nnz-Forum: Dr. Gebhardt gegen Vorurteile und Parteiengezänk
Montag, 04. Dezember 2000, 13:40 Uhr
Nordhausen (nnz). Zur Antifa-Demo, ihren Inhalten und Verlauf äußert sich im nnz-Forum der SPD-Politiker Dr. Klaus Gebhardt unter der Überschrift: "Vorurteile und Parteiengezänk schaden dem Bemühen gegen Rechtsradikalismus".
Hier sollten alle, denen es ernst ist, zusammen stehen: Parteien, Organisationen, Kirchen und alle Bürger. Es ist schon tragisch, was sich zur Zeit wieder abspielt, siehe auch in der nnz. Die CDU setzt linke Demonstranten mit RAF-Sympathisanten gleich und die SPD habe kein Konzept gegen Rechts. Dabei war es Bundeskanzler Gerhard Schröder, der zum Kampf gegen Rechts aufgerufen hat, "Gesicht zu zeigen". Das hat die CDU aufgeschreckt und nun bemüht sie sich nachzuweisen, daß sie vielleicht mehr für Fremde tut als alle Übrigen. Nur ist es schon ein großer Unterschied, ob ich Päckchen nach Rumänien oder in Asylbewerberheime schicke - was nicht herabgewürdigt werden soll - oder ob ich gegen militante "Rechte" auftrete, die durch Brutalität und Morde Deutschland in Verruf bringen.
Und zur Klarstellung: Daß Nordhausen bisher von rechten Aktivitäten verschont blieb, ist mit ein Verdienst der SPD-geführten Stadtverwaltung mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke an der Spitze. Die Berührungsängste der CDU mit der SPD nehmen allmählich krankhafte Züge an. Und der Herr Jendricke scheint ja ein so gefährlicher Mann zu sein, daß man ihn ständig attackieren muß. Ist es die Angst, daß er sich nochmals zur Wahl für den Posten eines Beigeordneten im Landratsamt stellt? Ich und viele SPD-Freunde werden ihn dazu ermutigen. Jetzt erst recht! Er ist klug, sachkundig, hat Politikerfahrung und ist mutig. Frischer Wind tut not in den Amtsstuben.
Ich weiß nicht, ob die CDU-Mitglieder in Nordhausen so viel Erfahrungen mit linken Demonstrationen haben, daß sie die geplante Veranstaltung vom 2.12.00 verteufeln mußten. Für mich war es eine interessante Erfahrung, und ich habe mich unter den vielen hundert überwiegend jungen Leuten ganz wohl gefühlt und mit mir marschierten ärztliche Kollegen, Pfarrer, Abgeordnete und andere Bürger. Die Stimmung war gut, nicht militant, keine Vermummten, natürlich ein buntes Bild von unkonventionell gekleideten jungen Menschen. Will die CDU hunderten Jugendlichen die ernsthafte Absicht absprechen, etwas gegen den Rechtsradikalismus tun zu wollen? Das wäre ein verheerender Fehler. Wir sollten uns freuen über jeden, der "Gesicht zeigt". Herr Pape, der beruflich täglich mit Jugendlichen arbeitet, scheint nur die Angepaßten zu akzeptieren, die anderen scheinen sich auf den Politikveranstaltungen der etablierten Parteien nicht wohl zu fühlen.
Für mich war die Demo - es wurden Erinnerungen an 1989 wach - sehr lehrreich. Mein von Fernseh- und Presseberichten geprägtes Bild über die linke Szene habe ich zunächst revidieren müssen. Vielleicht waren unter den Teilnehmern auch einige Gewaltbereite, in Erscheinung getreten sind sie nicht. Ich glaube nicht, daß linksradikales Gedankengut so verbreitet ist wie rechtsradikales und deshalb scheint mir letztes weit gefährlicher. Das Polizeiaufgebot war gewaltig (zu groß?), der Einsatz korrekt.
Ein Patentrezept gegen Rechtsradikalismus hat wohl niemand und so werden einige stumm mit Kerzen am kommenden Samstag zur Kundgebung der Rechten erscheinen, SPD und PDS mit einer Gegendemo, und die Antifa wird sich sicher etwas lauter artikulieren. Und wo ist das Problem? Es geht schließlich um die Sache und alle sind aufgerufen, sich zu beteiligen und "Gesicht zu zeigen".
Nachsatz: Der Inhalt des Antifa-Flugblattes, das zur Demo aufgerufen hatte, ist so abstrus und bedarf deshalb keiner näheren Erläuterung.
Autor: nnzHier sollten alle, denen es ernst ist, zusammen stehen: Parteien, Organisationen, Kirchen und alle Bürger. Es ist schon tragisch, was sich zur Zeit wieder abspielt, siehe auch in der nnz. Die CDU setzt linke Demonstranten mit RAF-Sympathisanten gleich und die SPD habe kein Konzept gegen Rechts. Dabei war es Bundeskanzler Gerhard Schröder, der zum Kampf gegen Rechts aufgerufen hat, "Gesicht zu zeigen". Das hat die CDU aufgeschreckt und nun bemüht sie sich nachzuweisen, daß sie vielleicht mehr für Fremde tut als alle Übrigen. Nur ist es schon ein großer Unterschied, ob ich Päckchen nach Rumänien oder in Asylbewerberheime schicke - was nicht herabgewürdigt werden soll - oder ob ich gegen militante "Rechte" auftrete, die durch Brutalität und Morde Deutschland in Verruf bringen.
Und zur Klarstellung: Daß Nordhausen bisher von rechten Aktivitäten verschont blieb, ist mit ein Verdienst der SPD-geführten Stadtverwaltung mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke an der Spitze. Die Berührungsängste der CDU mit der SPD nehmen allmählich krankhafte Züge an. Und der Herr Jendricke scheint ja ein so gefährlicher Mann zu sein, daß man ihn ständig attackieren muß. Ist es die Angst, daß er sich nochmals zur Wahl für den Posten eines Beigeordneten im Landratsamt stellt? Ich und viele SPD-Freunde werden ihn dazu ermutigen. Jetzt erst recht! Er ist klug, sachkundig, hat Politikerfahrung und ist mutig. Frischer Wind tut not in den Amtsstuben.
Ich weiß nicht, ob die CDU-Mitglieder in Nordhausen so viel Erfahrungen mit linken Demonstrationen haben, daß sie die geplante Veranstaltung vom 2.12.00 verteufeln mußten. Für mich war es eine interessante Erfahrung, und ich habe mich unter den vielen hundert überwiegend jungen Leuten ganz wohl gefühlt und mit mir marschierten ärztliche Kollegen, Pfarrer, Abgeordnete und andere Bürger. Die Stimmung war gut, nicht militant, keine Vermummten, natürlich ein buntes Bild von unkonventionell gekleideten jungen Menschen. Will die CDU hunderten Jugendlichen die ernsthafte Absicht absprechen, etwas gegen den Rechtsradikalismus tun zu wollen? Das wäre ein verheerender Fehler. Wir sollten uns freuen über jeden, der "Gesicht zeigt". Herr Pape, der beruflich täglich mit Jugendlichen arbeitet, scheint nur die Angepaßten zu akzeptieren, die anderen scheinen sich auf den Politikveranstaltungen der etablierten Parteien nicht wohl zu fühlen.
Für mich war die Demo - es wurden Erinnerungen an 1989 wach - sehr lehrreich. Mein von Fernseh- und Presseberichten geprägtes Bild über die linke Szene habe ich zunächst revidieren müssen. Vielleicht waren unter den Teilnehmern auch einige Gewaltbereite, in Erscheinung getreten sind sie nicht. Ich glaube nicht, daß linksradikales Gedankengut so verbreitet ist wie rechtsradikales und deshalb scheint mir letztes weit gefährlicher. Das Polizeiaufgebot war gewaltig (zu groß?), der Einsatz korrekt.
Ein Patentrezept gegen Rechtsradikalismus hat wohl niemand und so werden einige stumm mit Kerzen am kommenden Samstag zur Kundgebung der Rechten erscheinen, SPD und PDS mit einer Gegendemo, und die Antifa wird sich sicher etwas lauter artikulieren. Und wo ist das Problem? Es geht schließlich um die Sache und alle sind aufgerufen, sich zu beteiligen und "Gesicht zu zeigen".
Nachsatz: Der Inhalt des Antifa-Flugblattes, das zur Demo aufgerufen hatte, ist so abstrus und bedarf deshalb keiner näheren Erläuterung.
