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Pokalrunde für Wacker

Freitag, 05. September 2008, 09:15 Uhr
Nach dem ansehenswerten Punktspiel gegen Jena muss Wacker nun im Pokal Farbe bekennen. In 18 Jahren der Teilnahme am Thüringer Landespokal war der FSV Wacker 90 nur neunmal Gastgeber in seinen bisherigen 53 Spielen dieses Wettbewerbs. Auch für die 54. Begegnung müssen sich die Neunziger auf die (sehr weite) Reise begeben. Wie im Vorjahr treffen die Nordhäuser in der 2. Runde des ODDSET-Landespokals auf die eine Klasse tiefer spielende Vertretung des TSV Bad Blankenburg.

wacker (Foto: w90) wacker (Foto: w90)


Dieser Gegner war sicherlich nicht das vom Verein sowie von Trainer Venth und seiner Mannschaft gewünschte „große Los“. Denn allein die Transportkosten für die etwa 270 km gehen weit in den hohen dreistelligen Bereich. Da auch die Zuschauereinnahmen nicht geteilt werden und beim Gastgeber bleiben, hofft wohl jeder Verein, bis auf die großen Klubs, bei jeder Auslosung nur auf ein Heimspiel und einen zugkräftigen Gegner. Das jedoch kann für die Südharzer in diesem Spieljahr nur Wirklichkeit werden, wenn sie auch die 2. Runde erfolgreich überstehen und ihnen dann die Losfee hold gesonnen ist.

Die Wahrscheinlichkeit, auf den FC Rot-Weiß Erfurt oder den FC Carl Zeiss Jena zu treffen, steigt mit jeder Runde. Will Wacker 90 zum Kreis jener 16 Mannschaften gehören, die dann am 11./12. Oktober im Achtelfinale aufeinandertreffen, müssen am Sonnabend ab 14.30 Uhr die Schwarzataler bezwungen werden. Burkhard Venth wird sicherlich dem einen oder anderen Anschlusskader die Möglichkeit zur Bewährung geben, ohne den TSV auf die leichte Schulter zu nehmen.

Der TSV Bad Blankenburg ziert nach drei Punktspielrunden mit null Punkten und 2:7 Toren das Tabellenende und will sich jetzt bestimmt im Pokal dafür schadlos halten. Gegen den letzten Gegner Meuselwitz II besaß die Elf einige Probleme im Abwehrverhalten. In einem Spielbericht war zu lesen: „Speziell auf der rechten Bad Blankenburger Seite hatten die Gäste zuviel Platz. So konnten die Torvorbereiter ungehindert durch den Blankenburger Strafraum spazieren wie das Messer durch die Butter.“

Punktsspiele und Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze. Deshalb soll hier daran erinnert werden, dass Bad Blankenburg in der ersten Runde dem Thüringenligisten SV Schmölln 1913 mit 3:2 das Nachsehen gegeben hat. Auf der Homepage der Schmöllner war zu diesem Spiel zu erfahren: „Etwas Aufregung gab es bei den Gästen vor Spielbeginn, denn trotz mehrerer hervorragender Plätze auf der Anlage der Landessportschule musste auf einem holprigen Ausweichplatz gespielt werden…Im Anschluss sahen die Zuschauer ein unattraktives Spiel, denn weder der Gastgeber noch die Schmöllner konnten gute Spielzüge zeigen…Da stand der Gastgeber tief in der Defensive und versuchte, durch Konter zum Erfolg zu kommen.“

Wacker hatte im vergangenen Spieljahr gegen diese Schmöllner zu Hause eine schmerzliche 1:4-Niederlage beziehen müssen. Auf einen heißen Pokalfight sollten sich die Nordhäuser deshalb ernsthaft einstellen – und natürlich auf das richtige Schuhzeug. Aber damit haben die Neunziger ja bereits TSV-Erfahrung, was allerdings Schnee von vorgestern ist. Vielleicht darf dieses Mal auf einem richtig guten Naturrasenplatz gespielt werden.

Bisher traf man fünfmal aufeinander. Während Wacker seine beiden Heimspiele in der Landesklasse Ost 2003 und 2004 mit 6:1 und 2:1 für sich entscheiden konnte, gingen die beiden Auswärtspunktsbegegnungen 2003 und 2005 in Bad Blankenburg klar verloren (1:3 und 1:4). Ihre dennoch positive Gesamtbilanz verdanken die Nordhäuser dem Vorjahres-Pokalerfolg an gleicher Stelle.

Wackers Gegner wertete jenes Pokalspiel so: „Mit einem 0:3 schied der TSV Bad Blankenburg aus dem Oddset-Landespokal gegen Thüringenligist FSV Wacker 90 Nordhausen aus, welcher die bessere Spielanlage besaß, die wenigen Fehler des TSV eiskalt mit Toren bestrafte und in dem doppelten Torschützen Lars Pohl den besten Akteur auf dem Stadionplatz der Landessportschule in seinen Reihen hatte.“

Die hiesige Presse sah das Spiel so: „Bei den Ostthüringern wurde der FSV Wacker 90 seiner Favoritenrolle gerecht und zog in die dritte Runde des Thüringenpokals ein. Zu Beginn und Ende des ersten Durchganges dieser Pokalbegegnung hatte der Landesligist gegen den gastgebenden Landesklassenvertreter mehr Mühe als vielleicht erwartet. Ursache dafür waren häufige Fehler im Spielaufbau, mit welchen die Gastgeber immer wieder zu oftmals gefährlichen Gegenangriffen eingeladen wurden.“

Wacker hat vom Ergebnis her einen recht ordentlichen Lauf und seit Mai – und auch dieser Saison – noch kein Spiel verloren. So könnte es getrost noch ein Weilchen bleiben.
Klaus Verkouter



Autor: nnz

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