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Kernbohrer

Donnerstag, 11. September 2008, 19:06 Uhr
Im Rahmen der geplanten Sanierung des Museums „Flohburg“ ist zurzeit der Kunsthistoriker und freiberufliche Bauforscher Frank Högg im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege voll beschäftigt. Er versucht, durch Untersuchungen im Dachgebälk die Geschichte des Hauses auch von Seiten der Bauforschung zu erkunden.

Kernbohrer (Foto: I. Bergmann) Kernbohrer (Foto: I. Bergmann)

„Unsere Analysen stützen sich auf die Dendrochronologie, der Wachstumsphasen des Holzes“, erklärt er. 1506 ist der Bau der „Flohburg“ in den Archiven vermerkt. „An Hand der entnommenen Bohrkerne aus dem Gebälk des Haupthauses können wir dieses Jahr bestätigen oder eventuell revidieren.“ Am Bohrkern erkenne manan den Jahresringbreiten die ganz spezielle Wuchsspezifik und könne so eine repräsentative Bauzeit bestimmen. Auch könne man am Balken an den Werkzeugspuren erkennen, mit welchem Werkzeug gearbeitet wurde, was wiederum Aufschluss auf die Bauzeit gebe.

Eine Besonderheit im Gebäude sei die Bohlenstube im Mittelgeschoss. Dies könnte ein kompletter alter Holzraum gewesen sein, wie es ihn noch zum Beispiel in Stolberg gibt. In Nordhausen wäre es der einzig erhaltene Holzraum dieser Art, erklärt der Bauforscher. Über der Bohlendecke gebe es einen 1,2 Meter hohen geschlossenen Raum, den die Mitarbeiter für ihre Untersuchung durch ein jahrzehntelang geschlossenes Fenster von außen betreten, um auch hier die Bohrkerne zur Datierung der Holzdecke zu entnehmen. Der Raum hat einen Estrich-Boden und Högg nimmt an, dass er eventuell als Feuerschutz für den Holzraum gebaut wurde.

Am kommenden Sonntag können Interessierte am Tag des Denkmals auch das Museum „Flohburg“ besichtigen.
Autor: nnz

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