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Ohl: Politische Hintergründe?

Samstag, 29. Juni 2002, 12:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Betrugsvorwürfe, Hausdurchsuchung - der SPD-Bundestagsabgeordnete Eckhard Ohl hat sich den Wahlkampf für den Bundestag eigentlich anders vorgestellt. nnz unterhielt sich heute mit ihm.


Die Aufhebung der Immunität hat ihn doch betroffen gemacht, kam sie für Ohl sehr überraschend. Zumal die eigentliche Anzeige (siehe nnz-Archiv) nach seinen Aussagen im Herbst vergangenen Jahres gestellt wurde. Warum, so Ohl, wird jetzt erst durch die Mühlhäuser Staatsanwaltschaft mit derartigen „überzogenen Maßnahmen“ reagiert? Mitten im Wahlkampf?

„Ich vermute ein politisches Motiv hinter den Anzeigen“, so Ohl gegenüber der nnz. Was hatten sich die Staatsanwälte von der Durchsuchung seiner Wohnung und seines Wahlbüros versprochen? Rechnungen gab es nicht, denn Geld sei nie geflossen. Einer der Architekten, er soll mit dem früheren Bundesarbeitsminister Blühm verwandt sein, habe einen entsprechenden Zivilgerichtsprozeß bereits verloren. Auch ein zweites Verfahren wegen Insolvenzverschleppung gegen den Geschäftsführer der vom Mühlhäuser DRK gegründeten GmbH sei in diesem Jahr niedergeschlagen worden, berichtet Ohl.

In der kommenden Woche wird sich Eckhard Ohl erst einmal gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt Richard Dewes Akteneinsicht in Mühlhausen verschaffen. Am Mittwoch das gleiche Prozedere in Berlin. Dann sollen die Akten des Immunitätsausschusses, in dem auch Manfred Grund (CDU) einen Sitz hat, eingesehen werden.

Ohl ist sich gegenüber nnz sicher, dass die „Blase“ binnen der nächsten zwei Wochen platzt und dass er aus dieser gegen ihn entfachten Kampagne gestärkt hervorgehen werde. „Dann werden die normalen Menschen sehen, dass ich mir nie und nimmer habe etwas zu Schulden kommen lassen.“
Autor: nnz

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