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nnz-Forum: Kaum zu glauben

Dienstag, 01. Juli 2008, 07:23 Uhr
In Nordhausen sind jetzt fast drei Monate lang Grafiken des Spaniers Pablo Picasso zu sehen. Dazu die Anmerkungen eines Lesers im Forum der nnz.


Manch großartige Dinge beginnen ganz simpel. Da greift jemand zunächst zum Telefonhörer und fragt erst mal nur an. Mitunter gesellt sich dann noch der Umstand „Glück“ hinzu. Dann nehmen die Dinge ihren Lauf. So erging es Anfang diesen Jahres der Nordhäuser Kunsthistorikerin Susanne Hinsching. Sie hatte die Idee, im Graphikmuseum Pablo Picasso Münster mal anzufragen, ob denn nicht rein zufällig... Und in der Tat, da war was möglich. Eine Idee begann Wirklichkeit zu werden. Nämlich Picasso soll in den Südharz kommen – nach Nordhausen. Eine Expose´ sollte es werden mit Werken aus verschiedenen Perioden seines beeindruckenden Schaffensprozesses. Die Vielfalt und Genialität dieses spanischen Genies sollte in den Räumlichkeiten des Kunsthauses Meyenburg für nahezu drei Monate präsent sein. Und so wurde es. 85 Kunstwerke sind nun zu bewundern.

Der vergangene Samstag war dann der große Tag: Wie einige Medien im Vorfeld treffend voraussagten, richteten am frühen Abend zahlreiche Kunstinteressierte (waren es 80 oder gar 100?) ihre Schritte zur Vernissage in den Meyenburg-Park. Und an diesem Abend stimmte einfach alles: Die freudige Erwartung der Gäste, das Ambiente, das Wetter, die angenehmen Begrüßungsworte von Bürgermeister Matthias Jendricke und Sparkassendirektor Wolfgang Asche (ohne großzügige Geldgeber keine Kunst!). Und schließlich das faszinierende Tanzsolo von Tara Yipp, die in ihrer Darbietung die „Absinthtrinkerin“ – einem gleichnamigen Werk Picassos – für wenige Minuten auferstehen ließ. Einfach eine großartige Idee, ein Bild tanzen zu lassen. Nach diesem Kunstgenuss hätte man rufen mögen: Das gleiche bitte noch einmal!

Die Schau selbst ist nach den gelungenen Ausstellungen mit Werken von Kollwitz, Barlach, Dali oder Hundertwasser die 6. des Nordhäuser Kunsthauses mit diesem hohen Anspruch. So ist dieser Ausstellung schlichtweg ein riesiger Erfolg zu wünschen. Und das zum Schluss: Danke all denen, die im Vorfeld emsig gewirkt haben und noch engagiert wirken, damit solch ein „Kunststück“ in die Südharzmetropole kommen konnte. Da dürfte das städtische Amt für Kultur, Soziales und Bildung wohl seinen gewichtigen Beitrag geleistet haben. Also: Hingehen, schauen, bewundern, genießen!
Hans-Georg Backhaus, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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