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Der „Neue“ kommt aus Israel

Dienstag, 23. September 2008, 12:30 Uhr
Wenn man mit solcher Stimme „ausgestattet“ ist, wie sie Amit Friedman (Bassbariton) hat, dann spielt man Rollen auf der Bühne, die altersmäßig einem weit voraus sein können. Beispielsweise in jungen Jahren einen erfahrenen Vater. Wir stellen den „Neuen“ vor.


Der 33jährige wird mit seinem Engagement in Thüringen gleich dreimal mit einer Vaterrolle konfrontiert. Im Sommer konnten die Zuschauer Amit Friedman bereits in „Aschenbrödel“ bei den Schlossfestspielen in Sondershausen erleben und zwar in der Rolle des Don Magnifico, dem Vater von Aschenbrödel. Wenn sich die Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH dem Publikum in Rudolstadt mit der Oper „Fidelio“ vorstellt, dann auch mit Amit Friedman in der Rolle des Rocco, dem Vater von Marzelline.

In Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ stellt sich der aus Israel stammenden Sänger erstmals nun auch seinem Publikum in Nordhausen in einer Operninszenierung mit der Rolle des Crespel vor.

Der Dichter Hoffmann verliebt sich in Stella, doch diese Liebe macht ihn unglücklich. Er sieht in Stella drei Frauen, eine davon ist Antonia, eine Sängerin. Ihren Vater, Crespel, spielt Amit Friedman. Er will seine Tochter davor bewahren, zu singen. Crespel musste bereits mit ansehen, wie ihre Mutter am Singen zu Grunde ging. Nun kann er auch seiner Tochter nicht mehr helfen.

Amit Friedmans Partnerin auf der Bühne ist Sabine Blanchard. Er schätzt sie nicht nur als Kollegin sondern auch als hervorragende Sängerin. Dass er in diesem Fall als Jüngerer den Vater spielt, stört ihn nicht: es ist eben Theater und ein Bassbariton bekommt oft solche Rollen, meint der 33jährige. In Israel hatte er bereits vor Jahren eine kleinere Rolle in „Hoffmanns Erzählungen“.

Seit vier Jahren ist der Opernsänger nun auf deutschen Bühnen zu Hause, seit September gehört er zum Ensemble der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH. Erst mit 25 Jahren hat er sich entschieden, Opernsänger zu werden. Dass es seine Stimme hergibt, war ihm jedoch schon vorher klar. Er wählte aber zunächst den Beruf des Masseurs und war als solcher drei Jahre in Israel tätig. Doch dann kam der Tag, als er sich entschied, nicht nur Opernsänger zu werden, sondern auch die seiner Meinung nach sehr guten Möglichkeiten deutscher Ausbildung zu nutzen, selbst wenn er mit gemischten Gefühlen nach Deutschland fuhr. Inzwischen hat er vieles hier kennen und schätzen gelernt. Das Nordhäuser Publikum konnte den Sänger aus Israel bereits bei der Operngala feiern.

Am kommenden Freitag hebt sich der Vorhang zur Premiere von „Hoffmanns Erzählungen“ um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen, dort wird Amit Friedmann wieder zu sehen sein.
Autor: nnz/kn

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