Unverständnis aus der Wirtschaft
Montag, 08. Juli 2002, 12:01 Uhr
Nordhausen (nnz). Wie weiter mit dem Nordhäuser Theater? Ob die Gesellschafter in dieser Woche die Frage beantworten können, sei dahingestellt. Sorgen macht man sich hingegen in der Nordhäuser Wirtschaft.
Nicht offen, aber doch schon in internen Runden wird zum Theater im Theater nachgedacht. Da werden in erster Linie wirtschaftliche Betrachtungen angestellt und mitunter harte Meinungen vertreten. Die radikalste Variante geht dabei von einem totalen Personalabbau aus. Dem Haus an der Promenade soll ein straffes Management zur Seite gestellt werden und sämtliche Veranstaltungen und Aufführungen sollten eingekauft werden. Letztlich sei es dem Publikum, auch dem aus den alten Bundesländern, egal, wer auf der Bühne steht, wenn es unterhaltsame Theater-Kost angeboten bekäme.
Unverständnis herrscht auch gegenüber den Tarifforderungen des Betriebsrates und der Belegschaft. Man müsse sich an der allgemeinen wirtschaftlichen Situation orientieren. Wenn die es möglich mache, mehr auszuschütten, dann sei das in Ordnung. Letztlich aber könne das Theater nicht in einer eigenen Welt agieren, hört man in Unternehmerkreisen. In den Nordhäuser Unternehmen und Handwerksbetrieben können keine üppigen Löhne und Gehälter gezahlt werden, im Gegenteil, es werde an allen Ecken und Kanten gespart, vor allem bei den Personalkosten. Seine Ursachen findet dieser Umstand nicht in der Tatsache, dass die Unternehmer keine soziale Ader hätten, sondern weil sie dadurch vielleicht das Überleben des Betriebes retten können.
Wenig Gegenliebe finden auch Äußerungen von Mitarbeitern des Theaters in der Öffentlichkeit. Es könne nicht angehen, dass Beschäftigte ihren Arbeitgeber öffentlich als dumm verkaufen, ihm Inkompetenz und Konspirativität vorwerfen. Jeder Arbeitnehmer, der in der freien Wirtschaft tätig ist, hätte bei einem solchen Vorgehen am nächsten Tag nicht nur den blauen Brief in der Tasche, sondern auch eine handfeste Klage am Hals. Und letztlich spielen die Gesellschafter und der Aufsichtsrat auch bei einer Theater-Gesellschaft eine nicht untergeordnete Rolle als Arbeitgeber. Die Gesellschafter hätten auf die sich anbahnende Situation viel eher reagieren müssen. Letztlich hätten somit auch die Kontrollgremien der GmbH ihre Aufsichtspflicht verletzt.
Autor: nnzNicht offen, aber doch schon in internen Runden wird zum Theater im Theater nachgedacht. Da werden in erster Linie wirtschaftliche Betrachtungen angestellt und mitunter harte Meinungen vertreten. Die radikalste Variante geht dabei von einem totalen Personalabbau aus. Dem Haus an der Promenade soll ein straffes Management zur Seite gestellt werden und sämtliche Veranstaltungen und Aufführungen sollten eingekauft werden. Letztlich sei es dem Publikum, auch dem aus den alten Bundesländern, egal, wer auf der Bühne steht, wenn es unterhaltsame Theater-Kost angeboten bekäme.
Unverständnis herrscht auch gegenüber den Tarifforderungen des Betriebsrates und der Belegschaft. Man müsse sich an der allgemeinen wirtschaftlichen Situation orientieren. Wenn die es möglich mache, mehr auszuschütten, dann sei das in Ordnung. Letztlich aber könne das Theater nicht in einer eigenen Welt agieren, hört man in Unternehmerkreisen. In den Nordhäuser Unternehmen und Handwerksbetrieben können keine üppigen Löhne und Gehälter gezahlt werden, im Gegenteil, es werde an allen Ecken und Kanten gespart, vor allem bei den Personalkosten. Seine Ursachen findet dieser Umstand nicht in der Tatsache, dass die Unternehmer keine soziale Ader hätten, sondern weil sie dadurch vielleicht das Überleben des Betriebes retten können.
Wenig Gegenliebe finden auch Äußerungen von Mitarbeitern des Theaters in der Öffentlichkeit. Es könne nicht angehen, dass Beschäftigte ihren Arbeitgeber öffentlich als dumm verkaufen, ihm Inkompetenz und Konspirativität vorwerfen. Jeder Arbeitnehmer, der in der freien Wirtschaft tätig ist, hätte bei einem solchen Vorgehen am nächsten Tag nicht nur den blauen Brief in der Tasche, sondern auch eine handfeste Klage am Hals. Und letztlich spielen die Gesellschafter und der Aufsichtsrat auch bei einer Theater-Gesellschaft eine nicht untergeordnete Rolle als Arbeitgeber. Die Gesellschafter hätten auf die sich anbahnende Situation viel eher reagieren müssen. Letztlich hätten somit auch die Kontrollgremien der GmbH ihre Aufsichtspflicht verletzt.
