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Leben einhauchen

Freitag, 24. Oktober 2008, 09:43 Uhr
Kennen Sie den „Curie-Park“ in Ilfeld? Wahrscheinlich nicht. Doch das ist schade und soll sich in Zukunft auch ändern. Zumindest wird daran gearbeitet. Am Sonntag sollten Sie vielleicht mal in das Südharz-Örtchen fahren.

Park in Ilfeld (Foto: Lift) Park in Ilfeld (Foto: Lift)
Mit viel Engagement gestalteten Tobias Körber (re.), Kerstin Kettner und Günter Neuwerth im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme den „Curie-Park“ in Ilfeld neu

Mit Fördermitteln des Freistaates Thüringen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) hat sich im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) unter Trägerschaft der Nordhäuser LIFT gGmbH in den vergangenen Monaten einiges getan in dem dendrologischen Park (Dendrologie=Gehölzkunde), der den Namen des berühmten französischen Physiker-Ehepaares Curie trägt.

Die Geschichte des Ilfelder Curie-Parks reicht bis ins Jahr 1968 zurück. Damals wollte die Kirchen- und Klosterkammer Ilfeld ein Ausflugsziel für Urlauber und Gäste des staatlich anerkannten Luftkurortes schaffen. Und so wurde unter der Aufsicht und fachlichen Anleitung des damaligen Staatsoberförsters Fritz Weigel auf einem Gelände hinter dem Friedhof ein Park mit unterschiedlichen Gehölzen, Ziersträuchern und Stauden angelegt. Die Übergabe an die Gemeinde Ilfeld fand am 24. Oktober 1969 statt. Doch schon recht bald geriet der Park in Vergessenheit – möglicherweise auch deswegen, weil er von einer kirchlichen Institution ins Leben gerufen worden war. Mangels Pflege verwilderte das Gelände allmählich und viele der Pflanzenraritäten „verschwanden“ auf wundersame Weise - auch in manchem Privatgarten.

Nach der „Wende“ stellte sich ein Frauenprojekt der Landvolksbildung Thüringen e.V. das Ziel, den Curie-Park wieder für erholungssuchende Bürger attraktiv zu gestalten. Die noch vorhandenen Gehölze wurden im Jahr 2001freigeschnitten. Doch nach dieser Anfangsinitiative kehrte wieder für einige Jahre Ruhe auf dem Areal ein.

Auf Anregung von Marco Müller-John von der Gärtnerei Sauer in Ellrich, der auch den Ilfelder Bauhof bewirtschaftet, wurde Mitte 2007 damit begonnen, dem Areal ein neues Gesicht zu geben: Unter der Bezeichnung „Aceretum“ soll der Curie-Park zu Deutschlands einziger und größter Ahornsammlung werden. Rund 120 Ahornbäume aus verschiedenen Herkunftsländern wurden inzwischen gesetzt, die Wege neu hergerichtet und das Gelände umgestaltet. Die Bäume wurden größtenteils von „Baumpaten“ gestiftet. Der überwiegende Teil der Umgestaltungsarbeiten im Curie-Park konnte in den vergangenen Monaten im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme unter Trägerschaft der Nordhäuser LIFT gGmbH ausgeführt werden. Neu entstanden sind unter anderem auch ein Eingangsportal und mehrere Säulen, die aus alten Ziegelsteinen errichtet wurden. Die Säulen sollen später einmal als Infopunkte dienen, wo sich die Besucher des Parks über die gehölzkundlichen Besonderheiten der verschiedenen Pflanzen im Allgemeinen und über Ahornbäume im Besonderen informieren können.

Rund 1.000 verschiedene Ahorn-Arten sind weltweit bekannt, der Bergahorn wurde im übrigen erst kürzlich zum „Baum des Jahres 2009“ gewählt. Am kommenden Sonntag, 26. Oktober, werden weitere Ahornbäume im Ilfelder „Aceretum“ hinzukommen. Die Baumpflanzaktion beginnt um 14 Uhr und wer will, kann für eine Spende von 50 Euro die Patenschaft über einen Ahornbaum übernehmen.
Autor: nnz

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