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Wankende Banken, bröckelnde Börsen...

Donnerstag, 23. Oktober 2008, 13:29 Uhr
Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise wird irgendwann jeden treffen – in irgendeiner Art und Weise. Wir sind also quasi alle „am Puls der Zeit“. Unter diesem Titel gibt es eine Vortragsreihe in Nordhausen, in der es in der nächsten Woche um Spekulationen geht...


Das Mehrgenerationenhaus Nordhausen (MEGEHA) setzt am Donnerstag, 30. Oktober seine Vortragsreihe „Am Puls der Zeit“ fort. In Zusammenarbeit mit der Nordthüringer Volksbank Nordhausen steht an diesem Tag um 16.30 Uhr im Saal des MEGEHA in der Reichsstraße 12 ein Thema auf der Tagesordnung, dass seit mehreren Wochen die täglichen Nachrichten dominiert und viele Menschen nicht nur verunsichert sondern in Sorge versetzt: Die internationale Finanzkrise.

„Wankende Banken, bröckelnde Börsen – Warum geriet das Finanzsystem in Turbulenzen?“ überschreibt der Referent des Nachmittags, Dirk Hankel, seinen Vortrag. Der Leiter der Wertpapierabteilung der Nordthüringer Volksbank versucht die Ursachen der weltweiten Finanzkrise auch für „Nichtfachleute“ verständlich zu machen und berichtet auch über die praktischen Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft in Deutschland und der Region. Außerdem versucht der Wertpapierexperte der Genossenschaftsbank einen vorsichtigen Blick in die nahe Zukunft und resümiert Schlussfolgerungen, die alle aus der Entwicklung ziehen sollten, die Geld sparen oder für spätere Zeiten beiseite legen wollen.

„Was kümmert es mich, wenn ich China ein Sack Reis umfällt?“, fragte einst Otto von Bismarck verächtlich. Heute lohnt er nicht nur, der Blick in die Welt, sondern er ist sogar unabdingbar, wenn es um die langfristige Wahrung finanzieller und wirtschaftlicher Interessen geht. Angesichts des drohenden Kollapses des weltweit vernetzten Finanzsystems scheint es jetzt müßig danach zu fragen, ob man genauer auf die größte Volkswirtschaft der Welt - die USA - hätte schauen sollen, weil hinterher immer alle klüger sind. Fakt ist aber, dass die Krise ihren Ausgang in den USA nahm und sich so schnell um den Globus verbreitete, wie derzeit die Waldbrände in Kalifornien. Fakt ist auch, dass viele Großbanken außerhalb der USA tief in die Krise verwoben sind, weil sie Zertifikate von US-Banken kauften, die aus heutiger Sicht kaum noch das Papier Wert sind, auf dem man sie druckte. „Otto-Normalverbraucher“, dessen Kenntnisse der Finanzökonomie sich oft nur auf Erfahrungen beim Monopolyspiel beschränken, reibt sich nunmehr verwundert die Augen: Wie konnten hochbezahlte Fachleute auf einen solchen Schwindel hereinfallen? Aber war es denn tatsächlich ein Schwindel? Immerhin ermittelt in den USA inzwischen das FBI gegen einige Bankhäuser und deren Manager – wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue.

Während jetzt weltweit die Regierungen Billionensummen über die Zentral- und Notenbanken zur Stützung ins Bankensystem pumpen um die Liquidität aufrechtzuerhalten, kommen täglich mehr Fragen auf? Wie konnte das überhaupt passieren und was ist zu tun, dass es sich nicht wiederholt?

Wer nun meint, dies ginge ihn alles nichts an, sollte einmal an folgenden Aspekt denken: Welche Verwerfungen eine ähnlich tiefgreifende Krise im Finanzsystem in der Welt vor 80 Jahren verursachte, kann sich der Interessierte von Oma und Opa erzählen lassen, so diese denn den „schwarzen Freitag“ im Jahr 1929 miterlebt haben. Zehn Jahre nach dem großen Crash an der Wall-Street brach der Zweite Weltkrieg aus und noch mal sechs Jahre später lag ein Großteil der Welt im wahrsten Sinne des Wortes in Trümmern. Die Folgen wirken bis in die heutige Zeit nach.
Autor: nnz

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