JS-special: Wirklich nur ein Verein?
Montag, 01. Juli 2002, 10:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Neue Führung mit neuen Strategien könnte das Motto lauten für das Programm des ADAC, das der seit einem Jahr amtierende Vereinschef Peter Meyer anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz verkündete. Ein nicht ganz unproblematisches Programm, wie nnz erläutert.
15 Millionen Mitglieder zählt derzeit das Unternehmen ADAC, das in der vergangenen Woche einmal mehr mit stolzen Zahlen seiner Aktivitäten aufwartete. Die Zeiten, in denen er sich als Club von motorisierten Mitgliedern verstand, deren Interessen er vertrat, gehören längst der Vergangenheit an, obwohl er es bislang immer noch verstand, sich das Flair einer großen Familie zu erhalten, die sich in viele Ortsvereine aufgliedert und vielfach auch geselliges Leben praktiziert. Nun hat es den Anschein, als würde er diesen Mantel endgültig abstreifen, um sich als knallhartes Wirtschaftsunternehmen erkennen zu geben.
Wir wollen bis 2010 mindestens 18 (derzeit 14,5) Millionen Vereinsmitglieder haben und auch mit unseren Wirtschaftstöchtern wachsen", erläuterte Peter Meyer das Programm, mit dem der ADAC seine Position als Mobilitätsdienstleister und europaweit größter Verein seiner Art deutlich ausbauen will. So bietet er ab Oktober mit einer speziell für den Automobilclub entwickelten Kraftfahrzeugversicherung ein Produkt an, das einem Angriff auf eines der traditionellsten Geschäftsfelder der Assekuranz gleicht. Was den Mitgliedern als folgerichtige Erweiterung des Dienstleistungsangebotes scheinen mag, ist in Wirklichkeit knallharter Wettbewerb unter den einschlägigen Unternehmen: Schutzbriefe, Notrufsäulen an Autobahnen und damit der Zugriff auf Pannenopfer sind nur beispielhafte Stationen in diesem harten Geschäft, bei dem der ADAC auch schon mal Federn lassen musste.
Bei diesen modifizierten Versicherungspolicen handelt es sich um ein Produkt mit nur noch einem einheitlichen und preisgünstigen Tarif über die beiden Partner Deutscher Herold und Kravag bei einem ausgeweiteten Leistungsangebot, kündigte Meyer an. Bislang hat der ADAC im Bereich Kfz-Versicherung Policen mehrerer Versicherer verkauft. Mit 60 000 Neuabschlüssen pro Jahr hielt sich das Volumen dieses Geschäftes allerdings in Grenzen. Nun sollen die beiden genannten Risikoträger die einzigen sein und bleiben.
Das Versicherungsgeschäft bildet neben dem Verlagsgeschäft und der Autovermietung den Kern der unternehmerischen Aktivitäten des Automobilclubs, die in der ADAC-Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH zusammengefasst sind. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz dort auf 730 (792) Mio. Euro zurück. Die Beitragseinnahmen des ADAC e.V. München stiegen auf 471 (455) Mio. Euro. Bei diesem Geflecht wirtschaftlicher Interessen könnte es freilich leicht wieder Diskussionen darüber geben, was der ADAC eigentlich ist. Hinter jenem Geflecht nämlich steht nach wie vor ein Verein, der steuerliche Vorteile genießt. Ob zu Recht, ist einigermaßen umstritten.
Unabhängig von derartigen Überlegungen will der Präsident den fast hundertjährigen Club vom Pannenhelfer, dessen Gelbe Engel 2001 gut 3,5 (3,4) Millionen Einsätze hatten, zum modernen Dienstleister entwickeln. Trotzdem bleibe der Mitgliedsbeitrag von derzeit 37 Euro in diesem und mindestens dem kommenden Jahr unverändert.
Autor: nnz15 Millionen Mitglieder zählt derzeit das Unternehmen ADAC, das in der vergangenen Woche einmal mehr mit stolzen Zahlen seiner Aktivitäten aufwartete. Die Zeiten, in denen er sich als Club von motorisierten Mitgliedern verstand, deren Interessen er vertrat, gehören längst der Vergangenheit an, obwohl er es bislang immer noch verstand, sich das Flair einer großen Familie zu erhalten, die sich in viele Ortsvereine aufgliedert und vielfach auch geselliges Leben praktiziert. Nun hat es den Anschein, als würde er diesen Mantel endgültig abstreifen, um sich als knallhartes Wirtschaftsunternehmen erkennen zu geben.
Wir wollen bis 2010 mindestens 18 (derzeit 14,5) Millionen Vereinsmitglieder haben und auch mit unseren Wirtschaftstöchtern wachsen", erläuterte Peter Meyer das Programm, mit dem der ADAC seine Position als Mobilitätsdienstleister und europaweit größter Verein seiner Art deutlich ausbauen will. So bietet er ab Oktober mit einer speziell für den Automobilclub entwickelten Kraftfahrzeugversicherung ein Produkt an, das einem Angriff auf eines der traditionellsten Geschäftsfelder der Assekuranz gleicht. Was den Mitgliedern als folgerichtige Erweiterung des Dienstleistungsangebotes scheinen mag, ist in Wirklichkeit knallharter Wettbewerb unter den einschlägigen Unternehmen: Schutzbriefe, Notrufsäulen an Autobahnen und damit der Zugriff auf Pannenopfer sind nur beispielhafte Stationen in diesem harten Geschäft, bei dem der ADAC auch schon mal Federn lassen musste.
Bei diesen modifizierten Versicherungspolicen handelt es sich um ein Produkt mit nur noch einem einheitlichen und preisgünstigen Tarif über die beiden Partner Deutscher Herold und Kravag bei einem ausgeweiteten Leistungsangebot, kündigte Meyer an. Bislang hat der ADAC im Bereich Kfz-Versicherung Policen mehrerer Versicherer verkauft. Mit 60 000 Neuabschlüssen pro Jahr hielt sich das Volumen dieses Geschäftes allerdings in Grenzen. Nun sollen die beiden genannten Risikoträger die einzigen sein und bleiben.
Das Versicherungsgeschäft bildet neben dem Verlagsgeschäft und der Autovermietung den Kern der unternehmerischen Aktivitäten des Automobilclubs, die in der ADAC-Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH zusammengefasst sind. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz dort auf 730 (792) Mio. Euro zurück. Die Beitragseinnahmen des ADAC e.V. München stiegen auf 471 (455) Mio. Euro. Bei diesem Geflecht wirtschaftlicher Interessen könnte es freilich leicht wieder Diskussionen darüber geben, was der ADAC eigentlich ist. Hinter jenem Geflecht nämlich steht nach wie vor ein Verein, der steuerliche Vorteile genießt. Ob zu Recht, ist einigermaßen umstritten.
Unabhängig von derartigen Überlegungen will der Präsident den fast hundertjährigen Club vom Pannenhelfer, dessen Gelbe Engel 2001 gut 3,5 (3,4) Millionen Einsätze hatten, zum modernen Dienstleister entwickeln. Trotzdem bleibe der Mitgliedsbeitrag von derzeit 37 Euro in diesem und mindestens dem kommenden Jahr unverändert.
