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Holzdiebstahl nimmt zu

Mittwoch, 06. August 2008, 08:46 Uhr
Die stetig steigenden Energiepreise einerseits und die hohen Lagerbestände an Rohholz im Wald wirken auf viele Bürger zunehmend eine magische Anziehungskraft aus. Der gezielte Holzdiebstahl von kleinen und mittleren Mengen im Wald hat zur Zeit Hochkonjunktur. Auch im schönen Südharz...

Begehrt: Holz aus dem Südharz (Foto: Brüggemann) Begehrt: Holz aus dem Südharz (Foto: Brüggemann)

Sogenannte Restposten von Rohholzpoltern, die in der Regel bereits verkauft sind, werden von potentiellen Dieben immer über einen längeren Zeitraum ausgespäht, um dann in einem kurzen Zeitraum gestohlen zu werden. Dabei werden die Langholzstücke, die zwischen drei und fünf Meter lang sind, entwendet, vor Ort auf Brennholzlänge zergliedert oder mit moderner Holzabfuhrtechnik im ganzen aufgeladen und abgefahren. Bevorzugt werden die Wochenenden und die Dämmerungszeit für den Holzdiebstahl. Höchstes Gefährdungsgebiet sind die Waldgebiete um Nordhausen.

Wird ein Dieb gestellt, so ist die Ausrede oft zu hören „Das gehört doch niemanden, ich räume den Wald nur auf“. Ob manche wirklich diesem Irrglauben nachhängen ist nicht ganz klar, aber wenn es so ist, dann sollten sie ihr Rechtsbewusstsein nachhaltig schulen. Jeder Wald in Deutschland gehört jemanden, einer Einzelperson, dem Staat oder der Kommune und ohne dessen Einwilligung hat keiner Holz einzuschlagen, zu rücken oder abzufahren, andernfalls ist es Diebstahl.

Ein Parketthersteller aus dem Wartburgkreis hatte 2005 in der Tiefenbach bei Werther Eichen-Parkettholz gekauft. Drei sehr schlanke und schöne Stücke sind liegen geblieben. Eiche ist ein Kernholz und der Kern bleibt über Jahre voll verarbeitungsfähig, so dass Holzkunden sich oft bei der Abfuhr von Eichenholz sehr lange Zeit lassen. Dieses Jahr im Sommer wurden die drei Stämme vor Ort zersägt und abgefahren.

Im Kohnstein bei Nordhausen lagen größere Laubholzpolter von Industrieholz, die an einen ortsansässigen Energieholzlieferanten und einen Industrieholzhändler aus Rostock verkauft worden waren. Das Holz wurde mit Ladetechnik aufgeladen und entwendet. Im Auftrag der Kunden hat das ortsansässige Forstamt die Polizeidirektion Nordhausen um Amtshilfe gebeten. Der Dieb konnte ermittelt werden.

Anders sieht es im südlichen Teil des Kreises aus, wo die ländliche Struktur vorherrscht. Brennholzselbstwerber bereiten das Holz im Bestand auf und lagern es über einen längeren Zeitraum zur Trocknung im Wald so z.B. im Hagen im Revier Königsthal. Bis jetzt ist der Diebstahl eher die Ausnahme. Das freut Förster und Waldbesitzer.
Autor: nnz

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