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nnz-Forum: Matthias Mitteldorf (PDS) übt Kritik an Pape und Rheinländer

Sonntag, 03. Dezember 2000, 20:10 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Vorgänge und Reaktionen auf die Demo am Samstag in Nordhausen beschäftigen gegenwärtig die kommunalen Politiker. An dieser Stelle veröffentlicht nnz eine Stellungnahmen von Stadtrat Matthias Mitteldorf (PDS):
"Der Feind steht links!" war schon vor über 70 Jahren das Motto einer Partei, die Europa und die Welt in einem nie gekannten Ausmaß ins Elend stürzte. Heute gibt es immer noch Parteien in Deutschland, die in gleicher Weise gegen Menschen anderer Hautfarbe, Religion, politischer Überzeugungen hetzen, sie bedrohen, sie sogar töten. Eine davon, die NPD, will am kommenden Samstag in Nordhausen ihr Unwesen treiben. Dagegen versammelten sich am 2.12.00 mehr als 1.000 Menschen aus unserer Stadt und Umgebung und zogen in friedlicher aber lautstarker Atmosphäre durch die Straßen, Menschen mit unterschiedlichen Politikansätzen, unterschiedlichem Denken, aber alle Antifaschisten.
Nun kommt die demokratischste aller Parteien mit ihrer Leitkultur und ihren Leitfiguren im Ortsvorstand und in der Stadtratsfraktion der CDU, Herrn Rheinländer und Herrn Pape, daher und belehren in der nnz die Bürger über die Anmelder dieser Demo als diejenigen, "...die Sympathien für linksradikale Gruppen bis hin zur RAF hegen." Auch die PDS war nebenbei Anmelder, aber diese Einstufung der CDU ist seit zehn Jahren für uns nichts Neues. Nun wird aber auch die Nordhäuser SPD, insbesondere Herr Jendricke in einer heftigen Form durch die kalten Krieger der CDU angegriffen, daß man fast sprachlos ist. Ich hoffe, daß die CDU-Verfasser "nur" einen "Sprung in der Schüssel" beim Entwerfen ihres Textes hatten, weil ihnen das Wasser bis zum Hals stand.
Schamrot sollten Pape und Co. bei einem solchen Gefasel anlaufen. Wo war die CDU vor knapp zwei Jahren, als sich Rechtsradikale vor REEMTSMA zusammenrotten wollten? Nicht mal eine Antwort zur Mitarbeit im Bündnis gegen Rechts gab es. Wo ist die innerparteiliche Kritik der CDU zu Worten wie Leitkultur, die unsere Großeltern im Nazi-Schuljargon ebenso wie völkisch oder Herrenrasse zu definieren hatten. Nachhilfeunterricht sollten diese Herren auch zum Thema Demokratie nehmen, denn ein Fremdwörterbuch reicht da wohl nicht aus. Weshalb können sich denn CDU und andere Bürger nicht einer Veranstaltung anschließen, die eben andere organisiert haben? Soll wieder alles von oben aus der CDU-Landeshauptstadt Erfurt kommen? Bereiten diese Herren schon wieder einen Alleinvertretungsanspruch vor? Diese Vermutung scheint logisch, denn sonst hätte die CDU bei ihrem Demokratiegeplapper nicht solch vehementen Widerstand zum "Volksbegehren für mehr Demokratie in Thüringen" geleistet. Sonst hätte sich eine Partei von ihrem Ex-Vorsitzenden und Ex-Kanzler getrennt, statt sich mit ihm zu versöhnen, der die Bevölkerung eines Landes, ja der ganzen Welt belogen hat und dazu noch unwiederbringlichen Schaden an der Glaubwürdigkeit unseres Allgemeinwesens anrichtete.
"Dumm-dreist" titulierten viele Teilnehmer der Demonstration am Samstag den CDU-Artikel. Man wird sehen, wie es in der Nordhäuser Politik weitergeht, ob wirklich alle CDU-Mitglieder hinter den Diffamierungen von Herrn R. und Herrn P. zu uns Antifaschisten stehen. Aber eins ist Fakt: die Luft wird dünner, denn wer den Wind säht, wird...!
Autor: nnz

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