nnz-Forum: Erklärung des Stadtrates
Montag, 17. Juni 2002, 13:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Dem Problem um das Theater Nordhausen und seiner Schauspiel-Sparte ist auch nach der Stadtratssitzung letzter Woche eine gewisse Nachwirkung nicht abzusprechen. nnz mit der Stellungnahme der Fraktionen des Stadtrates.
Die Mitglieder der Fraktionen des Nordhäuser Stadtrats verwahren sich gegen die Behauptung in der heutigen Lokalausgabe einer Thüringer Tageszeitung, man habe unsachlich diskutiert. Der Beschluss zur Sicherung der Sparte Schauspiel und seine Begründung sind nicht die Folge `hochgekochter Emotionen´, wie gemutmaßt.
Wir brauchen nicht zur sachlichen Debatte zurückzukehren - wir haben sie geführt. An ihrem Ende stand ein klares Votum.
Der Stadtrat hat die Folgen einer Schließung der Sparte sorgfältig und gut vorbereitet beraten. Die Schließung der Sparte `Schauspiel´ ist für die Entwicklung des Theaters das falsche Zeichen und längst nicht die einzige Option, um Einsparungen zu erzielen - auch, wenn das die Geschäftsführung so behauptet.
Nordhausen ohne Theater, ohne Zukunft für ein Schauspiel, ist nicht das, was wir für die Stadt wollen, was die Menschen und Gäste dieser Stadt wollen. Das Theater war und ist stets mehr als eine Spielstätte - es war und ist ein Identifikationspunkt für die Menschen, die in dieser Stadt leben. Unsere Stadt ohne das Theater und das Schauspiel - das ist undenkbar.
Das Theater kann leben - mit seinem Schauspiel. Dazu sind allerdings neue Strategien und Strukturen notwendig. Das braucht den Bruch mit Traditionen - und mit Personen. Denn diesen nötigen richtungsweisenden Wechsel möchten wir der Geschäftsführung unseres Theaters zum selbstgewählten Ende ihrer Amtszeit 2004 nicht mehr zumuten - und können ihn ihr nicht zutrauen.
Wir haben sehr bedauert, dass niemand von der Geschäftsleitung des Theaters zur Stadtratssitzung anwesend war. Wir waren von der Erkrankung von Frau Dr. Pirklbauer an diesem Nachmittag informiert - auch in diesem Punkt ist die Berichterstattung nicht korrekt. Umso mehr verwundert es aber, dass Frau Dr. Pirklbauer am nächsten Vormittag an der Gesellschafterversammlung teilnehmen konnte.
Dass Herr Hendriks als weiterer Vertreter der Geschäftsführung wichtige auswärtige Termine wahrzunehmen hatte, mussten wir hinnehmen, wie auch die Abwesenheit der Prokuristin. Es bleibt aber die Frage: Welcher Termin an diesem Tag konnte wichtiger sein als die Beschlussfassung des Hauptgesellschafters zur Zukunft des Theaters?
Wir rufen alle Beteiligten zur Mäßigung auf. Unser Theater hat es verdient, dass man sich jetzt unaufgeregt und tiefgründig Gedanken über ein neues Konzept macht. Das werden wir tun. Und wünschen uns, dass viele dabei mittun.
Die Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates
Thomas Pape
- Vorsitzender CDU-Fraktion -
Frank Hermsdorf
- Vorsitzender der PDS-Fraktion
Sabine Meyer
- Vorsitzende SPD-Fraktion -
Klaus Gorges
- Vorsitzender der Fraktion Demokratische Mitte -
Autor: nnzDie Mitglieder der Fraktionen des Nordhäuser Stadtrats verwahren sich gegen die Behauptung in der heutigen Lokalausgabe einer Thüringer Tageszeitung, man habe unsachlich diskutiert. Der Beschluss zur Sicherung der Sparte Schauspiel und seine Begründung sind nicht die Folge `hochgekochter Emotionen´, wie gemutmaßt.
Wir brauchen nicht zur sachlichen Debatte zurückzukehren - wir haben sie geführt. An ihrem Ende stand ein klares Votum.
Der Stadtrat hat die Folgen einer Schließung der Sparte sorgfältig und gut vorbereitet beraten. Die Schließung der Sparte `Schauspiel´ ist für die Entwicklung des Theaters das falsche Zeichen und längst nicht die einzige Option, um Einsparungen zu erzielen - auch, wenn das die Geschäftsführung so behauptet.
Nordhausen ohne Theater, ohne Zukunft für ein Schauspiel, ist nicht das, was wir für die Stadt wollen, was die Menschen und Gäste dieser Stadt wollen. Das Theater war und ist stets mehr als eine Spielstätte - es war und ist ein Identifikationspunkt für die Menschen, die in dieser Stadt leben. Unsere Stadt ohne das Theater und das Schauspiel - das ist undenkbar.
Das Theater kann leben - mit seinem Schauspiel. Dazu sind allerdings neue Strategien und Strukturen notwendig. Das braucht den Bruch mit Traditionen - und mit Personen. Denn diesen nötigen richtungsweisenden Wechsel möchten wir der Geschäftsführung unseres Theaters zum selbstgewählten Ende ihrer Amtszeit 2004 nicht mehr zumuten - und können ihn ihr nicht zutrauen.
Wir haben sehr bedauert, dass niemand von der Geschäftsleitung des Theaters zur Stadtratssitzung anwesend war. Wir waren von der Erkrankung von Frau Dr. Pirklbauer an diesem Nachmittag informiert - auch in diesem Punkt ist die Berichterstattung nicht korrekt. Umso mehr verwundert es aber, dass Frau Dr. Pirklbauer am nächsten Vormittag an der Gesellschafterversammlung teilnehmen konnte.
Dass Herr Hendriks als weiterer Vertreter der Geschäftsführung wichtige auswärtige Termine wahrzunehmen hatte, mussten wir hinnehmen, wie auch die Abwesenheit der Prokuristin. Es bleibt aber die Frage: Welcher Termin an diesem Tag konnte wichtiger sein als die Beschlussfassung des Hauptgesellschafters zur Zukunft des Theaters?
Wir rufen alle Beteiligten zur Mäßigung auf. Unser Theater hat es verdient, dass man sich jetzt unaufgeregt und tiefgründig Gedanken über ein neues Konzept macht. Das werden wir tun. Und wünschen uns, dass viele dabei mittun.
Die Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates
Thomas Pape
- Vorsitzender CDU-Fraktion -
Frank Hermsdorf
- Vorsitzender der PDS-Fraktion
Sabine Meyer
- Vorsitzende SPD-Fraktion -
Klaus Gorges
- Vorsitzender der Fraktion Demokratische Mitte -
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
