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nnz-Forum: Exkursion in Punkto Pflege

Montag, 03. November 2008, 08:04 Uhr
Unterwegs im Ruhrgebiet (Foto: Aderhold) Unterwegs im Ruhrgebiet (Foto: Aderhold)
Auch in diesem Jahr starteten Pflegedienstleiter aus dem Landkreis Nordhausen zu ihrer jährlichen Fachexkursion. Wohin die Reise in der dritten Auflage gegangen ist, das haben die Reisenden ins Forum der nnz geschrieben...


Zum dritten Mal waren die Pflegedienstleiter des Fachbereichs Altenhilfe des Trägerverbundes aus Jugendsozialwerk Nordhausen e.V., Diakonie in Nordhausen GmbH und des Diakonie-Werkes Landkreis Nordhausen-West e.V. „on Tour“. Am 7. Oktober 2008 fuhren die Pflegedienstleiter ins Ruhrgebiet, mit dem Ziel, sich Palliativ-Pflege-Einrichtungen und ein Hospiz anzuschauen.

In der Stadt Niederzier machten sie ihren ersten Halt. Dort wurden die Pflegedienstleiter von Mitgliedern der Stadtverwaltung begrüßt. Niederzier ist Partnerstadt von Bleicherode, wo sich das St. Marienhospital der Diakonie in Nordhausen GmbH befindet. Nach einem Erfahrungsaustausch hinsichtlich Sozialsysteme in Nordrhein-Westfalen und Thüringen ging die Reise weiter zu der Wohnanlage Sophienhof, welche sich auch in Niederzier befindet.

„Jeder Mensch lebt sein eigenes Tempo, auch beim Älterwerden“. Dieser Ansatz des Sophienhofes berücksichtigt die unterschiedlichen Bedürfnisse und erleichtert die Übergänge. Die Wohnanlage Sophienhof ist dementsprechend nicht nur ein Gebäude, sondern ein Konzept. Der Sophienhof bietet je nach Bedarf ambulante Pflege, betreutes Wohnen und stationäre Pflege an. Er betreut Demenzkranke und leistet Hospizarbeit. Dabei orientiert er sich an christlichen Wertvorstellungen.

Der Sophienhof arbeitet nach einem eigens entwickelten HoLDe-Konzept. Dabei steht die Abkürzung HoLDe für Hospizidee, Lebensweltorientierung und Demenz. Im September diesen Jahres wurde dem Sophienhof von der PRO PflegeManagement Akademie für ihr HoLDe-Konzept der Deutsche PflegeManagement Preis 2008 verliehen. Die Pflegedienstleiter waren sehr von der Anlage und dem Konzept beeindruckt und konnten sich sehr viele Anregungen für eigene Konzepte holen.

Am 2. Tag besuchten die Pflegedienstleiter einen ambulanten Hospizdienst in der Stadt Lünen. Nach einem Erfahrungsaustausch ging die Reise weiter nach Dortmund. Dort wurden sie von der stellv. Einrichtungsleitung des Altenzentrums „Bruder-Jordan-Haus“ begrüßt. Im „Bruder-Jordan-Haus“ leben 100 Bewohner in acht Wohngruppen, die auf unterschiedliche Pflege- und Begleitschwerpunkte ausgerichtet sind.

Oberstes Ziel dabei ist die Unterstützung der Bewohner in dem Bemühen, ihr selbst bestimmtes Leben in kleinen Wohneinheiten weiterzuführen bzw. ihre Selbständigkeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu erhalten. Dies wird erreicht durch Vermittlung einer Atmosphäre von Privatheit. Die individuelle Biographie der Bewohner bestimmt dabei maßgeblich die Inhalte der Pflege und Betreuung. Den Mitarbeitern geht es darum, auch den Menschen mit Demenz als Person und erwachsenen Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu akzeptieren und entsprechend zu handeln. Die Bewohner können bei der Gestaltung des Heimalltags mitwirken und finden verlässliche Unterstützung bei allen Aktivitäten, die sie ohne Hilfe nicht bewältigen können. Die seelsorgliche Betreuung der Bewohner erfolgt durch eine ehrenamtlich tätige Ordensschwester und die Heimatgeistlichen. Regelmäßig stattfindende Gottesdienste sind dabei ein fester Bestandteil.

Im obersten Geschoss des Bruder-Jordan-Hauses befindet sich ein Hospiz mit einer ganzheitlichen und würdevollen Lebensbegleitung bis zum Tod unter besonderer Berücksichtigung der palliativen Pflege.

Für die Pflegedienstleiter war es ein beeindruckendes Erlebnis, das stationäre Hospiz zu besichtigen. Nach diesem Besuch traten die Pflegedienstleiter die Heimfahrt an. Voller positiver Eindrücke und Erfahrungen kamen alle Pflegedienstleiter am 8. Oktober 2008 wieder in Nordhausen an.
Norman Aderhold
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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