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Keine Ängste schüren

Samstag, 30. August 2008, 15:51 Uhr
Die Vorzeichen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt sind weiterhin positiv. Die Arbeitslosenquote beträgt 10,7 Prozent. Im Vergleich zum August des Vorjahres (12,7 Prozent) ist die registrierte Arbeitslosigkeit um 24.254 gesunken. Aus Sicht der IHK kein Grund zur Panikmache...


„Die Thüringer Wirtschaft ist weiterhin gut aufgestellt und sorgt für positive Beschäftigungsimpulse“, kommentiert Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, die aktuellen Zahlen. Allen Unkenrufen zum Trotz zeige sich der Arbeitsmarkt von der Verlangsamung der Wachstumsdynamik bisher nahezu unbeeindruckt.

„In dieser Situation Rezessionsängste zu schüren und die konjunkturelle Entwicklung künstlich schlecht zu reden, ist überaus schädlich“, warnt Grusser mit Blick auf jüngst geäußerte Expertenmeinungen. Zweifellos würden die erfreulichen Wachstumsraten des vergangenen Jahres nicht wieder erreicht, ein Anlass zur Hysterie bestehe aber trotzdem nicht. „Es gibt keinen Grund davon auszugehen, dass die Unternehmen Jobs abbauen“, erklärt der IHK-Chef. Die Auftragsbücher hauptsächlich im Verarbeitenden Gewerbe seien nach wie vor gut gefüllt und die Kapazitäten zu einem Großteil ausgelastet. Bei der Beschäftigtenentwicklung in der Thü-ringer Industrie hätte es im Vergleich der ersten Jahreshälften 2007 und 2008 sogar ein Plus von 5,3 Prozent gegeben. Dagegen erhöhte sich in Deutschland die Beschäftigtenzahl im Verarbeitenden Gewerbe lediglich um 2,6 Prozent. Im Ranking aller Bundesländer belegte der Freistaat damit einen erfreulichen dritten Platz.

„Wirtschaft ist ein Stück weit auch Psychologie und hängt häufig von der öffentlichen Stimmung ab“, gibt Grusser zu bedenken. Durch die steigende Inflation seien die Verbraucher zunehmend verunsichert. Die Menschen im Lande litten vor allem unter den hohen Energiepreisen. Grusser rechnet vor, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer 23 Milliarden Euro Kaufkraft gekostet habe. Den gleichen Betrag hätten nun die steigenden Benzin- und Strompreise aufgefressen: „Das heißt, den privaten Verbrauchern sind in einem Jahr 46 Milliarden Euro entzogen worden. Da muss man sich nicht wundern, wenn sie sich beim Konsum zurückhalten.“

Eine Verringerung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, die Senkung der Mehrwertsteuer und die Abschaffung der so genannten kalten Progression könnten für eine spürbare Entlastung der Konsumenten sorgen und somit die schleppende Inlandsnachfrage ankurbeln.
Autor: nnz/kn

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