Wir geben nicht auf!
Donnerstag, 24. Juli 2008, 12:48 Uhr
So kämpferisch zeigte sich heute der Bürgermeister von Niedersachswerfen. Jochen Napiralla will sich mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Weimar zum geplanten Gipsabbau nicht abfinden. Heute erhielt in seinem Ansinnen politische Unterstützung...
Göring-Eckhardt, Napiralla im Gemeindeamt in Niedersachswerfen
Politiker geben entweder Statements ab wie: Wir protestieren aufs Schärfste, Wir verurteilen das oder sie appellieren. Letzteres wurde heute Vormittag in Niedersachswerfen gemacht und auch nach dem Ort benannt: Appell von Niedersachswerfen, heißt die auf Papier notierte Bekundung.
Das Oberverwaltungsgericht in Weimar hatte (nnz berichtete) geurteilt, das ein geplanter Gipsabbau rechtlich vertretbar sei, obwohl die Gemeinde einen beschlossenen B-Plan seit 2003 hat, der genau dort einen Rohstoffabbau untersagt. Hier werden wirtschaftliche Interessen ganz klar über das kommunale Selbstbestimmungsrecht gestellt, waren sich die beiden Bundesgrünen Katrin Göring-Eckhardt und Undine Kurth mit Bürgermeister Napiralla sowie Gisela Hartmann einig.
Kurth (Foto: nnz)
Und genau da wollen die Politiker ansetzen, denn Demokratie darf nicht zur Zuschauerdemokratie verkommen, rief Frau Kurth (Foto) in die Runde. Hier müsse also nicht nur bei der Bundesregierung nachgefragt, sondern auch die Europäische Union auf das aufmerksam gemacht werden, was sich im Südharz abspielen. Mitten in Naturschutz- und FFH-Gebieten können nicht eine Insel entstehen, in der Gips abgebaut werde.
Schließlich sei das Gipsvorkommen endlich und damit auch die wenigen Arbeitsplätze. Das wirtschaftsorientierte Handeln von Thüringer Politik und das aktuelle Urteil in Weimar würden nachhaltige Arbeitsplätze im Naturschutz und im Tourismus verhindern. Noch plakativer brachte es der Grünen-Landessprecher Dr. Frank Augsten auf den Punkt: Wir verspielen unsere Zukunft, die er sowie Undine Kurth, Katrin Göring-Eckhardt und Gisela Hartmann in einem ganzheitlichen, länderübergreifenden Biosphärenreservat sehen. Im Gegensatz zum CDU-Landtagsabgeordneten Egon Primas findet Augsten das Reservat in der Rhön als gelungen, die Rhön blüht auf. Er müsse das wissen, schließlich komme er aus dieser Region.
Zurück nach Niedersachswerfen, wo Jochen Napiralla ab heute Nachmittag wieder gegen die Gipsindustrie kämpfen muß. Allein ist er nicht. Die Finanzierung der kommenden Gerichts- und Anwaltskosten wird auf viele kommunale Schultern verlagert. Alle Südharzgemeinden und die Stadt Nordhausen wollen sich daran beteiligen und der beauftragte Fachanwalt sei ein ziemlich zäher Hund.
Autor: nnzGöring-Eckhardt, Napiralla im Gemeindeamt in Niedersachswerfen
Politiker geben entweder Statements ab wie: Wir protestieren aufs Schärfste, Wir verurteilen das oder sie appellieren. Letzteres wurde heute Vormittag in Niedersachswerfen gemacht und auch nach dem Ort benannt: Appell von Niedersachswerfen, heißt die auf Papier notierte Bekundung.
Das Oberverwaltungsgericht in Weimar hatte (nnz berichtete) geurteilt, das ein geplanter Gipsabbau rechtlich vertretbar sei, obwohl die Gemeinde einen beschlossenen B-Plan seit 2003 hat, der genau dort einen Rohstoffabbau untersagt. Hier werden wirtschaftliche Interessen ganz klar über das kommunale Selbstbestimmungsrecht gestellt, waren sich die beiden Bundesgrünen Katrin Göring-Eckhardt und Undine Kurth mit Bürgermeister Napiralla sowie Gisela Hartmann einig.
Kurth (Foto: nnz)
Und genau da wollen die Politiker ansetzen, denn Demokratie darf nicht zur Zuschauerdemokratie verkommen, rief Frau Kurth (Foto) in die Runde. Hier müsse also nicht nur bei der Bundesregierung nachgefragt, sondern auch die Europäische Union auf das aufmerksam gemacht werden, was sich im Südharz abspielen. Mitten in Naturschutz- und FFH-Gebieten können nicht eine Insel entstehen, in der Gips abgebaut werde.Schließlich sei das Gipsvorkommen endlich und damit auch die wenigen Arbeitsplätze. Das wirtschaftsorientierte Handeln von Thüringer Politik und das aktuelle Urteil in Weimar würden nachhaltige Arbeitsplätze im Naturschutz und im Tourismus verhindern. Noch plakativer brachte es der Grünen-Landessprecher Dr. Frank Augsten auf den Punkt: Wir verspielen unsere Zukunft, die er sowie Undine Kurth, Katrin Göring-Eckhardt und Gisela Hartmann in einem ganzheitlichen, länderübergreifenden Biosphärenreservat sehen. Im Gegensatz zum CDU-Landtagsabgeordneten Egon Primas findet Augsten das Reservat in der Rhön als gelungen, die Rhön blüht auf. Er müsse das wissen, schließlich komme er aus dieser Region.
Zurück nach Niedersachswerfen, wo Jochen Napiralla ab heute Nachmittag wieder gegen die Gipsindustrie kämpfen muß. Allein ist er nicht. Die Finanzierung der kommenden Gerichts- und Anwaltskosten wird auf viele kommunale Schultern verlagert. Alle Südharzgemeinden und die Stadt Nordhausen wollen sich daran beteiligen und der beauftragte Fachanwalt sei ein ziemlich zäher Hund.
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