Nnz-Nachgefragt: Shoppen oder pflanzen?
Donnerstag, 26. Juni 2008, 12:13 Uhr
Macht das einem Redakteur noch Spaß? In regelmäßigen Abständen anrufen, um Termine betteln, Mailbox besprechen, auf Rückruf warten und, und, und. Doch im Falle des Nordhäuser Pferdemarktes sind wir von der nnz hartnäckig. Und uns stellt sich schon die Frage: Einkaufzentrum oder botanischer Garten?
Ende Mai wird der erste Bagger auf der Fläche für das künftige Einkaufszentrum am Pferdemarkt zu sehen sein. Das kündigte jetzt Investorenvertreter Rüdiger Weitzel an, nach dem ihm seitens der Stadt der genehmigte Bebauungsplan übergeben wurde. So beginnt eine Pressemitteilung der Nordhäuser Stadtverwaltung, veröffentlicht am 30. April, um 14.37 Uhr.
Einen Tag zuvor berichtete die nnz von einem historischen Tag, der seinen Eintrag in der Stadtchronik finden muß, wie es Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) am 29. April ausdrückte. Augenscheinlich war an diesem Tag nichts geschehen, man gab sich in einem Konferenzraum Papiere, einen Spaten und viele Versprechungen in die Hand.
Eigentlich sind Versprechungen des Politikers Part, doch in diesem Fall haben die Nordhäuser Politiker und Verwalter in Rathaus und Stadtrat das Versprechen gehalten. Der Bereich des Pferdemarktes kann jetzt bebaut werden. Der Ball liegt jetzt in unseren Händen, sagte Investorenvertreter Rüdiger Weitzel damals.
Hausaufgaben wollten die Herren aus Köln machen, zum Beispiel schnell einen Bauantrag einreichen, schnell die Archäologen anheuern – es sollte alles schnell gehen. Schnell gewachsen ist hingegen nur das Unkraut am Pferdemarkt. Ließe man Botaniker die Fläche begutachten, dann würden die vielleicht noch seltene Pflanzen finden.
Auf die Abgabe des Bauantrages wartet man im Nordhäuser Rathaus seit Wochen vergebens. Mehrere Tage hatte Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) versucht, Weitzel zu erreichen. Auch die nnz probierte es heute: Im Kölner Büro nimmt niemand ab, beim Handy ist sofort die nette Stimme der Mailbox-Frau dran.
Keine Spur von den Archäologen, die jetzt schon die Scherbenreste mittelalterlicher Besiedlung wegräumen sollten. Vielleicht liegt es ja auch daran, daß der Investor das alles bezahlen muß? Und bezahlen ist immer so ein Ding, wenn die Gegenfinanzierung nicht klar ist. Im Klartext: Die Vermietung gestaltet sich schwieriger als vor Jahren, vor Monaten, ja sogar vor Wochen gedacht. Eigentlich nur noch ein Elektronikmarkt, dann ist alles perfekt, hieß es noch Ende April. Welcher darf es denn sein?
Doch Spaß beiseite: Die Stadtverwaltung muß jetzt warten. In der Tat – das Rathaus hat die Hausaufgaben erledigt, vor allem die Aufgaben, die das Landesverwaltungsamt den Nordhäusern aufgab. Letztlich geht es am Pferdemarkt nicht um den Bau eines Zeitungskiosk, sondern um das Renommierobjekt Nummer eins in Nordhausen schlechthin. Und damit sollten auch Investoren aus Köln nicht spaßen...
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEnde Mai wird der erste Bagger auf der Fläche für das künftige Einkaufszentrum am Pferdemarkt zu sehen sein. Das kündigte jetzt Investorenvertreter Rüdiger Weitzel an, nach dem ihm seitens der Stadt der genehmigte Bebauungsplan übergeben wurde. So beginnt eine Pressemitteilung der Nordhäuser Stadtverwaltung, veröffentlicht am 30. April, um 14.37 Uhr.
Einen Tag zuvor berichtete die nnz von einem historischen Tag, der seinen Eintrag in der Stadtchronik finden muß, wie es Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) am 29. April ausdrückte. Augenscheinlich war an diesem Tag nichts geschehen, man gab sich in einem Konferenzraum Papiere, einen Spaten und viele Versprechungen in die Hand.
Eigentlich sind Versprechungen des Politikers Part, doch in diesem Fall haben die Nordhäuser Politiker und Verwalter in Rathaus und Stadtrat das Versprechen gehalten. Der Bereich des Pferdemarktes kann jetzt bebaut werden. Der Ball liegt jetzt in unseren Händen, sagte Investorenvertreter Rüdiger Weitzel damals.
Hausaufgaben wollten die Herren aus Köln machen, zum Beispiel schnell einen Bauantrag einreichen, schnell die Archäologen anheuern – es sollte alles schnell gehen. Schnell gewachsen ist hingegen nur das Unkraut am Pferdemarkt. Ließe man Botaniker die Fläche begutachten, dann würden die vielleicht noch seltene Pflanzen finden.
Auf die Abgabe des Bauantrages wartet man im Nordhäuser Rathaus seit Wochen vergebens. Mehrere Tage hatte Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) versucht, Weitzel zu erreichen. Auch die nnz probierte es heute: Im Kölner Büro nimmt niemand ab, beim Handy ist sofort die nette Stimme der Mailbox-Frau dran.
Keine Spur von den Archäologen, die jetzt schon die Scherbenreste mittelalterlicher Besiedlung wegräumen sollten. Vielleicht liegt es ja auch daran, daß der Investor das alles bezahlen muß? Und bezahlen ist immer so ein Ding, wenn die Gegenfinanzierung nicht klar ist. Im Klartext: Die Vermietung gestaltet sich schwieriger als vor Jahren, vor Monaten, ja sogar vor Wochen gedacht. Eigentlich nur noch ein Elektronikmarkt, dann ist alles perfekt, hieß es noch Ende April. Welcher darf es denn sein?
Doch Spaß beiseite: Die Stadtverwaltung muß jetzt warten. In der Tat – das Rathaus hat die Hausaufgaben erledigt, vor allem die Aufgaben, die das Landesverwaltungsamt den Nordhäusern aufgab. Letztlich geht es am Pferdemarkt nicht um den Bau eines Zeitungskiosk, sondern um das Renommierobjekt Nummer eins in Nordhausen schlechthin. Und damit sollten auch Investoren aus Köln nicht spaßen...
Peter-Stefan Greiner


