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Am Mittwoch wird geschlossen

Montag, 13. Oktober 2008, 12:55 Uhr
Der höchstgelegene Garten in Mitteldeutschland schließt in diesen Tagen seine Pforten. Wer noch mal schnell dort hin will, der sollte sich sputen...

Der Brockengarten (Foto: Dr. Gunter Karste) Der Brockengarten (Foto: Dr. Gunter Karste)

Wie in den vergangenen 18 Jahren schließt der
Brockengarten auch in diesem Jahr zu Mitte Oktober seine Pforten. Am Mittwoch um 14 Uhr findet die letzte Brockengartenführung in dieser Saison statt.

Von den insgesamt 1.800 vorhandenen Pflanzenarten aus den Hochgebirgsregionen der Welt blühen nur noch einige wenige. Zu den letzten, die in der Anlage ihre Blüten zeigen, jetzt aber auch allmählich verblühen, gehören die sog. "Wellensittich-Enziane", die im Hochland von Tibet natürlich vorkommen.

Am Mittwoch besteht somit die letzte Chance, die Blüten dieser exotisch anmutenden Enziane in Augenschein zu nehmen. Auch in diesem Jahr wurde der Brockengarten gut besucht. In der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Oktober 2008 besuchten 8.780 Nationalparkbesucher den Brockengarten. Das deutlich "gartenfreundlichere" Wetter trug dazu bei, dass in diesem Jahr deutlich mehr Gartenbesucher die Anlage bestaunten als im vergangenen Jahr.

In der Gartensaison 2008 wurden 3750 Gäste von den Brockengärtnern durch die Anlage geführt. Hinzu kamen 41 Spezialführungen für Fachleute, an denen insgesamt 1100 Personen teilnahmen. Außerdem begleiteten die Nationalpark-Ranger bei ihren Führungen 3930 Gäste durch die Anlage, denn die Besichtigung des Gartens war auch an den Wochenenden und an den Feiertagen abgesichert.

Um Schäden im nur 1000 Quadratmeter großen Schauteil des Brockengartens zu vermeiden, ist die Besichtigung der hochsensiblen Pflanzensammlung nicht ohne Begleitung eines Nationalparkmitarbeiters möglich. Der Brockengarten erfüllt im Nationalpark Harz verschiedene Aufgaben. Er dient der Forschung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit des Nationalparks. Gleichzeitig ist er ökologische Feldstation, die Renaturierungs-, Artenschutz- und Biotopschutzmaßnahmen auf dem Brockenplateau koordiniert und umsetzt.

Festzustellen bleibt, dass die Anzahl der Experten, die den Botanischen Sondergarten auf dem Brocken besuchen, stetig ansteigt. Zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Anlage trug auch die in diesem Jahr wiederholt durchgeführte "Woche der Botanischen Gärten" bei. Im Juni luden alle Botanischen Gärten in Deutschland, so auch der Brockengarten, zu zusätzlichen Sonderveranstaltungen ein.

Besonders erfreulich ist, dass - wie schon in den vergangenen Jahren - viele ausländische Gäste den Brockengarten besuchten. Es waren Gäste aus Rumänien, Belgien, Bulgarien, den Niederlanden, Türkei, Frankreich, England, USA, Japan und China in der Anlage.

Die jetzt beginnende Winterpause ist erst Mitte Mai 2009, wenn die Brockenanemone ihre ersten Blüten zeigt, beendet. Die letzten Pflanzenarten, die im Garten noch blühen, sind die so genannte "Wellensittich-Enziane". Sind sie verblüht, ist die
Brockengartensaison beendet.
Autor: nnz

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