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Vertrag unterschrieben

Mittwoch, 30. Juli 2008, 13:17 Uhr
Im Rahmen einer Fair-Leih-Tour informiert die IG Metall Verwaltungsstelle Nordhausen über Arbeitsbedingungen in der Leiharbeitsbranche. Unter dem Motto „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" hat ein 14 Tonnen schwerer und 12 Meter langer Truck am Bahnhof in Nordhausen Station gemacht.

Auf dem Bahnhofsplatz  (Foto: nnz) Auf dem Bahnhofsplatz (Foto: nnz)

Noch bis 16.00 Uhr können sich Leiharbeitnehmer über ihre Rechte im Arbeitsleben informieren. „Viele wissen gar nicht, welche Rechte ihnen zustehen. Die Leute sollen im Zweifelsfall einfach mal ihren Arbeitsvertrag mitbringen", so Astrid Schwarz-Zaplinski von der IG Metall in Nordhausen, Dies sei ein Ansatzpunkt, um Missständen in der Branche entgegenzuwirken. Aber: Auch bei der Leiharbeit dürfen nicht alle Arbeitgeber über einen Kamm geschoren werden.

„Mit der WAGO in Sondershausen gibt es Vereinbarungen, daß Leiharbeiter 90 Prozent des Tariflohnes erhalten, bei FEUER Powertrain in Nordhausen werden sie am Prämiensystem beteiligt. Die Maximator GmbH geht sogar noch einen Schritt weiter. Hier werden die Leiharbeiter nach einer gewissen Frist fest angestellt“, berichtet Schwarz-Zaplinski der nnz.

Doch immer noch sind das die Ausnahmen. Leiharbeitskräfte verdienen im Schnitt nach Gewerkschaftsangabe 20 bis 40 Prozent weniger als ihre festangestellten Kollegen. Astrid Schwarz-Zaplinski: „Wir werden eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben nicht hinnehmen."

Deshalb will die IG Metall in der Region Nordhausen mit zunächst acht Betrieben Vereinbarungen über eine faire Bezahlung abschließen. Bei drei Betrieben sei dies bereits gelungen. In den Entleihbetrieben werden die Betriebsräte noch stärker darauf achten, dass Leiharbeitnehmer fair behandelt und fair bezahlt werden.

Unterschriegen (Foto: nnz) Unterschriegen (Foto: nnz)
Vertragsabschluß: Astrid Schwarz-Zaplinsky, Fari Massali

Zwischen der IG Metall in Nordthüringen und der „poviso GmbH“ aus Göttingen ist am Mittag ein Vertrag abgeschlossen worden. Die Leiharbeitsfirma garantiert ihren Angestellten, daß sie in den zu entleihenden Unternehmen wie Festangestellte bezahlt werden. poviso-Geschäftsführer Fari Massali zur nnz: „Wir überzeugen die Personalchefs, daß bei fair ausgeliehenen Kollegen die Motivation ungleich höher ist, als wenn bei gleicher Arbeitsleistung weniger verdient wird.“ In Südniedersachsen hat die Firma bereits Verträge mit zehn Unternehmen abgeschlossen, dabei ist sie erst seit drei Monate in der Branche der Zeitarbeit tätig.

An der Aktion der IG Metall gibt es natürlich auch Kritik. „Im Gegensatz zu den Behauptungen der IG Metall ist die Zeitarbeit eine moderne und schützenswerte Branche, die ihren Beschäftigten tarifliche Sicherheit und der Wirtschaft Flexibilität gewährleistet“, betont Georg Sommer, stellvertretender Vorsitzender des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Gegen die zentrale Forderung „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ sei aus Sicht der Zeitarbeitsbranche grundsätzlich wenig einzuwenden, „wenn sie auf einer dreiseitigen Vereinbarung zwischen Zeitarbeitsunternehmen, Kundenunternehmen und Gewerkschaften basiert“, äußert der stellvertretende iGZ-Vorsitzende.
Autor: nnz

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