nnz-doku: Ein Jahr vereint
Sonntag, 14. September 2008, 09:45 Uhr
Vor einem Jahr – am 8. September 2007 – war auch im Landkreis Nordhausen dIE LINKE gegründet worden. Für die nnz ziehen die beiden Sprecher ihre anz eigenen Bilanz...
Alexander Scharff: Nach einem Jahr seit der Wahl des Kreisvorstandes hat sich im Kreisverband viel getan. Nicht immer waren Rainer Bachmanns und meine Vorschläge unumstritten, nicht immer waren die Diskussionen leicht. Trotzdem, so denke ich, haben wir es geschafft, den Kreisverband in eine innovative und leistungsfähige Einheit umzustrukturieren.
Nach langer Diskussion haben wir die Entscheidung getroffen, aus finanziellen und organisatorischen Gründen die Geschäftsstelle in der Wilhelm-Nebelung-Strasse zu schließen und mit unserem Landtagsabgeordneten Werner Buse eine gemeinsame Geschäftsstelle in der Barfüßerstraße 18 einzurichten. Dies wurde umgesetzt.
Aber auch im Kreisvorstand tat sich einiges. Eine neue Aufgabenverteilung bildet die Grundlage für die Arbeit des Vorstandes. Dabei gilt der Bereich Finanzen unter der Leitung von Dietrich Bahn im landesweiten Vergleich als beispielgebend. Mit den Mitgliedsbeiträge und Spenden wird sorgsam umgegangen. Dadurch konnten für das Superwahljahr 2009 Gelder für einen bescheidenen Wahlkampffonds angespart werden.
Unsere älteren Mitglieder werden neben dem Kreisvorstand durch die AG Senioren hervorragend betreut. Der Internetauftritt des Kreisverbandes wird durch Ralf Bayer gepflegt, ebenso wie die technische Ausstattung der Geschäftsstelle. Aber auch auf Landesebene treten wir als Kreisverband selbstbewusst auf und bringen kontinuierlich eigene Vorschläge ein.
Mit der Kreisverbänden Nordthüringens haben wir regelmäßige Beratungen eingeführt die Synergieeffekte für alle Beteiligten erbringen. Die Mitgliederverwaltung wurde vor kurzem auf das neue bundweite Intranet der Gesamtpartei umgestellt. Das Ziel des Volksbegehrens von rund 8.000 Unterschriften im ganzen Landkreis wurde unter schwersten Anstrengungen in diesem Sommer erfolgreich zu Ende geführt.
Die Arbeit der Basisorganisationen und Arbeitsgemeinschaften ist derzeit vielerorts als gut oder sehr gut einzuschätzen. Probleme gibt es nach wie vor noch in der BO Heringen und der Linksjugend [´solid]. Aber auch hier sind wir zuversichtlich in der kommenden Zeit eine Lösung für die Probleme herbeizuführen.
Für die zweite Hälfte der Wahldauer des Kreisvorstandes haben wir uns viel vorgenommen. Die Jugendarbeit steht neben der Wahlkampfvorbereitung im Mittelpunkt unseres Engagements. Zeitnah findet daher eine erste Zusammenkunft aller Mitglieder bis zum 35. Lebensjahr statt. Ein vom Kreisvorstand berufenes Wahlteam bereitet unter meiner Leitung die Wahlkämpfe und die organisatorischen Belange im Zuge des bevorstehenden Superwahljahres vor. Ebenso steht die Rentenkampagne unter Leitung von Rainer Bachmann, eine Antikriegsaktion und eine kreisweite Vorwahlkampftour an.
Ich hoffe auf weitere erfolgreiche Monate und natürlich erfolgreiche Wahlergebnisse im Landkreis, Land und der gesamten Bundesrepublik im kommenden Jahr.
Rainer Bachmann:Am 08.09.2007 haben wir in würdiger Form in der Fachhochschule unsere Gründungsversammlung durchgeführt und den neuen Kreisvorstand gewählt.
Nach nunmehr einem Jahr kann der Kreisverband auf den verschiedensten Politikfeldern eine positive Bilanz ziehen. Auf dem ersten gemeinsamen Bundesparteitag in Cottbus, auf dem wir mit fünf Mitgliedern unseres Kreisverbandes vertreten waren, wurde ein Jahr nach der Gründung der Linken eine neue Parteiführung gewählt. Wir sind personell im Bundesvorstand gut aufgestellt und es wurden richtungweisende Beschlüsse gefasst wie z.B. das 50 Milliarden Euro schwere Investitionsprogramm für Bildung, Gesundheit, Umwelt und Arbeit.
Das neue Selbstbewusstsein spiegelt sich auch bei uns vor Ort wider. 24 Neumitglieder, vor allem junge Menschen, sind in unseren Kreisverband eingetreten. Oder ich erinnere an die Artikel in den Nordhäuser Zeitungen zum Neujahrsempfang mit Bodo Ramelow oder zur Gesamtmitgliederversammlung am 27. Juni dieses Jahres. Wann waren schon mal zwei Presseleute in unseren Veranstaltungen und haben positiv geschrieben? Ich kann mich nicht erinnern.
An dieser Stelle sei auch an das Sechs-Augen-Gespräch beim Landesvorsitzenden Knut Korschewsky erinnert. Er hatte unseren Kreisverband als einen zuverlässigen Partner im Thüringer Landesverband bezeichnet, der ein gewichtiges Wort auch unter den vier nördlichen Kreisverbänden mitredet.
Das waren positive Ergebnisse. Nicht zufrieden können wir mit den Anfangsergebnissen zum Volksbegehren sein. Wir lagen in den ersten Wochen immer auf den letzten Plätzen. Offensichtlich haben es einige Vertreter des Bündnisses nicht so ernst genommen und gedacht, die Stimmen sammeln sich von ganz allein. Auch einige aus unserer Partei haben sich nicht übernommen. Durch große Kraftanstrengungen in den letzten drei Wochen haben wir Tag für Tag aufgeholt und letztlich die Zielstellung von 10 Prozent der Wählerstimmen mit einem guten Polster von 11,34 Prozent erreicht.
Es war schon ein erhabenes Gefühl, als am 4. August im Erfurter Kaisersaal die über 250 Tausend gesammelten Unterschriften der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Ralf-Uwe Beck hat den Regionalverantwortlichen und den vielen fleißigen ehrenamtlichen Sammlern Dank und Anerkennung ausgesprochen. Ich möchte diesen Dank weitergeben.
Was hat uns die Unterschriftensammlung an den Ständen mit dem sprichwörtlichen Klemmbrett bisher gebracht? Die wirtschaftliche Lage unserer Bevölkerung im Südharz ist ernster als man sich das vorstellen kann. Die Erwartungen an die Linken sind sehr hoch. Wir müssen alles unternehmen, damit wir unsere potentiellen Wähler nicht enttäuschen. Die vielen Einzelgespräche haben gezeigt, dass wir mit unseren Schwerpunktthemen, wie Abschaffung des Rentenalters mit 67 Jahren, Einsatz für Mindestlöhne, Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit, Zurückdrängung der Leiharbeit und Abbau der Minijobs, entschlossene Bekämpfung der Kinderarmut, Weg mit Hartz IV und hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und letztlich Beendigung des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan, den Nerv der Menschen treffen.
Diese Form der Gespräche mit unserer Bevölkerung auf der Straße werden wir im kommenden Superwahljahr weiter stärker nutzen. Unsere Aufmerksamkeit wird sich vor allem an die Bevölkerungsschichten richten, die bisher nicht links gewählt haben. Ich weiß, dass das nicht leicht ist. Aber wir wollen in den nächsten Wochen im Vorwahlkampf mit Ständen vor Ort präsent sein und unsere Rentenkampagne, unsere Wahlstrategie mit entsprechenden Themen und Aufrufen zur Kandidatur auf unseren offenen Listen und Mitgliederwerbung der Bevölkerung gegenübertreten.
Autor: nnzAlexander Scharff: Nach einem Jahr seit der Wahl des Kreisvorstandes hat sich im Kreisverband viel getan. Nicht immer waren Rainer Bachmanns und meine Vorschläge unumstritten, nicht immer waren die Diskussionen leicht. Trotzdem, so denke ich, haben wir es geschafft, den Kreisverband in eine innovative und leistungsfähige Einheit umzustrukturieren.
Nach langer Diskussion haben wir die Entscheidung getroffen, aus finanziellen und organisatorischen Gründen die Geschäftsstelle in der Wilhelm-Nebelung-Strasse zu schließen und mit unserem Landtagsabgeordneten Werner Buse eine gemeinsame Geschäftsstelle in der Barfüßerstraße 18 einzurichten. Dies wurde umgesetzt.
Aber auch im Kreisvorstand tat sich einiges. Eine neue Aufgabenverteilung bildet die Grundlage für die Arbeit des Vorstandes. Dabei gilt der Bereich Finanzen unter der Leitung von Dietrich Bahn im landesweiten Vergleich als beispielgebend. Mit den Mitgliedsbeiträge und Spenden wird sorgsam umgegangen. Dadurch konnten für das Superwahljahr 2009 Gelder für einen bescheidenen Wahlkampffonds angespart werden.
Unsere älteren Mitglieder werden neben dem Kreisvorstand durch die AG Senioren hervorragend betreut. Der Internetauftritt des Kreisverbandes wird durch Ralf Bayer gepflegt, ebenso wie die technische Ausstattung der Geschäftsstelle. Aber auch auf Landesebene treten wir als Kreisverband selbstbewusst auf und bringen kontinuierlich eigene Vorschläge ein.
Mit der Kreisverbänden Nordthüringens haben wir regelmäßige Beratungen eingeführt die Synergieeffekte für alle Beteiligten erbringen. Die Mitgliederverwaltung wurde vor kurzem auf das neue bundweite Intranet der Gesamtpartei umgestellt. Das Ziel des Volksbegehrens von rund 8.000 Unterschriften im ganzen Landkreis wurde unter schwersten Anstrengungen in diesem Sommer erfolgreich zu Ende geführt.
Die Arbeit der Basisorganisationen und Arbeitsgemeinschaften ist derzeit vielerorts als gut oder sehr gut einzuschätzen. Probleme gibt es nach wie vor noch in der BO Heringen und der Linksjugend [´solid]. Aber auch hier sind wir zuversichtlich in der kommenden Zeit eine Lösung für die Probleme herbeizuführen.
Für die zweite Hälfte der Wahldauer des Kreisvorstandes haben wir uns viel vorgenommen. Die Jugendarbeit steht neben der Wahlkampfvorbereitung im Mittelpunkt unseres Engagements. Zeitnah findet daher eine erste Zusammenkunft aller Mitglieder bis zum 35. Lebensjahr statt. Ein vom Kreisvorstand berufenes Wahlteam bereitet unter meiner Leitung die Wahlkämpfe und die organisatorischen Belange im Zuge des bevorstehenden Superwahljahres vor. Ebenso steht die Rentenkampagne unter Leitung von Rainer Bachmann, eine Antikriegsaktion und eine kreisweite Vorwahlkampftour an.
Ich hoffe auf weitere erfolgreiche Monate und natürlich erfolgreiche Wahlergebnisse im Landkreis, Land und der gesamten Bundesrepublik im kommenden Jahr.
Rainer Bachmann:Am 08.09.2007 haben wir in würdiger Form in der Fachhochschule unsere Gründungsversammlung durchgeführt und den neuen Kreisvorstand gewählt.
Nach nunmehr einem Jahr kann der Kreisverband auf den verschiedensten Politikfeldern eine positive Bilanz ziehen. Auf dem ersten gemeinsamen Bundesparteitag in Cottbus, auf dem wir mit fünf Mitgliedern unseres Kreisverbandes vertreten waren, wurde ein Jahr nach der Gründung der Linken eine neue Parteiführung gewählt. Wir sind personell im Bundesvorstand gut aufgestellt und es wurden richtungweisende Beschlüsse gefasst wie z.B. das 50 Milliarden Euro schwere Investitionsprogramm für Bildung, Gesundheit, Umwelt und Arbeit.
Das neue Selbstbewusstsein spiegelt sich auch bei uns vor Ort wider. 24 Neumitglieder, vor allem junge Menschen, sind in unseren Kreisverband eingetreten. Oder ich erinnere an die Artikel in den Nordhäuser Zeitungen zum Neujahrsempfang mit Bodo Ramelow oder zur Gesamtmitgliederversammlung am 27. Juni dieses Jahres. Wann waren schon mal zwei Presseleute in unseren Veranstaltungen und haben positiv geschrieben? Ich kann mich nicht erinnern.
An dieser Stelle sei auch an das Sechs-Augen-Gespräch beim Landesvorsitzenden Knut Korschewsky erinnert. Er hatte unseren Kreisverband als einen zuverlässigen Partner im Thüringer Landesverband bezeichnet, der ein gewichtiges Wort auch unter den vier nördlichen Kreisverbänden mitredet.
Das waren positive Ergebnisse. Nicht zufrieden können wir mit den Anfangsergebnissen zum Volksbegehren sein. Wir lagen in den ersten Wochen immer auf den letzten Plätzen. Offensichtlich haben es einige Vertreter des Bündnisses nicht so ernst genommen und gedacht, die Stimmen sammeln sich von ganz allein. Auch einige aus unserer Partei haben sich nicht übernommen. Durch große Kraftanstrengungen in den letzten drei Wochen haben wir Tag für Tag aufgeholt und letztlich die Zielstellung von 10 Prozent der Wählerstimmen mit einem guten Polster von 11,34 Prozent erreicht.
Es war schon ein erhabenes Gefühl, als am 4. August im Erfurter Kaisersaal die über 250 Tausend gesammelten Unterschriften der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Ralf-Uwe Beck hat den Regionalverantwortlichen und den vielen fleißigen ehrenamtlichen Sammlern Dank und Anerkennung ausgesprochen. Ich möchte diesen Dank weitergeben.
Was hat uns die Unterschriftensammlung an den Ständen mit dem sprichwörtlichen Klemmbrett bisher gebracht? Die wirtschaftliche Lage unserer Bevölkerung im Südharz ist ernster als man sich das vorstellen kann. Die Erwartungen an die Linken sind sehr hoch. Wir müssen alles unternehmen, damit wir unsere potentiellen Wähler nicht enttäuschen. Die vielen Einzelgespräche haben gezeigt, dass wir mit unseren Schwerpunktthemen, wie Abschaffung des Rentenalters mit 67 Jahren, Einsatz für Mindestlöhne, Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit, Zurückdrängung der Leiharbeit und Abbau der Minijobs, entschlossene Bekämpfung der Kinderarmut, Weg mit Hartz IV und hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und letztlich Beendigung des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan, den Nerv der Menschen treffen.
Diese Form der Gespräche mit unserer Bevölkerung auf der Straße werden wir im kommenden Superwahljahr weiter stärker nutzen. Unsere Aufmerksamkeit wird sich vor allem an die Bevölkerungsschichten richten, die bisher nicht links gewählt haben. Ich weiß, dass das nicht leicht ist. Aber wir wollen in den nächsten Wochen im Vorwahlkampf mit Ständen vor Ort präsent sein und unsere Rentenkampagne, unsere Wahlstrategie mit entsprechenden Themen und Aufrufen zur Kandidatur auf unseren offenen Listen und Mitgliederwerbung der Bevölkerung gegenübertreten.
