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Können wir heute telefonieren?

Mittwoch, 26. Juni 2002, 07:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Nun ist auch die Telekom dran. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die Telekommitarbeiter in Nordhausen und Mühlhausen zu Warnstreiks aufgerufen. Die Details dazu natürlich zuerst in Ihrer nnz.


Die Gewerkschaft ver.di hat heute die 170 Beschäftigten der Deutschen Telekom AG in Nordhausen und Mühlhausen ab 6.30 Uhr für die Dauer einer Schicht zu Warnstreiks aufgerufen. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeberseite in den am Donnerstag fortzusetzenden Tarifverhandlungen erhöht werden. Betroffen vom Warnstreik in Thüringen ist der Servicebereich, der für die Entstörung und die Einrichtung von Anschlüssen zuständig ist. Ebenfalls einbezogen ist das Bezirksbüro Netze Mühlhausen/Nordhausen, das sich um Bereitstellung und Wartung des Telefonnetzes kümmert sowie der T-Punkt in Mühlhausen. Auch das Hotlineoffice in Nordhausen wird bestreikt. Mit längeren Wartezeiten bei der telefonischen Beratung und dem Verkauf von Telekomprodukten ist zu rechnen.

Um 10.00 Uhr treffen sich die Telekom-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Nordhausen und Mühlhausen zu einer gemeinsamen Kundgebung vor dem Telekomgebäude An der Burg 1 in Mühlhausen. „Wir machen der Telekom Druck, denn die Beschäftigten brauchen eine spürbare Entgelterhöhung“, bekräftigte ver.di-Verhandlungsführer Rüdiger Schulze die Aktionen der Gewerkschaft gegenüber der nnz. „Das bisherige Angebot ist eine Mogelpackung. Die angebotene Entgelterhöhung in zwei Stufen zu jeweils drei Prozent mit einer Laufzeit von 24 Monaten ist unannehmbar“, erklärte Rüdiger Schulze. Völlig unakzeptabel ist die Verknüpfung der Lohnrunde mit drastischen Maßnahmen zum Personalabbau. Die Versuche der Telekom, den Kündigungsschutz aufzubrechen und Arbeitszeitverkürzungen mit Einkommenseinbußen durchzusetzen seien eine „Unverschämtheit“.

ver.di fordert für die insgesamt 120.000 Beschäftigten eine Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 6,5 Prozent sowie eine Übernahme der Auszubildenden, einschließlich des Jahrgangs 2003. Darüber hinaus setzt sich ver.di dafür ein, dass die Anzahl der neu einzustellenden Auszubildenden mindestens in der gleichen Höhe wie bisher erhalten bleibt.

Am 27. und 28. Juni 2002 findet die vierte Verhandlungsrunde in Berlin statt. Deshalb wollen die Beschäftigten mit bundesweiten Warnstreikaktionen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, endlich ein akzeptables Angebot vorzulegen.
Autor: nnz

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