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Der Deutschen liebstes Obst

Mittwoch, 01. Oktober 2008, 13:51 Uhr
Hätten Sie’s gewusst? Äpfel sind nach wie vor das beliebteste Obst der Deutschen. 32 Kilogramm betrug der Pro-Kopf-Verbrauch im Durchschnitt im vergangenen Jahr.

Äpfel enthalten wenig Kalorien, stecken aber dennoch voller „Kraft“: Reichlich enthalten sind die Vitamine C und B6 sowie die Mineralstoffe Kalium und Eisen. Ballaststoffe, besonders Pektin, machen den Apfel nicht nur knackig, sondern wirken positiv auf Blutzucker- und Cholesterinspiegel, schützen den Darm vor Erkrankungen und sorgen für eine langanhaltende Sättigung.

Es wird geschätzt, dass es heute rund 25.000 Apfelsorten in der Welt gibt. Über 70 Prozent der weltweiten Obsternte sind Äpfel, doch nicht jeder Apfel wächst in jedem Klima.

lift (Foto: lift) lift (Foto: lift)


Einer, der sich mit Äpfeln auskennt, ist Stefan Reinicke aus Berga. Der studierte Landwirt befasst sich seit vielen Jahren mit den faustgroßen, runden Früchten – vor allem mit den heimischen Sorten, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Welche es davon gibt, was man aus ihnen alles machen kann, wie sie sich am besten lagern lassen und noch viele weitere Informationen gibt Stefan Reinicke am Mittwoch, 8. Oktober ab 15 Uhr im Nordhäuser Mehrgenerationenhaus (MEGEHA) in der Reichsstraße 12 bei einem Informationsnachmittag „Rund um den Apfel“.

Einige der in der hiesigen Region verbreiteten Apfelsorten haben Namen wie „Nordhäuser Winterforelle“, „Schöner von Nordhausen“, „Kaiser Wilhelm“, „Prinz Albrecht“ oder „Grafensteiner“. Viele haben alte Apfelbäume in ihrem Garten und wissen nicht, um welche Sorte es sich eigentlich handelt. Apfelexperte Reinicke bietet an diesem Nachmittag nicht nur die Bestimmung der Sorte an (bringen Sie einfach einige Äpfel aus ihrem Garten mit), sondern gibt auch Tipps zur Lagerung, zu Baumpflege und Veredelung sowie zum Schutz vor Baumerkrankungen von Obstbäumen.
Die botanisches Bezeichnung ist „Pyrus malus“ für den Wildapfel und „Malus domestica“ für die Kultursorten. Äpfel zählen zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Urapfel war eine sauere, harte Frucht. Vom wilden Holzapfel bis zu den heutigen Tafeläpfeln war es ein langer Weg. Durch Züchtung, Selektierung und Veredelung entstanden ständig neue Sorten oder alte Sorten wurden weiterentwickelt.

Die Heimat des Apfels ist übrigens Kasachstan (Alma Ata = Stadt der Äpfel), von dort aus kam er über Griechenland nach Italien, die Römer brachten ihn mit an den Rhein. In Germanien gab es zuvor nur den Holzapfel. Die Veredelungstechnik, das Pfropfen (lat. propagare = fortpflanzen), lernten die Germanen von den Römern.

Sortenreine Apfelbäume kann man weder durch Samen noch durch Stecklinge vermehren, alle Sorten müssen gepfropft werden (vegetative Vermehrung). Wichtige Unterscheidungs- und Qualitätsmerkmale sind heute nicht nur der Geschmack, sondern auch Reife, Lagerfähigkeit, Farbe und Größe.

Kennt sich aus mit Äpfeln: Stefan Reinicke aus Berga. Der studierte Landwirt informiert am Mittwoch, 8. Oktober, um 15 Uhr im Nordhäuser Mehrgenerationenhaus über heimische Apfelsorten. Foto: LIFT GmbH
Autor: nnz

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