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Immer noch Streik in Nordhausen

Montag, 08. Juli 2002, 15:37 Uhr
Nordhausen (nnz). Eigentlich sollten die Streiks der Bauarbeiter längst der Vergangenheit angehören. Ein Unternehmen in Nordhausen macht da eine Ausnahme. Das hat die nnz erfahren.


Nach Angaben der IG Bau, Agrar und Umwelt befanden sich bis heute 12 Mitarbeiter des Baugeschäftes Rinke im Arbeitsausstand. Hintergrund soll die Nichtunterzeichnung der Anerkennungstarifverträge seitens des Arbeitsgebers sein. Bislang habe Konrad Rinke keinerlei Verhandlungsbereitschaft signalisiert, so Gewerkschafter Hartmut Koch gegenüber der nnz. Für Koch sei ein derartiges Verhalten sehr erstaunlich, da gerade diese Firma seitens der LEG öffentliche Aufträge bei der Sanierung des Geländes der ehemaligen IFA erhalten habe. Darüber hinaus weigere sich Herr Rinke, seine Arbeitnehmer nach Tarif zu bezahlen.

Für Konrad Rinke ist das mehr als unseriös, was die Gewerkschaft da in den Raum stellt. Zum einen habe die IG Bau keinen Streik offiziell erklärt, nach Ansicht von Rinke wird in seinem Unternehmen illegal gestreikt. Dagegen hat er sich mit einer einstweiligen Verfügung gewandt, die heute vom Arbeitsgericht Nordhausen für das Unternehmen positiv entschieden wurde. Der Streik muß also abgebrochen werden.

Bei den Mitarbeitern, die gegenwärtig streiken, handelt es sich um geförderte Arbeitsplätze, um Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) des Arbeitsamtes, die gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft in Auftrag gegeben wurden. „Mein Unternehmen ist quasi nur der Träger der Maßnahme. Eigentlich schreibt das Arbeitsamt vor, wie viel Geld die Mitarbeiter erhalten, gegenwärtig sind das 8,63 Euro pro Stunde. Und die werden gezahlt“, so Rinke gegenüber der nnz. „Vielleicht wissen diese Kollegen überhaupt nicht, warum und gegen wen sie streiken.“
Autor: nnz

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