Keine Gefahr durch Basel II
Freitag, 05. Juli 2002, 07:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit Monaten verunsichert der Begriff Basel II den deutschen Mittelstand. Dabei geht um eine Neuregelung der Eigenkapitalgrundsätze, von denen Unternehmer fürchteten, sie würden Kredite zukünftig nur noch unter erschwerten Bedingungen oder überhaupt nicht mehr erhalten können. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) beruhigte nun die Mittelständler, wie nnz zu berichten weiß.
Er habe den Eindruck - so der Bundeskanzler - dass ein Ergebnis bei den laufenden Verhandlungen möglich sei, dass den berechtigten Finanzierungsanliegen des deutschen Mittelstandes gerecht werde, so Schröder. Dank der ausgezeichneten Verhandlungsführung der deutschen Seite, besetzt mit dem Präsidenten der Bundesanstalt für Dienstleistungsaufsicht, Jochen Sanio und dem Bundesbank-Vorstandsmitglied Edgar Meister, werde es entgegen früherer Befürchtungen nicht zu einer generellen Verteuerung von Krediten kommen, verspricht der Regierungschef. Das sehen die beiden deutschen Verhandlungsvertreter ganz ähnlich. Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Baseler Ausschusses in der kommenden Woche (10. Juli) sei der große Durchbruch gelungen. Dem Ausschuss liege ein Kompromisspaket zur Beschlussfassung vor, in dem alle Forderungen befriedigt wurden, die für den deutschen Mittelstand erhoben worden seien.
Bislang müssen die Banken Kredite mit einem Eigenkapital von acht Prozent unterlegen. Nach Basel II wird die Eigenkapitalunterlegung ab 2007 nach dem Ausfallrisiko des Kreditnehmers gestaffelt. Zunächst war geplant, das Risiko nach angelsächsischem Vorbild von Rating-Agenturen bewerten zu lassen. Für kleine Mittelständler wäre dieses Verfahren aber viel zu aufwändig. So ist inzwischen auch ein bankinternes Rating erlaubt. Zudem können Selbständige und kleine Unternehmen in so genannten Retail-Portfolios zusammen bewertet werden.
Die neuen Richtlinien sollen die Anforderungen an die Risikovorsorge der Banken international einheitlich regeln. Unter anderem sollte die Kapitalunterlegung stärker nach der Bonität der Kreditnehmer differenziert und ein Zuschlag für langlaufende Darlehen erhoben werden. Solche langfristigen Ausleihungen sind als Finanzierungsform in Deutschland aber weit verbreitet. Der Mittelstand fürchtete daher existenzbedrohende Kostensteigerungen.
Die generellen Langfristzuschläge sind laut Schröder nun vom Tisch. Sanio erläuterte, dass alle Länder ein nationales Wahlrecht erhalten sollen. Demnach könnten sie Darlehen an Firmen mit einem Jahresumsatz oder einer Bilanzsumme von maximal 500 Millionen Euro von den Aufschlägen befreien. Deutschland werde diese Option nutzen, kündigte Sanio an. Schon früher war bekannt geworden, dass kleine Betriebe zudem bei Krediten bis zu einer Million Euro wie Privatkunden behandelt werden sollen. Sie können daher auf günstigere Kreditkonditionen hoffen, weil die Banken Darlehen mit weniger Eigenkapital unterlegen müssen. Mittlere Betriebe bis zu 50 Millionen Euro Umsatz erhalten laut Sanio Anrechnungserleichterungen. Modellrechnungen hätten ergeben, dass die Baseler Bestimmungen tendenziell für den Mittelstand keine zusätzliche Belastung brächten.
In jüngster Zeit hatten kleinere Firmen beklagt, dass sich Banken zunehmend zurückhaltender bei der Vergabe von Krediten verhielten und hatten das mit den bisher befürchteten Zugangserschwernissen in Verbindung gebracht.
Autor: nnzEr habe den Eindruck - so der Bundeskanzler - dass ein Ergebnis bei den laufenden Verhandlungen möglich sei, dass den berechtigten Finanzierungsanliegen des deutschen Mittelstandes gerecht werde, so Schröder. Dank der ausgezeichneten Verhandlungsführung der deutschen Seite, besetzt mit dem Präsidenten der Bundesanstalt für Dienstleistungsaufsicht, Jochen Sanio und dem Bundesbank-Vorstandsmitglied Edgar Meister, werde es entgegen früherer Befürchtungen nicht zu einer generellen Verteuerung von Krediten kommen, verspricht der Regierungschef. Das sehen die beiden deutschen Verhandlungsvertreter ganz ähnlich. Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Baseler Ausschusses in der kommenden Woche (10. Juli) sei der große Durchbruch gelungen. Dem Ausschuss liege ein Kompromisspaket zur Beschlussfassung vor, in dem alle Forderungen befriedigt wurden, die für den deutschen Mittelstand erhoben worden seien.
Bislang müssen die Banken Kredite mit einem Eigenkapital von acht Prozent unterlegen. Nach Basel II wird die Eigenkapitalunterlegung ab 2007 nach dem Ausfallrisiko des Kreditnehmers gestaffelt. Zunächst war geplant, das Risiko nach angelsächsischem Vorbild von Rating-Agenturen bewerten zu lassen. Für kleine Mittelständler wäre dieses Verfahren aber viel zu aufwändig. So ist inzwischen auch ein bankinternes Rating erlaubt. Zudem können Selbständige und kleine Unternehmen in so genannten Retail-Portfolios zusammen bewertet werden.
Die neuen Richtlinien sollen die Anforderungen an die Risikovorsorge der Banken international einheitlich regeln. Unter anderem sollte die Kapitalunterlegung stärker nach der Bonität der Kreditnehmer differenziert und ein Zuschlag für langlaufende Darlehen erhoben werden. Solche langfristigen Ausleihungen sind als Finanzierungsform in Deutschland aber weit verbreitet. Der Mittelstand fürchtete daher existenzbedrohende Kostensteigerungen.
Die generellen Langfristzuschläge sind laut Schröder nun vom Tisch. Sanio erläuterte, dass alle Länder ein nationales Wahlrecht erhalten sollen. Demnach könnten sie Darlehen an Firmen mit einem Jahresumsatz oder einer Bilanzsumme von maximal 500 Millionen Euro von den Aufschlägen befreien. Deutschland werde diese Option nutzen, kündigte Sanio an. Schon früher war bekannt geworden, dass kleine Betriebe zudem bei Krediten bis zu einer Million Euro wie Privatkunden behandelt werden sollen. Sie können daher auf günstigere Kreditkonditionen hoffen, weil die Banken Darlehen mit weniger Eigenkapital unterlegen müssen. Mittlere Betriebe bis zu 50 Millionen Euro Umsatz erhalten laut Sanio Anrechnungserleichterungen. Modellrechnungen hätten ergeben, dass die Baseler Bestimmungen tendenziell für den Mittelstand keine zusätzliche Belastung brächten.
In jüngster Zeit hatten kleinere Firmen beklagt, dass sich Banken zunehmend zurückhaltender bei der Vergabe von Krediten verhielten und hatten das mit den bisher befürchteten Zugangserschwernissen in Verbindung gebracht.
