Stimme der Thüringenliga
Mittwoch, 03. September 2008, 16:31 Uhr
Der Mädchen – und Frauenfußball ist auch in Thüringen im Kommen. In den Abteilungsleitungen der Vereine, aber insbesondere in den Vorständen der KFA, der Fußballbezirke und im Führungszirkel des TFV hat sich das weibliche Geschlecht längst einen festen Platz erobert....
Etwas rar machen sich die Damen hingegen in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Zahl der Journalistinnen in den Zeitungsredaktionen und derjenigen, die den Fußball aus den Vereinen herüber bringen, ist recht gering. Umso bemerkenswerter wirkt das, was Sandra Arm aus Nordhausen tut. Sie ist die Stimme der Thüringenliga an den Wochenenden und seit mehr als einem Jahr die Frau, die alle Resultate der Eliteliga des Freistaates als erste, noch vor Spielleiter Ulrich Hofmann (Römhild), kennt.
Und das funktioniert so. Wenn am Spieltag in den Stadien der Eliteliga des Freistaates ein Treffer fällt, dann greifen die Männer – es ist tatsächlich keine Frau dabei, schmunzelt Sandra Arm - auf den Sportplätzen zum Handy, wählen die 03631/99 33 11 und informieren die Nordhäuserin über den Torschützen. Im Gegenzug übermittelt die 26-Jährige aus der Rolandstadt nach der Devise eine Hand wäscht die andere die Halbzeit – und Endergebnisse an die Stadionsprecher und Vereinspresseleute. Sehr zur Freude der Zuschauer und vor allem der Trainer und Spieler der Thüringenligisten, die beinahe noch auf dem Weg in die Kabine erfahren, wie die Konkurrenz gespielt hat. Und wenn man sich später die Statistik auf www.tfv-erfurt.de sehr zeitnah zu Gemüte führen kann, dann ist der geneigte Fußballfan bestens ins Bild gesetzt. Mit den 16 Männern hat Sandra keine Probleme. Die waren auf Anhieb sehr aufgeschlossen, als ich mit ihnen über die Idee des Livetickers sprach, und sind alle sehr nett.
Der Live-Ticker-Service von www.wacker90-nordhausen.de füllt übrigens die Lücke, die Jörg Zemke, der Vater von thueringer-fussball.de, hinterlässt. Der Computer-Fachmann und Inhaber der Firma [id-zemke.de] aus Gera hat selbst über Jahre, ohne einen Cent zu verdienen, den Ticker bedient, bevor er aus zeitlichen Gründen aufhören musste.
Für Sandra Arm, die auf ihr Zeugnis über den Abschluss eines Bachelors für den Bereich Medien, Sport – und Eventmanagement wartet – auf dem, so erfahren wir im Gespräch, stehen ausnahmslos sehr gute Noten – kam der Kontakt zur ehrenamtlichen Tätigkeit durch das Studium zustande. Sie suchte einen Praktikumsplatz und fand ihn beim FSV Wacker 90 Nordhausen. Zunächst für die Homepage von Wacker verantwortlich, hob sie später Kick it like Sandra – das Fußballmagazin aus der Taufe und moderierte die Freitagssendung im Offenen Kanal Nordhausen (OKN). Schließlich kam der Live-Ticker hinzu. Olaf Schulze, der Vizepräsident des FSV Wacker 90 und Leiter des Senders, hatte die Idee dazu. Seitdem wissen die Hörer in Nordhausen, Sondershausen und Umgebung, wenn sie 100,4 einstellen, wie die Spiele von der Bundes - bis in die Bezirksliga ausgegangen sind.
Was da so leicht und mit gleichbleibend freundlicher, sympathisch-angenehmer Stimme an die Zuhörer oder ungeduldigen Anrufer weiter gegeben wird, ist eigentlich ein Knochenjob. Ergebnisse aufnehmen, sie notieren, veröffentlichen und anzusagen – das ist für einen Mann, pardon Frau, fast ein wenig zuviel. Deshalb ist sie für die Hilfe von Gerhard Noss dankbar. Gerade die Namen der Torschützen akustisch aufzunehmen, ist nicht ganz leicht. Doch mittlerweile kenne ich mich gut aus, zumal oft die dieselben Spieler genannt werden, sagt die gelernte Industriekauffrau, die ihr Privatstudium an der Management Akademie Riesa, wo eine familiäre Atmosphäre vorgeherrscht habe, gemeinsam mit den Eltern selbst finanzieren musste. Natürlich schlägt ihr Herz für den Landesligaclub aus Nordhausen und sie sagt am liebsten solche Namen wie Klaus, Lattmann, Hoffmann oder Pohl als Torschützen durch. Kein Wunder, spielten doch Opa und Vater einst aktiv bei Motor West und Wacker Nordhausen.
Doch Sandras Herz schlägt nicht nur für den Fußball. Alles, was mit Sport zusammenhängt, verfolgt sie aufmerksam. Ein Job in der Redaktion der Sportbild oder als Sportjournalistin bei einer Zeitung wäre ihr Traum. Aber sie versendet auch Bewerbungen an Vereine, an Fernsehsender und Rundfunkstationen. Bislang ist das Echo eher verhalten. Doch wenn ich zu den Unterlagen mein Zeugnis, das ich in wenigen Tagen erhalte, beilegen kann, dann hoffe ich auf positive Antworten, zeigt sich Sandra Arm, die Stimme der Thüringenliga, optimistisch. Es wäre der jungen Frau zu gönnen, dass sie die Frauenquote in der Öffentlichkeitsarbeit ein wenig anhebt.
Hartmut Gerlach
Autor: nnzEtwas rar machen sich die Damen hingegen in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Zahl der Journalistinnen in den Zeitungsredaktionen und derjenigen, die den Fußball aus den Vereinen herüber bringen, ist recht gering. Umso bemerkenswerter wirkt das, was Sandra Arm aus Nordhausen tut. Sie ist die Stimme der Thüringenliga an den Wochenenden und seit mehr als einem Jahr die Frau, die alle Resultate der Eliteliga des Freistaates als erste, noch vor Spielleiter Ulrich Hofmann (Römhild), kennt.
Und das funktioniert so. Wenn am Spieltag in den Stadien der Eliteliga des Freistaates ein Treffer fällt, dann greifen die Männer – es ist tatsächlich keine Frau dabei, schmunzelt Sandra Arm - auf den Sportplätzen zum Handy, wählen die 03631/99 33 11 und informieren die Nordhäuserin über den Torschützen. Im Gegenzug übermittelt die 26-Jährige aus der Rolandstadt nach der Devise eine Hand wäscht die andere die Halbzeit – und Endergebnisse an die Stadionsprecher und Vereinspresseleute. Sehr zur Freude der Zuschauer und vor allem der Trainer und Spieler der Thüringenligisten, die beinahe noch auf dem Weg in die Kabine erfahren, wie die Konkurrenz gespielt hat. Und wenn man sich später die Statistik auf www.tfv-erfurt.de sehr zeitnah zu Gemüte führen kann, dann ist der geneigte Fußballfan bestens ins Bild gesetzt. Mit den 16 Männern hat Sandra keine Probleme. Die waren auf Anhieb sehr aufgeschlossen, als ich mit ihnen über die Idee des Livetickers sprach, und sind alle sehr nett.
Der Live-Ticker-Service von www.wacker90-nordhausen.de füllt übrigens die Lücke, die Jörg Zemke, der Vater von thueringer-fussball.de, hinterlässt. Der Computer-Fachmann und Inhaber der Firma [id-zemke.de] aus Gera hat selbst über Jahre, ohne einen Cent zu verdienen, den Ticker bedient, bevor er aus zeitlichen Gründen aufhören musste.
Für Sandra Arm, die auf ihr Zeugnis über den Abschluss eines Bachelors für den Bereich Medien, Sport – und Eventmanagement wartet – auf dem, so erfahren wir im Gespräch, stehen ausnahmslos sehr gute Noten – kam der Kontakt zur ehrenamtlichen Tätigkeit durch das Studium zustande. Sie suchte einen Praktikumsplatz und fand ihn beim FSV Wacker 90 Nordhausen. Zunächst für die Homepage von Wacker verantwortlich, hob sie später Kick it like Sandra – das Fußballmagazin aus der Taufe und moderierte die Freitagssendung im Offenen Kanal Nordhausen (OKN). Schließlich kam der Live-Ticker hinzu. Olaf Schulze, der Vizepräsident des FSV Wacker 90 und Leiter des Senders, hatte die Idee dazu. Seitdem wissen die Hörer in Nordhausen, Sondershausen und Umgebung, wenn sie 100,4 einstellen, wie die Spiele von der Bundes - bis in die Bezirksliga ausgegangen sind.
Was da so leicht und mit gleichbleibend freundlicher, sympathisch-angenehmer Stimme an die Zuhörer oder ungeduldigen Anrufer weiter gegeben wird, ist eigentlich ein Knochenjob. Ergebnisse aufnehmen, sie notieren, veröffentlichen und anzusagen – das ist für einen Mann, pardon Frau, fast ein wenig zuviel. Deshalb ist sie für die Hilfe von Gerhard Noss dankbar. Gerade die Namen der Torschützen akustisch aufzunehmen, ist nicht ganz leicht. Doch mittlerweile kenne ich mich gut aus, zumal oft die dieselben Spieler genannt werden, sagt die gelernte Industriekauffrau, die ihr Privatstudium an der Management Akademie Riesa, wo eine familiäre Atmosphäre vorgeherrscht habe, gemeinsam mit den Eltern selbst finanzieren musste. Natürlich schlägt ihr Herz für den Landesligaclub aus Nordhausen und sie sagt am liebsten solche Namen wie Klaus, Lattmann, Hoffmann oder Pohl als Torschützen durch. Kein Wunder, spielten doch Opa und Vater einst aktiv bei Motor West und Wacker Nordhausen.
Doch Sandras Herz schlägt nicht nur für den Fußball. Alles, was mit Sport zusammenhängt, verfolgt sie aufmerksam. Ein Job in der Redaktion der Sportbild oder als Sportjournalistin bei einer Zeitung wäre ihr Traum. Aber sie versendet auch Bewerbungen an Vereine, an Fernsehsender und Rundfunkstationen. Bislang ist das Echo eher verhalten. Doch wenn ich zu den Unterlagen mein Zeugnis, das ich in wenigen Tagen erhalte, beilegen kann, dann hoffe ich auf positive Antworten, zeigt sich Sandra Arm, die Stimme der Thüringenliga, optimistisch. Es wäre der jungen Frau zu gönnen, dass sie die Frauenquote in der Öffentlichkeitsarbeit ein wenig anhebt.
Hartmut Gerlach

