"Harzrigi international"
Freitag, 05. Juli 2002, 10:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit Montag ist das Schullandheim Harzrigi Gastgeber für zwölf Mädchen und acht Jungen aus Tschernobyl. nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg war vor Ort und sprach mit dem Leiter der Einrichtung, Peter Linsel, über Ferienaktivitäten und Zukunftspläne des Schullandheimes.
nnz: Trotz der Schulferien herrscht hier im Schullandheim Harzrigi reger Betrieb. Woher kommen Ihre kleinen Gäste?
Linsel: Normalerweise ist es bei uns in den Schulferien etwas ruhiger, aber die Attraktivität unserer Angebote, die schöne Lage des Schullandheimes und nicht zuletzt unsere gute Küche sind "schuld", dass wir den gesamten Juli Gäste haben. In der vergangenen Woche weilten 20 französische Kinder und Jugendliche im Schullandheim. Am Montag sind 20 Mädchen und Jungen aus Tschernobyl mit ihren Betreuern angekommen. Sie bleiben bis zum 14. Juli hier und werden versorgt. Anschließend wohnen sie weitere 14 Tage bei Gasteltern. Dank der großzügigen Unterstützung wird ihnen ein sehr angenehmer Aufenthalt ermöglicht. Im Anschluss daran erwarten wir 40 slowakische Kinder aus der Region Krupina und fünf Betreuer. Sie werden hier zwei angenehme Urlaubswochen verbringen. Ab 7. Juli führen wir ein einwöchiges Ferienlager mit Mädchen und Jungen aus Nordhausen und Erfurt durch.
nnz: Apropos Ferienlager, welche Aktivitäten sind geplant?
Linsel: Angeboten werden sehr viele Naturerlebnisspiele, also Natur erleben mit allen Sinnen. Darunter sind Sinnesschulungen, das Kennen lernen von heimischen Pflanzen, der Umgang mit Tieren - Pflege und Fütterung - und natürlich auch Reiten zu verstehen. Natürlich gibt es jede Menge Sport und Spiele. Wir fahren mit der Harzquerbahn nach Ilfeld. Von dort laufen wir nach Netzkater und besuchen den Rabensteiner Stollen. Auch eine Fahrt nach Bleicherode zu den Zwerglöchern ist geplant, außerdem werden wir viel wandern. Zum Abschluss des Ferienlagers wird es einen Hexenabend mit Lagerfeuer, Hexensuppe, Hexenbratwurst, Tanz und vielen Überraschungen geben. Auf der Modenschau werden die besten Hexenkostüme, die die Kinder gebastelt haben, ausgezeichnet.
nnz: Was hat sich seit Ihrer Übernahme als verantwortlicher Leiter des Schullandheimes im September vergangenen Jahres in der Einrichtung verändert?
Linsel: Entsprechend der finanziellen Möglichkeiten und der Dringlichkeit haben wir festgelegt, was zuerst in Angriff genommen werden kann. Das war die Schaffung eines neuen Küchentraktes mit Speiseraum. Dank der großzügigen Unterstützung vieler Sponsoren und der ausgezeichneten Arbeit der Jugendwerkstatt Ellrich unseres Vereins - sie nahm die baulichen Veränderungen vor - konnte diese Maßnahme am 26. April 2002 realisiert werden. An dieser Stelle möchte besonders der Möbelwerk Weißensee GmbH für die teilweise kostenlose Bereitstellung der Möbel, der Nordbrand Nordhausen GmbH für das große Rollo in der Durchreiche sowie Landrat Joachim Claus und der Kreissparkasse Nordhausen für die finanzielle Hilfe danken.
Für die Erweiterung des pädagogischen Angebots haben wir attraktive Projekte über- und neu erarbeitet. So wurden das Haustier-, das Naturerlebnis- sowie das Hexenprojekt - Brauchtum des Harzes - überarbeitet. Neu hinzugekommen sind das an Stadt- Projekt und das Projekt Methodenlernen. Zum letzt genannten Projekt wird derzeit das Personal in Jena ausgebildet.
nnz: Apropos Personal. Die Kinderbetreuung verlangt Einfühlsamkeit, pädagogische Kenntnisse und ein hohes Maß an Engagement. Wie sieht es damit im Schullandheim Harzrigi aus?
Linsel: Wir haben gegenwärtig einen sehr gut ausgebildeten Personalbestand. Die Mitarbeiter - zwei Festangestellte und vier über ABM und SAM-Tätige - sind sehr engagiert, auch über die normale Arbeitszeit hinaus. Nur so können wir jederzeit dem Namen Schullandheim gerecht werden. Leider ist die Qualität der perspektivischen Arbeit durch die neuen Reglungen des Arbeitsamtes, dass es nur noch Halbjahres-ABM geben soll, gefährdet.
nnz: Welche Maßnahmen liegen im Schullandheim in der nächsten Zeit an?
Linsel: Dringend notwenig ist der Bau eines Sportplatzes. Das wollen wir nach Möglichkeit noch bis September abschließen. Des Weiteren sind Veränderungen im Außenbereich und im sanitären Bereich geplant. Diese sollen im Frühjahr 2003 abgeschlossen sein. Geplant ist ferner der Umbau des alten Stallgebäudes. Dort sollen Unterrichtsräume geschaffen werden, auch wollen wir im nächsten Jahr mit dem Bau eines neuen Stalls für unsere Tiere beginnen.
Diese Maßnahmen werden durch den Landkreis unterstützt. Wo wir derzeit noch richtige Probleme haben, ist bei unserem Sportplatz- und dem Stallbau. Dazu benötigen wir dringend Hilfe durch Sponsoren. Das könnte beispielsweise in Form von Materialien aller Art sein, des Weiteren in Form von finanziellen Zuwendungen oder durch Erbringen von Leistungen. Wir wollen, dass sich die Kinder bei uns wohl fühlen und etwas fürs Leben lernen. Dazu müssen wir neben unserem großen Engagement auch die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Das sollte jedem bewusst sein.
nnz: Wir danken für dieses Gespräch
Autor: rhnnz: Trotz der Schulferien herrscht hier im Schullandheim Harzrigi reger Betrieb. Woher kommen Ihre kleinen Gäste?
Linsel: Normalerweise ist es bei uns in den Schulferien etwas ruhiger, aber die Attraktivität unserer Angebote, die schöne Lage des Schullandheimes und nicht zuletzt unsere gute Küche sind "schuld", dass wir den gesamten Juli Gäste haben. In der vergangenen Woche weilten 20 französische Kinder und Jugendliche im Schullandheim. Am Montag sind 20 Mädchen und Jungen aus Tschernobyl mit ihren Betreuern angekommen. Sie bleiben bis zum 14. Juli hier und werden versorgt. Anschließend wohnen sie weitere 14 Tage bei Gasteltern. Dank der großzügigen Unterstützung wird ihnen ein sehr angenehmer Aufenthalt ermöglicht. Im Anschluss daran erwarten wir 40 slowakische Kinder aus der Region Krupina und fünf Betreuer. Sie werden hier zwei angenehme Urlaubswochen verbringen. Ab 7. Juli führen wir ein einwöchiges Ferienlager mit Mädchen und Jungen aus Nordhausen und Erfurt durch.
nnz: Apropos Ferienlager, welche Aktivitäten sind geplant?
Linsel: Angeboten werden sehr viele Naturerlebnisspiele, also Natur erleben mit allen Sinnen. Darunter sind Sinnesschulungen, das Kennen lernen von heimischen Pflanzen, der Umgang mit Tieren - Pflege und Fütterung - und natürlich auch Reiten zu verstehen. Natürlich gibt es jede Menge Sport und Spiele. Wir fahren mit der Harzquerbahn nach Ilfeld. Von dort laufen wir nach Netzkater und besuchen den Rabensteiner Stollen. Auch eine Fahrt nach Bleicherode zu den Zwerglöchern ist geplant, außerdem werden wir viel wandern. Zum Abschluss des Ferienlagers wird es einen Hexenabend mit Lagerfeuer, Hexensuppe, Hexenbratwurst, Tanz und vielen Überraschungen geben. Auf der Modenschau werden die besten Hexenkostüme, die die Kinder gebastelt haben, ausgezeichnet.
nnz: Was hat sich seit Ihrer Übernahme als verantwortlicher Leiter des Schullandheimes im September vergangenen Jahres in der Einrichtung verändert?
Linsel: Entsprechend der finanziellen Möglichkeiten und der Dringlichkeit haben wir festgelegt, was zuerst in Angriff genommen werden kann. Das war die Schaffung eines neuen Küchentraktes mit Speiseraum. Dank der großzügigen Unterstützung vieler Sponsoren und der ausgezeichneten Arbeit der Jugendwerkstatt Ellrich unseres Vereins - sie nahm die baulichen Veränderungen vor - konnte diese Maßnahme am 26. April 2002 realisiert werden. An dieser Stelle möchte besonders der Möbelwerk Weißensee GmbH für die teilweise kostenlose Bereitstellung der Möbel, der Nordbrand Nordhausen GmbH für das große Rollo in der Durchreiche sowie Landrat Joachim Claus und der Kreissparkasse Nordhausen für die finanzielle Hilfe danken.
Für die Erweiterung des pädagogischen Angebots haben wir attraktive Projekte über- und neu erarbeitet. So wurden das Haustier-, das Naturerlebnis- sowie das Hexenprojekt - Brauchtum des Harzes - überarbeitet. Neu hinzugekommen sind das an Stadt- Projekt und das Projekt Methodenlernen. Zum letzt genannten Projekt wird derzeit das Personal in Jena ausgebildet.
nnz: Apropos Personal. Die Kinderbetreuung verlangt Einfühlsamkeit, pädagogische Kenntnisse und ein hohes Maß an Engagement. Wie sieht es damit im Schullandheim Harzrigi aus?
Linsel: Wir haben gegenwärtig einen sehr gut ausgebildeten Personalbestand. Die Mitarbeiter - zwei Festangestellte und vier über ABM und SAM-Tätige - sind sehr engagiert, auch über die normale Arbeitszeit hinaus. Nur so können wir jederzeit dem Namen Schullandheim gerecht werden. Leider ist die Qualität der perspektivischen Arbeit durch die neuen Reglungen des Arbeitsamtes, dass es nur noch Halbjahres-ABM geben soll, gefährdet.
nnz: Welche Maßnahmen liegen im Schullandheim in der nächsten Zeit an?
Linsel: Dringend notwenig ist der Bau eines Sportplatzes. Das wollen wir nach Möglichkeit noch bis September abschließen. Des Weiteren sind Veränderungen im Außenbereich und im sanitären Bereich geplant. Diese sollen im Frühjahr 2003 abgeschlossen sein. Geplant ist ferner der Umbau des alten Stallgebäudes. Dort sollen Unterrichtsräume geschaffen werden, auch wollen wir im nächsten Jahr mit dem Bau eines neuen Stalls für unsere Tiere beginnen.
Diese Maßnahmen werden durch den Landkreis unterstützt. Wo wir derzeit noch richtige Probleme haben, ist bei unserem Sportplatz- und dem Stallbau. Dazu benötigen wir dringend Hilfe durch Sponsoren. Das könnte beispielsweise in Form von Materialien aller Art sein, des Weiteren in Form von finanziellen Zuwendungen oder durch Erbringen von Leistungen. Wir wollen, dass sich die Kinder bei uns wohl fühlen und etwas fürs Leben lernen. Dazu müssen wir neben unserem großen Engagement auch die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Das sollte jedem bewusst sein.
nnz: Wir danken für dieses Gespräch
