Alles wird neu und anders
Sonntag, 07. September 2008, 17:28 Uhr
Sonntage haben es der bundesdeutschen Sozialdemokratie angetan. An diesen Wochentagen werden Personalien verkündet. Die nnz fragte im Landkreis Nordhausen nach...
Heute nun wurde wieder einmal die Demontage eines Parteivorsitzenden beendet. Diesmal war es Kurt Beck, der von den Medien und den eigenen Leuten in die politische Provinz zurückdelegiert wurde. Nicht nur, daß dessen Intimfeind, der Herr Müntefering, ihn nun wieder beerben soll, nein, er hat nicht mal mehr das Vorschlagsrecht für einen Kanzlerkandidaten bekommen. Dass er sich nicht mehr selbst vorschlagen kann, das war längst auch den Provinzlern klar, aber er hätte es tun können.
Und so wurde denn Kurt Beck von einem Ministerial-Bürokraten namens Steinmeier und einem fleischgewordenen Aktenschrank, wie es der SPIEGEL einmal ausdrückte, namens Heil abgesägt. Zumindest verkündeten diese beiden Herren vor einigen Minuten das vorläufige Ende des Machtspiels.
Und natürlich – bei Herrn Steinmeier war es übrigens das gleiche Gesicht, das er bei der Verkündung des Endes einer Geiselbefreiung aufsetzt – zeigte man sich überrascht und zollte dem Kurt Beck seinen vollsten Respekt. Fazit; Das ist doch einfach eklig und fällt selbst dem uninteressiertesten Politbeobachter als Spiel unter der Gürtellinie auf. Und natürlich werden sich jetzt wieder die Damen und Herren Genossen in der zweiten und dritten Reihe zu Wort melden und verkünden, daß nun ein Ruck durch die Partei gehe, das sie wieder zur Geschlossenheit finde und: die Bundestagswahl im kommenden Jahr gewinnen werde. Dem Frank-Walter und dem Franz sei Dank. Apropos: Während Franz Müntefering noch die beiden Worte Genossinnen und Genossen einfallen, ließ sich der deutsche Außenminister immerhin zu Parteimitgliedern hinreißen. Aber das nur nebenbei.
An der Basis im Landkreis Nordhausen sieht man das ein wenig anders, nicht so euphorisch und erfolgreich. Ich bin sehr enttäuscht über das Vorgehen in der Parteiführung. Einen solchen Abgang hat Kurt Beck, der die Partei in einer schwierigen Zeit übernommen und geführt hat, nicht verdient. Aus purer Angst vor Umfragewerten wird das Personal ausgetauscht. Mit einem fairen Umgang hat das nichts mehr zu tun, so SPD-Kreisvorsitzende Dagmar Becker gegenüber der nnz.
Autor: nnzHeute nun wurde wieder einmal die Demontage eines Parteivorsitzenden beendet. Diesmal war es Kurt Beck, der von den Medien und den eigenen Leuten in die politische Provinz zurückdelegiert wurde. Nicht nur, daß dessen Intimfeind, der Herr Müntefering, ihn nun wieder beerben soll, nein, er hat nicht mal mehr das Vorschlagsrecht für einen Kanzlerkandidaten bekommen. Dass er sich nicht mehr selbst vorschlagen kann, das war längst auch den Provinzlern klar, aber er hätte es tun können.
Und so wurde denn Kurt Beck von einem Ministerial-Bürokraten namens Steinmeier und einem fleischgewordenen Aktenschrank, wie es der SPIEGEL einmal ausdrückte, namens Heil abgesägt. Zumindest verkündeten diese beiden Herren vor einigen Minuten das vorläufige Ende des Machtspiels.
Und natürlich – bei Herrn Steinmeier war es übrigens das gleiche Gesicht, das er bei der Verkündung des Endes einer Geiselbefreiung aufsetzt – zeigte man sich überrascht und zollte dem Kurt Beck seinen vollsten Respekt. Fazit; Das ist doch einfach eklig und fällt selbst dem uninteressiertesten Politbeobachter als Spiel unter der Gürtellinie auf. Und natürlich werden sich jetzt wieder die Damen und Herren Genossen in der zweiten und dritten Reihe zu Wort melden und verkünden, daß nun ein Ruck durch die Partei gehe, das sie wieder zur Geschlossenheit finde und: die Bundestagswahl im kommenden Jahr gewinnen werde. Dem Frank-Walter und dem Franz sei Dank. Apropos: Während Franz Müntefering noch die beiden Worte Genossinnen und Genossen einfallen, ließ sich der deutsche Außenminister immerhin zu Parteimitgliedern hinreißen. Aber das nur nebenbei.
An der Basis im Landkreis Nordhausen sieht man das ein wenig anders, nicht so euphorisch und erfolgreich. Ich bin sehr enttäuscht über das Vorgehen in der Parteiführung. Einen solchen Abgang hat Kurt Beck, der die Partei in einer schwierigen Zeit übernommen und geführt hat, nicht verdient. Aus purer Angst vor Umfragewerten wird das Personal ausgetauscht. Mit einem fairen Umgang hat das nichts mehr zu tun, so SPD-Kreisvorsitzende Dagmar Becker gegenüber der nnz.
