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IHK Erfurt bittet um Fair Play

Montag, 01. September 2008, 09:50 Uhr
Zum 1. September startet mit knapp 7.000 Jugendlichen der größte Teil der 9.800 im Bereich der Thüringer Industrie- und Handelskammern für 2008 erwarteten Lehrlinge in das neue Ausbildungsjahr. Viele Unternehmen warten jedoch vergeblich auf ihre eingestellten Azubis...


Der Trend geht dahin, dass Jugendliche vorsorglich mehrere Ausbildungsverträge abschließen, was von der IHK Erfurt mit Besorgnis zur Kenntnis genommen wird. „Haben sich die Schulabgänger endgültig für eine Ausbildungsstelle entschieden, erfolgt vielfach keine Absage gegenüber den anderen Arbeitgebern“, berichtet Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. 217 neu abgeschlossene Verträge wären nach aktuellen Hochrechnungen bereits vor Beginn der Ausbildung bei der IHK Erfurt wieder gelöscht worden. Dies entspräche sechs Prozent aller in diesem Jahr bisher abgeschlossenen Neuverträge. „Die Dunkelziffer liegt jedoch weitaus höher“, schätzt Grusser ein.

Der IHK-Chef appelliert speziell an das Fair Play der künftigen Auszubildenden: „Jugendliche sollten aus Rücksicht gegenüber dem Ausbildungsbetrieb so früh als möglich über eine Absage informieren.“ Viele Ausbildungsplätze würden demnach entfallen, weil Unternehmen in der Kürze der Zeit keine geeigneten Bewerber mehr finden. Anderen Jugendlichen wäre durch die Mehrfachverträge die Chance auf einen Ausbildungsplatz genommen.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, sollten sich die Unternehmer künftig darauf einstellen, schon vor Beginn der Ausbildung den Kontakt zu den potentiellen Auszubildenden zu pflegen. „In Zeiten knapper Bewerberzahlen schafft gerade die frühe Information eine solide Unternehmensbindung zwischen den Beteiligten und erhöht die Chancen, dass der Jugendliche am ersten Ausbildungstag seinen Verpflichtungen nachkommt“, so Grusser weiter.

Hilfe und Unterstützung bei der kurzfristigen Ausbildungsplatz- und Bewerbersuche leistet die IHK Erfurt in Kooperation mit den regionalen Firmenausbildungsverbünden unter Tel. 0361 3484 159.
Autor: nnz

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