Sicherheit nicht aufs Spiel setzen!
Donnerstag, 20. Juni 2002, 14:21 Uhr
Nordhausen/Erfurt (nnz). 250.000 Unterschriften wurden innerhalb der bundesweiten Initiative Pro Apotheke" in Thüringen gesammelt. Das ist ein deutlicher Protest der thüringischen Patienten-schaft gegen die Regierungspläne, den Versandhandel mit Arzneimitteln via Internet zu liberalisieren.
Der Internethandel setzt das bewährte deutsche Apothekensystem und die Arzneimittelsicherheit aufs Spiel", so Dr. Egon Mannetstätter, Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen. In Zeiten steigender Selbstmedikation wird die Patientenberatung durch den Apotheker wichtiger. Rund 72 Prozent aller Bundesbürger verstehen die Beipackzettel nicht", weiß Dr. Mannetstätter und ergänzt: Hinzu kommt, dass Online-Versandhändler Arzneimittel-Wirkstoffe oft falsch deklarieren." Wie Stichprobenprüfungen ergaben, enthalten die Angaben zur Zusammensetzung der Arzneimittel häufig nicht die Wirkstoffe der deutschen Produkte. Stattdessen werden Wirkstoffe genannt, die gegen andere Krankheiten zum Einsatz kommen. Allerdings setzen auch schon fehlende Originalverpackungen oder nicht mitgelieferte Beipackzettel die in Deutschland streng geregelte Arzneimittelsicherheit außer Kraft.
Seit 1978 schreibt das Arzneimittelgesetz in der Packungsbeilage eine lückenlose Angabe über Inhaltsstoffe, Wirkungen und jede mögliche Nebenwirkung vor. Das Problem der Packungsbeilage ist die Verständlichkeit. In einer Apothekenumfrage in Jena werteten 855 Verbraucher die Packungsbeilage von Arzneimitteln als zu unverständlich. Grundsätzlich sollte der Beipackzettel die Informationen patientengerechter vermitteln, ohne die haftungsrechtlichen Aspekte zu vergessen", fasst Apotheker Jörg Fuchs, die Ergebnisse seiner Befragung zusammen. Trotz aller Vorteile, die für das Internet sprechen, garantiert letztlich nur die persönliche Arzneimittel-Abgabe durch pharmazeutisch qualifiziertes Apotheken-Personal Arzneimittelsicherheit. Alles andere kann für den Patienten zum Russischen Roulette werden", betont Kammerpräsident Dr. Mannetstätter.
Autor: nnzDer Internethandel setzt das bewährte deutsche Apothekensystem und die Arzneimittelsicherheit aufs Spiel", so Dr. Egon Mannetstätter, Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen. In Zeiten steigender Selbstmedikation wird die Patientenberatung durch den Apotheker wichtiger. Rund 72 Prozent aller Bundesbürger verstehen die Beipackzettel nicht", weiß Dr. Mannetstätter und ergänzt: Hinzu kommt, dass Online-Versandhändler Arzneimittel-Wirkstoffe oft falsch deklarieren." Wie Stichprobenprüfungen ergaben, enthalten die Angaben zur Zusammensetzung der Arzneimittel häufig nicht die Wirkstoffe der deutschen Produkte. Stattdessen werden Wirkstoffe genannt, die gegen andere Krankheiten zum Einsatz kommen. Allerdings setzen auch schon fehlende Originalverpackungen oder nicht mitgelieferte Beipackzettel die in Deutschland streng geregelte Arzneimittelsicherheit außer Kraft.
Seit 1978 schreibt das Arzneimittelgesetz in der Packungsbeilage eine lückenlose Angabe über Inhaltsstoffe, Wirkungen und jede mögliche Nebenwirkung vor. Das Problem der Packungsbeilage ist die Verständlichkeit. In einer Apothekenumfrage in Jena werteten 855 Verbraucher die Packungsbeilage von Arzneimitteln als zu unverständlich. Grundsätzlich sollte der Beipackzettel die Informationen patientengerechter vermitteln, ohne die haftungsrechtlichen Aspekte zu vergessen", fasst Apotheker Jörg Fuchs, die Ergebnisse seiner Befragung zusammen. Trotz aller Vorteile, die für das Internet sprechen, garantiert letztlich nur die persönliche Arzneimittel-Abgabe durch pharmazeutisch qualifiziertes Apotheken-Personal Arzneimittelsicherheit. Alles andere kann für den Patienten zum Russischen Roulette werden", betont Kammerpräsident Dr. Mannetstätter.
