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Nordhäuser SPD: Terrain nicht nur angereisten Linken überlassen

Mittwoch, 29. November 2000, 12:15 Uhr
Nordhausen (nnz). An den nächsten beiden Samstagen wird es für die Stadt Nordhausen starke Sicherheitsvorkehrungen geben, da abwechselnd Linke und dann auch Rechte zu Demonstrationen in Nordhausen aufgerufen haben. Während die Demo der "Autonomen Antifa Südharz" für kommenden Samstag bereits genehmigt ist, steht die Entscheidung über die Kundgebung der NPD für den 9.Dezember noch aus. Hierzu laufen noch die Beratungen im Landratsamt, zumal die NPD sogar provokativ einen Fackelumzug in den Abendstunden geplant hat.
Nachdem schon der PDS-Landesvorstand sein Kommen zur linken Kundgebung am kommenden Samstag zugesagt hat, hat jetzt auch die Nordhäuser SPD zur Beteiligung an der Veranstaltung aufgerufen. "Es gibt ein klares Votum der SPD-Stadtratsfraktion und des SPD-Ortsvorstandes zur Teilnahme an der Demo", sagte der Fraktionsvorsitzende Matthias Jendricke. Nach Ansicht der SPD sollte man zur Zeit jede Möglichkeit nutzen, gegenüber den Rechten Gesicht zu zeigen. Zwar herrscht bei führenden Nordhäuser Sozialdemokraten Unverständnis über den negativen Aufruftext der Antifa "Südharz", wo Nordhausen als rechte Hochburg bezeichnet wird, aber auch auf Seiten der SPD ist man besorgt über rechte Übergriffe im gesamten Land und will sich deshalb nicht entzweien lassen. "Wir sollten das Nordhäuser Terrain nicht nur zugereisten Linken überlassen und hoffen, daß auch zahlreiche Nordhäuser kommen. Einige von uns haben deshalb auch ihre Teilnahme am zeitgleich stattfindenden Landesparteitag abgesagt, um hier vor Ort zu sein", sagte Jendricke. Bei der SPD setzt man auch darauf, mit einer großen Beteiligung beruhigend zu wirken und so möglichen Unruhestiftern keinen Raum zu lassen. Gleiches fordert die Partei aber auch von der Polizei. Sie sollte Präsenz zeigen aber nicht durch unnötiges Vorgehen für Unruhe sorgen. Die Demonstration beginnt am Samstag um 14 Uhr auf dem Theaterplatz.
Autor: nnz

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