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Die Wirtschaft in Mitteldeutschland

Donnerstag, 20. Juni 2002, 13:44 Uhr
Nordhausen (nnz). Die drei Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt streben nach einem Treffen der Regierungschefs eine engere Zusammenarbeit auf den verschiedensten Gebieten an. Wie sieht jedoch der wirtschaftliche „Ist-Zustand“ aus? Die Frage will die nnz versuchen zu beantworten.


In diesem Wirtschaftsraum leben rund 9,4 Millionen Einwohner das sind 11,5 Prozent der Bevölkerung Deutschlands. Das einwohnerstärkste Land des gemeinsamen Wirtschaftsraumes ist Sachsen mit 4,4 Millionen Einwohnern, es folgen Sachsen-Anhalt (2,6 Millionen) und Thüringen (2,4 Millionen). Im Jahr 2001 wurde in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ein Bruttoinlandsprodukt (BIP), das zu Preisen des Jahres 1995 ausgewiesen wird, in Höhe von über 150 Milliarden Euro erzeugt. Das entsprach 7,6 Prozent des gesamtdeutschen BIP. Während in Deutschland das BIP gegenüber dem Jahr 2000 um 0,6 Prozent stieg, erhöhte sich dieses im Wirtschaftsraum Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt um 0,2 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt im Wirtschaftsraum wurde in unterschiedlicher Weise von den Ländern erwirtschaftet: Sachsen hatte einen Anteil von 47,6 Prozent, Sachsen-Anhalt von 27,0 Prozent und Thüringen von 25,4 Prozent.

Das BIP je Einwohner ­ als gesamtvolkswirtschaftliche Produktivität - erreichte im Jahr 2001 im Wirtschaftsraum eine Höhe von knapp 16 Tausend Euro. Das waren 1,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Deutschland stieg das BIP je Einwohner um 0,4 Prozent auf über 24 Tausend Euro. Damit erreichte der Wirtschaftsraum etwa zwei Drittel des gesamtdeutschen BIP je Einwohner.

In den drei Ländern wurde im Jahr 2001 ein Umsatz in der Industrie (Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe) in Höhe von fast 75 Milliarden Euro erzielt. Das entsprach 5,6 Prozent des gesamtdeutschen Umsatzes. Während in Deutschland der Umsatz im Vergleich mit dem Jahr 2000 um 2,8 Prozent stieg, erhöhte sich dieser im Wirtschaftsraum Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sehr viel deutlicher um 6,9 Prozent. Der Umsatz in der Industrie wurde wie folgt von den Ländern erwirtschaftet: Sachsen hatte einen Anteil von 46,1 Prozent, Sachsen-Anhalt von 27,5 Prozent und Thüringen von 26,4 Prozent.

Während sich die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie (Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe) in Deutschland gegenüber dem Jahr 2000 um 0,2 Prozent erhöhte, verzeichneten die drei Länder des gemeinsamen Wirtschaftsraums eine Steigerung um 3,1 Prozent. Dabei wies Thüringen mit einem Anstieg um 3,7 Prozent den höchsten Zuwachs auf. Es folgten Sachsen-Anhalt (3,2 Prozent) und Sachsen (2,6 Prozent). Der Umsatz je Beschäftigten erreichte im Jahr 2001 in den drei Ländern eine Höhe von knapp 159 Tausend Euro. Das waren 3,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In Deutschland stieg der Umsatz je Beschäftigten um 2,6 Prozent auf über 210 Tausend Euro. Damit wurden in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt etwa drei Viertel des gesamtdeutschen Ergebnisses erreicht.


Die Betriebe und Unternehmen des Baugewerbes in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt erzielten im Jahr 2001 einen Umsatz in Höhe von fast 15 Milliarden Euro. Das waren 14,8 Prozent des gesamtdeutschen Bauumsatzes. Während in Deutschland der Umsatz gegenüber dem Jahr 2000 um 6,3 Prozent sank, verringerte sich dieser in den drei Ländern sehr viel deutlicher um 12,2 Prozent. Der Umsatz je Beschäftigten erreichte 2001 im Wirtschaftsraum eine Höhe von fast 89 Tausend Euro, 6,4 Prozent mehr als im Jahr 2000. In Deutschland stieg der Umsatz je Beschäftigten um 3,8 Prozent auf knapp 106 Tausend Euro. Damit wurden im Wirtschaftsraum 84 Prozent des gesamtdeutschen Wertes erreicht. In der Rangfolge des Umsatzes im Baugewerbe lag Sachsen mit 51 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 25,3 Prozent und Thüringen mit 23,7 Prozent.
Autor: nnz

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