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Geldregen für Kunstrasen

Montag, 18. August 2008, 10:17 Uhr
Eigentlich muß ein Kunstrasen nicht unbedingt bewässert werden. Und so ist diese Überschrift denn auch nur bildlich zu verstehen. Thüringens Sportminister Jürgen Reinholz (CDU) übergab heute früh Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) ein Papierchen, das es in sich hat...

Barbara Rinke, Jürgen Reinholz, Detlef Zeitler (Foto: nnz) Barbara Rinke, Jürgen Reinholz, Detlef Zeitler (Foto: nnz)

Die Arbeiten für einen Kunstrasenplatz können beginnen. Dafür übergab Jürgen Reinholz heute einen Zuwendungsbescheid über 254.226 Euro aus Mitteln der Sportstättenförderung an die Stadt Nordhausen. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 635.566 Euro. Der neue Kunstrasenplatz wird eine Spielfeldgröße von 100 × 64 Metern und eine umlaufende Sicherheitszone von 4 Metern haben. Im Rahmen des Umbaus werden auch die vorhandenen Stehtribünen saniert und erweitert, eine Barriere, Ballfänge und eine Be- und Entwässerungsanlage errichtet und die vorhandene Flutlichtanlage modernisiert. Die Arbeiten sollen Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Während des Gesprächs mit dem Minister machte Wacker Präsident Detlef Zeitler deutlich, wie wichtig eine solche Anlage für die Optimierung der Trainingsbedingungen des Fußballvereins sei. In den zweieinhalb Jahren, in denen das jetzige Präsidium arbeite, habe man viel Zeit und Kraft in die Bereinigung der finanziellen Erbschaften investieren müssen. Die nnz erinnert: Als Hans-Peter Kell, der vorherige Präsident, die Geschäfte an Zeitler übergab, sprach er in der damaligen Wahlversammlung von einem schuldenfreien Verein.

Die Realität jedoch sah anders aus. Keine Steuererklärung, 12.500 Euro, die das Finanzamt als Nachzahlung verlangte, mehr als 20.000 Euro an Forderungen der Rentenversicherer für ausländische Spieler, die zwischen den Jahren 2000 und 2004 im Wacker-Trikot spielten. Auch Oberbürgermeisterin Barbara Rinke erinnerte sich an Zustände, die eines Spitzenklubs eigentlich nicht würdig waren. So kam der einstige Präsident Bernd Seidenstücker zu ihr ins Rathaus und brachte eine Plastiktüte mit, die er von seinen Vorgängern übernommen hatte. Drinnen: Quittungen, die nicht abgerechnet waren.

In einem ersten Bauabschnitt wird jetzt der Naturrasenplatz am Kuhberg saniert. Dann sollen, so sieht es das Gesamtkonzept vor, auch die Tribünen des Hauptplatzes saniert und das Sozialgebäude komplett umgebaut werden. Detlef Zeitler bedankte sich beim Minister und bei der Oberbürgermeisterin. Gerade die Stadt Nordhausen mit ihren kommunalen Unternehmen gehören seit Jahren zu denen, die den Traditionsverein unterstützen.

Minister Reinholz kündigte an, bei Unternehmen der Region für ein stärkeres Engagement zu werben. Hierzu wolle er unter anderem das Nordhäuser Wirtschaftsforum in der kommenden Woche nutzen.
Autor: nnz

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