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Mit neuem Trainer zum Weltmeister

Montag, 01. Juli 2002, 16:10 Uhr
Nordhausen (nnz). Am heutigen Abend wird sich der Nordhäuser Stadtrat mit neuen Strukturen der Theater GmbH beschäftigen. Im Vorfeld waren diese Gegenstand der Kreisausschusssitzung. Es wurde aber auch noch mehr besprochen.


Es waren vier Prämissen, die Landrat Joachim Claus (CDU) heute den Mitgliedern des Kreisausschusses vorlegte und die bei der Enthaltung der SPD auch die Zustimmung des Gremiums fanden:
1. Der Landkreis Nordhausen kann für künftig nicht mehr Geld zur Verfügung stellen.
2. Die Sparte Schauspiel sollte erhalten werden.
3. Die personellen Konsequenzen sollen auch auf ihre finanziellen Auswirkungen beleuchtet werden.
4. Bei gegebenem Anlaß wird sich der Kreisausschuß noch einmal kurzfristig mit der Problematik beschäftigen.

Zuvor hatte Winfried Theuerkauf (SPD) versucht, den derzeitigen Diskussionsstand darzulegen. Wie die nnz bereits berichtete, gebe es seitens der Stadt Nordhausen (Hauptgesellschafter) zwei Diskussionsvarianten. Die eine geht von einer Aufsplittung in zwei GmbH (Musiktheater- und Orchester GmbH und Veranstaltungs GmbH) aus, die zweite Möglichkeit sieht eine Trennung der Gesellschaft vom Musiktheater vor.

Landrat Joachim Claus könne sich vorstellen, den Weg der Stadt Nordhausen mitzugehen, in allen Punkten des Beschlusses vom 12. Juni. Klaus Hummitzsch (PDS) hätte vor einer Entscheidung gern die Statements von Fachleuten gehört und Zahlen auf seinem Tisch gehabt. Dagmar Becker (SPD) wies nochmals darauf hin, dass ein einheitliches Handeln und Auftreten der vier Gesellschafter auch im Hinblick auf eine Entscheidung in Erfurt förderlich sei. „Ein Trainerwechsel in der laufenden Saison sei nicht immer ein probates Mittel“, so Becker und reagierte damit auf die Äußerungen von Thomas Pape (CDU).

Der hatte noch einmal die geforderte Beurlaubung der Intendantin ins Spiel gebracht. Mit dieser Leitung des Hauses, sei für ihn ein Neuanfang nicht mehr zu machen. „Ein neuer Trainer muß her, und dann wird man vielleicht sogar Weltmeister“, meinte Pape mit Blick auf den Zuckerhut und die Fußball-WM. Pape stellte aber auch klar heraus, dass die Entscheidung, die den Gesellschaftern bis zum 21. Juli abverlangt werde, eine rein politische und strategische Vorgabe sei. Eine Aufgabe der Sparte Schauspiel sei für ihn nicht nur politisch, sondern auch strategisch falsch. Die mit Zahlen untersetzten Konzepte müssten bis zum Herbst auf den Tischen von Gesellschaftern und Aufsichtsrat liegen, dann aber sollten sie personelle Konsequenzen einleiten.

Neben den Entscheidungen zur neuen Struktur im „Theater-Norden“ sieht der 1. Beigeordnete der Kreisverwaltung, Matthias Jendricke (SPD) auch das Land in der Pflicht. Es müsse vor allem von Weimar fordern, weitere Gesellschafter wie den Landkreis Weimarer Land ins Boot der Finanzierung zu holen.

Beschlossen wurde im weiteren Verlauf der heutigen Sitzung auch die Etablierung von drei Maßnahmen zur Instandsetzung des Wanderwegenetzes im Landkreis Nordhausen. Träger der Maßnahmen, die auf dem zweiten Arbeitsmarkt angesiedelt sind, soll die Lift gGmbH sein. In einem Zeitraum von drei Jahren sollen die Wanderwege im Landkreis auf den Stand vor fünf Jahren gebracht werden. Schwerpunkt soll vor allem das „Zubringersystem“ aus den Orten heraus werden. Dem Landkreis würden pro Jahr Kosten an Eigenmitteln in Höhe von 10.000 Euro entstehen. Die Rate für dieses Jahr im Nachtragshaushalt zu platzieren, wäre keine Hürde, so Jendricke. Dem entgegnete Klaus Hummitzsch, dass er da eher vorsichtig agieren würde. Einige Kreistagsmitglieder würden sich noch erschrecken, wenn die Erstellung des nachträglichen Zahlenwerkes an der Reihe sei.

Und schließlich sollten die Mitglieder des Kreisausschusses für die „Unterstützung der Errichtung eines Industriegebietes am Standort Goldene Aue“ votieren. Taten sie auch, aber nur teilweise. Die SPD- und die PDS-Vertreter enthielten sich der Stimme. „Die Stadt Nordhausen misst gegenüber der Goldenen Aue mit zweierlei Maß, wenn sie nur für den Gipskarst einen Raumordnungsplan fordere“, so Becker. Und Klaus Hummitzsch machte schließlich auf Informationsdefizite zum Entwurf des Bebauungsplanes aufmerksam. Gegen das Industriegebiet stimmten beide schließlich auch nicht. Sie hatten einfach keine Meinung ­ Enthaltung! Zu diesem Thema wird die nnz in den kommenden Tagen noch ausführlich informieren.
Autor: nnz

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