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Findet man zur Gemeinsamkeit?

Mittwoch, 19. Juni 2002, 13:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Am Ende eines langen heißen Tages und Workshops am Dienstag im BIC Nordthüringen in Nordhausen stand der Vorschlag der Wirtschaft für ein „Aktionsprogramm zur Wirtschaftsentwicklung im Landkreis Nordhausen“. Der Verband der Wirtschaft (VWN) hatte Grundsatzarbeit geleistet und damit sein Image in Kompetenz und Wirksamkeit vermehrt. nnz war aufmerksamer Zuhörer.


Es war kein spontaner Vorschlag, sondern sorgsam vorbereitet, mit programmatischen Zügen und eigentlich viel zu lang (siehe nnz-Archiv). Aber er zeugt von dem Willen zum Aufbruch nach vorn und enthält die Einladung an alle, die guten Willens und der Einsicht fähig sind, sich dem Vorschlag einer gemeinsamen Leitlinie anzuschließen, um mit den vorhandenen eigenen Potenzialen und mit Hilfe der Fördermöglichkeiten des Landes und des Bundes die Strukturschwäche dieser Region zu überwinden. Irgendwie hatte man als interessierter Zuhörer das Gefühl, als könne es einer der letzten, aber gleichzeitig auch eindringlichsten Versuche sein, alle ins gemeinsame Boot zu bekommen, denen diese Region mit seinen Ressourcen, seinen Möglichkeiten kommunaler Wirtschaftsförderung, den bestehenden Unternehmen bis hin zur Abfalldeponie Nentzelsrode Anliegen ist. Und nicht von ungefähr findet die Entwicklung der Agenda 21 in der inzwischen gewichteten Einheit von „Ökologie ­ Ökonomie und Soziales“ in diesem Vorschlag Berücksichtigung. Weil das Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für die Menschen, für Natur und Umwelt im Laufe der vergangenen Jahre weit gediehen ist.

Zunächst aber stand bei diesem Workshop der Status und die aktuelle Situation dieser „Region 2002“ auf der Tagesordnung. Helmut Nüchter als Hausherr und Gastgeber definierte nach der Begrüßung der Teilnehmer den Begriff der Region als doch beträchtlich über den Landkreis Nordhausen hinausgehend. Ob allerdings das ganze Gebiet, das zum Beispiel von der Planungsgemeinschaft Nordthüringen einzubeziehen ist, wurde nicht ganz klar. Umso mehr, als Dr. N. Meinert (HGN) in einem ausgezeichneten Referat über diese „Region 2002“ doch immer wieder auf den Landkreis Nordhausen abstellte und sogar mit den bundesdeutschen Gegebenheiten ins Verhältnis setzte. Nachdem übrigens H.-J. Junker als Vorsitzender des VWN dem Auditorium die Zielsetzung dieses Workshops erläutert hatte.

Im weiteren Verlauf stellten die Referenten den regionalen Entwicklungsstand aus den unterschiedlichsten politischen Blickwinkeln dar: aus Sicht der Landesregierung (Dr. Spiekermann, WiMi.Thüringen), dem Landratsamt (Landrat J. Claus) und der Stadt Nordhausen (OB B.Rinke), wobei die Defizite in struktureller Hinsicht offenkundig wurden. Die sich daraus ergebenden regionalen Auswirkungen für die Wirtschaft umriss U. Rockmann (SC NDH), wobei er in Vertretung von IHK-Präsident N.L. Chrestensen die jüngste Erhebung der IHK Erfurt zum Ausgangspunkt nahm. Ergänzend dazu schilderten Vertreter aus den Bereichen Rohstoffwirtschaft, Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Banken die Gegebenheiten und Probleme aus jeweils ihren Bereichen.

Aus diesem Situations-Mosaik heraus formulierte im zweiten Teil der Veranstaltung unter der gekonnten und bekannt lebendigen Leitung und Moderation des Rektors der Fachhochschule Nordhausen (FHN), Prof. C.C. Juckenack IHK-Vorstandsmitglied A. Wagner (Südharzer Vollgipsplattenwerk Kleinfurra) die Forderungen der Wirtschaft an die Lokal- und Regionalpolitik. Dabei muss spätestens hier die zeitweilige Teilnahme der beiden Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl, MdB Manfred Grund (CDU) und MdB Eckhard Ohl (SPD) angemerkt werden. Nachdem schließlich Umfang und Programme der Wirtschaftsförderung im Raum Eisenach unter den dort herrschenden Bedingungen geschildert von einer Vertreterin der dortigen regionalen Wirtschaftsförderung geschildert worden waren, kam es zur Vorstellung des eingangs erwähnten Vorschlages eines Aktionsprogramms für die Region Nordhausen (nnz-Archiv) Die abschließende Diskussion veranschaulichte einzelne Problemfelder noch einmal spezieller in Frage und Antwort.

Der inhaltliche Verlauf wird zumindest ausschnittsweise noch Thema eines Beitrags in nnz sein (siehe dazu auch www.intermarketing.de) Vorweggenommen sei hier allerdings bereits, dass sich sowohl in den Referaten, als auch in den Forderungen der Wirtschaft die Notwendigkeit eines großen, kompakten Industriegebietes herauskristallisierte, das nach den Umständen nur jenes in der Goldenen Aue sein könne. Hier fiel die einheitliche Auffassung der Vertreter der Wirtschaft auf. Die diesmal übrigens in großer Zahl erschienen waren und schon dadurch ihr Engagement für diese Region erkennen ließen (Bild). Der Vorsitzende des VWN, H.-J.Junker konnte in seinem Schlusswort mit dem Dank an die Referenten und der Genugtuung über das Durchstehvermögen der Teilnehmer angesichts der Hitze dieses Tages nur noch seine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass die hier gezeigte Geschlossenheit Bestandteil der zukünftigen Arbeit für diese Region werden kann.
Autor: nnz

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