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Dienstag, 15. Juli 2008, 14:42 Uhr
Es ist schon eine Erfolgsgeschichte, die da seit fünf Jahren an der Rothenburgstraße in Nordhausen geschrieben wird. „FEUER powertrain“ hat sich endgültig für den Standort entschieden – mit „Mann und Maus“ so zusagen. Die nnz war zu Gast in einem Unternehmen auf Expansionskurs.

Wönnmann in der neuen Halle (Foto: nnz) Wönnmann in der neuen Halle (Foto: nnz)
Geschäftsführer Wönnmann in der neue riesigen Halle von Werk II

Wer an der Rothenburgstraße in Nordhausen mal in Richtung Kiesteiche entlang radelt, dem werden zwei Dinge aufgefallen sein. Einerseits ist das Werk II von „FEUER powertrain“ in Rekordzeit aus dem Boden gestampft worden, andererseits ist - direkt am See – ein kleines aber feines Wohnungsbaugebiet entstanden. Beides hat mit einander zu tun. Beides gehört zur Firmenphilosophie.

Hier, in unmittelbarer Nähe nicht nur zum Wasser, sondern auch in Schlagweite zum Unternehmen, haben sich Führungskräfte der ersten und zweiten Leitungsebene angesiedelt. Für Oliver Wönnmann, den Geschäftsführer, und für die Gesellschafter war es wichtig die Spezialisten dort wohnen zu haben, wo sie arbeiten. Und sie wurden nach Nordhausen gelockt: Aus Bayern, aus Hessen, aus Schwaben, Nordrhein-Westfalen oder aus der Pfalz. Für Wönnmann ist das auch Ausdruck des Bekenntnisses zum Standort Nordhausen. „Wir sehen mit der Entscheidung für die Errichtung des zweiten Werkes klar und eindeutig in Nordhausen unsere unternehmerische Perspektive. Nicht in einem anderen Bundesland, schon gar nicht in Polen“, so der Geschäftsführer im Gespräch mit der nnz.

Viel Zeit hat Oliver Wönnmann in diesen Tagen nicht für Journalisten. Im August soll das neue Werk fertig sein. Wer es nicht glaubt, der sollte noch einmal auf diesen Link klicken: Im Januar war symbolisch der erste Spatenstich vollzogen worden. Ein neues, ein zweites Werk, das schafft nicht nur eine Umsatzsteigerung, es schafft auch Arbeitsplätze. 50 neue Mitarbeiter werden in diesen Tagen eingestellt, 20 sollen später noch einmal hinzukommen. Neben Partnern für die Qualifizierung wie das IKL oder die Arbeitsagentur, setzt „FEUER powertrain“ seit seiner Niederlassung vor fünf Jahren konsequent auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses.

Da werden in der für 1,5 Millionen Euro errichteten Lehrwerkstatt nicht etwa Hilfsarbeiter ausgebildet, sondern Spezialisten, die schon bald ihren Mann oder ihre Frau an den modernsten Maschinen stehen müssen, die derzeit auf dem Markt verfügbar sind. Neben Logistikern oder technischen Zeichnern werden an der Rothenburgstraße vor allem Automatisierungselektroniker, Mechatroniker oder Elektroniker ausgebildet.

Zurück zum neuen Werk: Nach dem Hochfahren der Kurbelwellen-Produktion wird es annähernd die doppelte Kapazität haben wie Werk I. Das liegt zum einen natürlich an modernsten Technologien des Transports und der Bearbeitung, zum anderen auch den standardisierten Kurbelwellen, die dann zu Kunden in aller Welt verschickt werden. Das Werk I bleibt dann so zusagen das „Spezialitäten-Restaurant“.

Im vergangenen Jahr erzielte „FEUER powertrain“ einen Umsatz von 32 Millionen Euro, das Ziel für 2008 lautet: 43 Millionen Euro, da ist das neue Werk noch nicht berücksichtigt. Und Geschäftsführer Wönnmann gibt – nicht ohne Stolz – weitere Ziele über die nnz bekannt: „Wir wollen in diesem Jahr zum Marktführer für Kurbelwellen in Deutschland avancieren. Für 2010 ist die europaweite Marktführerschaft fest anvisiert.“

Mit den 50 neuen Mitarbeitern sind es dann 200 Männer und Frauen, die in „Lohn und Brot“ an der Rothenburgstraße stehen. Es ist aber eigentlich mehr. Sie arbeiten in einem Unternehmen, das – Gott sei dank – noch typisch mittelständisch ist. Das sich zur Region bekennt und von Deutschland aus seine Produkte in alle Welt exportiert. Und um der Erfolgsgeschichte noch „einen“ drauf zu setzen: Die Nordhäuser haben einem indischen Unternehmen, das zu den „Big Playern“ der Branche gehört, einen Auftrag weggeschnappt. Und zwar: In dessen Heimatland, in Indien.

Wenn Oliver Wönnmann aus seinem Büro schaut, dann blickt er auf eine Fläche, die sich das Unternehmen hat reservieren lassen. Es ist die Option eines dritten Werkes. Doch das hat Zeit bis in die Jahre 2010, 2011. Allerdings: Visionen zu haben, kann ja nicht schaden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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