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nnz-Forum: Wahlkampf als Schüttelreim

Montag, 13. Oktober 2008, 07:12 Uhr
Die vergangenen Tage waren in der „Leserbrief-Ecke“ der nnz von einem pseudo-politischen Geplänkel hinsichtlich der Buchstaben in den Parteinamen geprägt. Dazu der Versuch eines Schüttelreimes von einem Leser der nnz.


Liebe Leserinnen und Leser der nnz!

Es ist mir zwar etwas peinlich, altklug und vorlaut als Kassandra dastehen zu wollen. Aber mit der augenblicklichen „Parteinamenbuchstabenstreichungsdebatte“ im nnz-Forum scheint’s, sind wir bei der Art von Wahlkampf, die ich an dieser Stelle bereits mit böser Vorahnung habe heraufziehen sehen. Um nochmals mit dem Philosophen Hegel zu sprechen: Die Preußen haben nicht nur genau die Regierung, die sie verdienen, sondern auch den dazugehörigen Wahlkampf! Schüttelreime wären seine adäquate Ausdrucksweise. So etwa:

Klaut ein Wieninger das „D“, streicht der Beyer ach, o weh, ihm gleich den ganzen Namen weg. Und die Feuerberg sehr keck, meint gar noch zu guter Letzt: Mensch, Beyer, das hat nicht gefetzt! Bist doch selber kein Deucht besser, lieferst uns ans Linke Messer!

Fürchterlich, nicht wahr? Ich schlage deshalb vor, wir stellen die Polemik der Kombattanten auf eine mehr rationale Grundlage, weg von den Emotionen. So wäre denkbar, dass jede am Wettkampf der flachbrüstigsten Argumente teilnehmende Partei von der nnz eine gleiche Anzahl von virtuellen Wertungspunkten erhält. Bei jedem verbalen Schlagabtausch im Forum darf der Schreiber die Leserschaft auffordern, seinem politischen Kontrahenten innerhalb eines Tages einen Punkt abzuziehen.

Abgestimmt wird mit ja/nein per Mausklick. Wer als erster keine Punkte mehr hat, verliert beim nächsten Punktverlust seinen kompletten Namen. (Das sollte so gemacht werden, denn sonst hätten die LINKE und die Grünen gegenüber den Drei-Buchstaben-Parteien ungerechtfertigte Vorteile.) Und zur Strafe muss dann diese Partei ohne Namen anonym weiter Wahlkampf betreiben und wird später geschwärzt auf den Wahlzetteln geführt. Wenn alle ihrer Namen verlustig gingen, hätte das zudem den großen Vorteil, dass es dann vollkommener Zufall und folglich egal wäre, wo der Wähler sein Kreuzchen macht.
Klaus-Uwe Koch, ein Liberaler aus Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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