Gonzo wurden 1989 im Babyzoo Wingst geboren, mit ca. 5 Monaten an zwei Tierlehrer verkauft und zu Zirkusbären ausgebildet.

Noch bis Ende 2001 traten die beiden Bären zusammen in einem Programm mit Hunden und Ziegen auf. Anfang 2002 verstarb ein Tierlehrer; die Bären saßen nun nur noch in ihrem Zirkuswagen von 12 Quadratmeter. Der zweite Tierlehrer wandte sich an die Aktion Bärenhilfswerk e. V., dem Trägerverein des Bärenparks, und bat um Aufnahme der Tiere. Die Tiere sollten nun, nach Jahren der Zirkusarbeit, ein artgerechtes Leben in einer entsprechenden Freianlage führen können. Nach etwa sechs Wochen Eingewöhnungszeit in der Bärenstation werden Jimmy und Gonzo morgen erstmalig Waldboden betreten und sich die größte Freianlage Deutschlands - 40 000 Quadratmeter - mit einem Wolfsrudel und zehn Braunbären teilen. Der ehemalige Bärenhalter wird die Entlassung von Jimmy und Gonzo vor Ort beobachten.

Mit einem Bärenbestand von insgesamt zwölf Bären und einem Wolfsrudel ist die Freianlage fast ausgelastet. Nur noch wenige Aufnahmen von Bären sind möglich. Der Bedarf, noch weitere Bären aus beengten Haltungen aufzunehmen, jedoch ist sehr groß. Da sich der Bärenpark Worbis zu einem Kompetenzzentrum für die artgerechte Haltung von verhaltensgestörten Bären entwickelt hat, die hier erstmalig ihre natürlichen Instinkte ausleben können, treffen ständig Anfragen von Behörden und Tierhaltern zur Aufnahme von Bären ein.

Trotz großzügiger finanzieller Unterstützung des Tierhilfswerkes, anderer Vereine, wie z. B. die Europäische Tierschutzstiftung, und zahlreicher privater Förderer, ist eine Erweiterung des Bärenparks zurzeit noch nicht möglich. Es ist aber notwendig, in den nächsten Jahren Erweiterungsflächen zu erwerben, um die Freianlage vergrößern und weitere Bären aufnehmen zu können.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de