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Bilanzielles Zahlenspiel

Sonntag, 29. Juni 2008, 17:58 Uhr
Gestern meldeten die Veranstalter lediglich 3.000 Gäste, heute waren es schon 20.000, die in Ellrich gezählt oder geschätzt wurden. Hier eine Zusammenfassung des Festgeschehens in der Südharz-Stadt.


Das 16. Harzfest in Ellrich lockte am Wochenende nach Schätzungen des Veranstalters insgesamt rund 20.000 Gäste an. Der Harz präsentierte sich auf dem Fest als touristisch gewachsene Region mit vielen interessanten Angeboten. „Im Harz, da ist es wunderschön“ klang es von den zwei Bühnen und die Programme der Folkloregruppen waren stets dicht umlagert. Über reichlich Interesse freuten sich auch die Händler und Handwerker an den rund 150 Marktständen. Besonders begehrte Artikel waren neben Holzschnitzereien, Korbarbeiten und Harzer Kunsthandwerk am sonnig-warmen Sonntag auch Thüringer Bratwurst und Nordhäuser Bier, aber auch an den Ständen mit leckerem Backwerk bildeten sich am Sonntagnachmittag Schlangen.

„Das ist eine tolle Stimmung hier“, waren sich Heidi und Gerd aus Holland einig. Sie hatten auf dem benachbarten Campingplatz Walkenried vom Harzfest gehört, und seien extra noch ein Wochenende geblieben, um dieses Fest mit zu erleben. „Wir sind vor allem wegen der Waldarbeitermeisterschaften gekommen“ sagte ein Paar aus Nordhausen. Sie wollten unbedingt sehen, wie die Forstleute mit der Kettensäge um die Wette sägen. „Das war interessant und spannend“, sagten die Südharzer.

War es bislang üblich, den nächsten Austragungsort des Harzfestes beim Fest selbst bekannt zu geben, so machte der Harzer Förderkreis e. V. diesmal dazu keinen Angaben. Begründet wurde dies mit einer Umstrukturierung im Verein.

Das Anliegen des Festes ist es schon immer, den Harz zu vereinen und so wurde in einem symbolischen Akt am Samstag der Harz „zusammengeschmiedet“. Ein Kunstschmied brachte auf der Bühne während der Festgala die drei Länderanteile, die Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Harz haben, zu einem Ganzen zusammen. Der thüringische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Dr. Klaus Zeh, Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche und Sachsen-Anhalts Wirtschaftsstaatssekretär Detlef Schubert durften dabei selbst mit Hand anlegen und den Harz zusammenschmieden.

Als neue Harzfestkönigin wurde Corinna Rasche aus Gernrode (Landkreis Harz) gekürt. Sie trägt nun die Krone, die ihr von Madlen Engelmann aus Ellrich übergeben wurde. Sie wird jetzt für ein Jahr auf Veranstaltungen den Harz präsentieren und für das nächste Harzfest werben.

Corinna Rasche (42) hat vor zwei Jahren ihre seherische Gabe zum Beruf gemacht und arbeitet als gewerbliche Harzhexe im Kartenlegen. Das Kartenlegen betreibt sie auf mittelalterlichen Märkten und Festen wie dem Harzfest, aber auch zu Hause im eigenen Studio. „Der Bedarf ist sehr groß“, sagte Corinna Rasche. „Zu mir kommen Menschen aus allen Schichten, die etwas über ihre Zukunft erfahren wollen.“ Als einzige gewerblich aktive Hexe aus den Harz bekam Rasche vom Harzer Förderkreis auch das Markenzeichen „Typisch Harz“ verliehen. Das es wurde auch an acht weitere Warenartikel bzw. Angebote aus der Region vergeben.

Neben Marktgeschehen, Bühnenprogrammen, Waldarbeitermeisterschaften bildete vor allem der Festumzug am Sonntag ab 13.00 Uhr einen Publikumsmagneten. Er lockte noch einmal tausende Neugierige an, die dicht gedrängt an den Straßenrändern der Kleinstadt standen und das Geschehen verfolgten. Harzer Brauchtumsgruppen präsentierten hier den Harz, die Harzschützenvereine marschierten in Trachten auf und in mehreren Bildern wurde die Historie der Region dargestellt.

Am Ende hat das Fest wieder ein kleines Stück zum Zusammenwachsen der Region beigetragen. Der Harz präsentierte sich in seiner ganzen Vielfalt als Reiseregion und lebendiges Gebirge. Viele Festbesucher meinten, dass sie gern wieder kommen werden. Und wer von dem Trubel an den beiden Festtagen noch nicht genug hat, der kann am Abend im Festzelt auch noch beim Public Viewing im Festzelt das Endspiel der Fußball-WM miterleben.
Autor: nnz

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