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Baustart bei unseren Nachbarn

Donnerstag, 30. Oktober 2008, 09:25 Uhr
Wer täglich auf der B 243 in Richtung Osterode unterwegs ist, der kann ein „Lied“ von den vielen Ortsdurchfahrten auf Thüringer sowie auf niedersächsischem Gebiet „singen“. Während der Ausbau der Bundesstraße in Thüringen noch schläft, wird der Teil in Niedersachsen seit heute zu neuem Leben erweckt.

Der Trassenverlauf (Foto: Straßenbauverwaltung Niedersachsen) Der Trassenverlauf (Foto: Straßenbauverwaltung Niedersachsen)

Pünktlich um 15.30 Uhr soll Bundesverehrsminister Wolfgang Tiefensee mit seinem Landeskollegen Walter Hirche den Spaten in die Erde in der Nähe von Barbis hauen. Dann startet der Bau für die Ortsumgehung von Barbis und damit auch die Verlegung der Trasse der B 243 bis zum Landesgrenze nach Thüringen. Bis zum Jahr 2014 sollen auf dem 8,6 Kilometer langen Teilstück rund 60 Millionen Euro verbaut werden, mehr als die Häfte davon in Brückenbauwerke.

Die Bundesstraße 243 besitzt eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Thüringen. Sie verbindet die Südharzstädte Osterode, Herzberg, Bad Lauterberg, Bad Sachsa, Mackenrode und Nordhausen mit dem Autobahnnetz und dient als südliche Verteilungsschiene für den Harz. Die B 243 hat somit eine große Bedeutung sowohl für die Wirtschaft als auch für den Tourismus.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hat der Verkehr auch auf der B 243 sehr stark zugenommen. Aus der hohen Verkehrsbelastung und der dafür nicht dimensionierten B 243 resultieren hohe Lärm- und Schadstoffimmissionen in den Ortsdurchfahrten. Die vorhandene Streckencharakteristik der B 243 ist in weiten Teilen von den Ortsdurchfahrten, z. B. der Ortschaft Barbis, geprägt. Hier ist der auf der B 243 zu erwartende Verkehr mit den gegebenen städtebaulichen Funktionen unverträglich. Der Ausbauzustand der Ortsdurchfahrten entspricht bereits heute nicht mehr den Anforderungen, die sich aus den Verkehrsbelastungen ableiten.

Die bestehende Situation ist darüber hinaus nicht geeignet, die wirtschaftliche Integration der neuen Bundesländer zu fördern. Daraus leitet sich der Bedarf nach einer leistungsfähigen Verkehrsverbindung zwischen der A 7 im Raum Seesen und der A 38 im Raum Nordhausen (Eckverbindung) ab, die gleichzeitig eine Entlastung der derzeit noch bestehenden Ortsdurchfahrten ermöglicht.

Aufgrund der oben beschriebenen bestehenden Verhältnisse und der zu erwartenden Verkehrsentwicklung ist die Verlegung der B243 unumgänglich. Damit wird eine großräumige Bundesstraßenverbindung geschaffen, die gleichzeitig die Ortsdurchfahrten erheblich entlastet.

Die im Bundesverkehrswegeplan 2003 und im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen im vordringlichen Bedarf vorgesehene Verlegung der Bundesstraße 243 von Bad Lauterberg (B 27) bis Nordhausen hat eine Länge von rund 28 km, davon liegen 13 km in Niedersachsen und 15 km in Thüringen. In Niedersachsen ist die B 243 in zwei Verkehrseinheiten (VKE 2 und 3) unterteilt. Die VKE 4 liegt bereits in Thüringen und bildet zusammen mit der VKE 3 die Ortsumgehung Mackenrode.


Die Verkehrseinheit 2 von westlich Bad Lauterberg (Anschluss an die B 27) bis südlich der Anschlussstelle der L 604 (Bad Sachsa) liegt vollständig in Niedersachsen. Der Planfeststellungsbeschluss für diesen Abschnitt ist am 30. Dezember 2005 ergangen. Nach der Finanzierungszusage des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung soll der 1. Spatenstich Ende Oktober 2008 erfolgen

Die VKE 2 ist vierstreifig ausgelegt und beginnt bei Bau-km 10+775 am westlichen Widerlager der Odertalbrücke und endet bei Bau-km 19+350. Die Länge der Baustrecke der B 243 beträgt 8,575 km. Die verlegte B 243 wird östlich der Anschlussstelle Zoll direkt aus der von Westen kommenden B 27 abzweigen. Die vorhandene B 27 aus Richtung Westen wird mit zwei Richtungsfahrbahnen in Form eines Abzweiges an die B 27 aus Richtung Bad Lauterberg angeschlossen.

Die K 32 aus Richtung Bad Lauterberg und die L 604 aus Richtung Bad Sachsa werden mit je einer Anschlussstelle an die B 243 angeschlossen. Im Zuge der VKE 2 entstehen außerdem zehn Brückenbauwerke.
Autor: nnz

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