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Fünf Milliliter für ein Leben

Samstag, 08. Juni 2002, 12:50 Uhr
Nordhausen (nnz). An den Bielener Kiesteichen kann nicht nur gebadet und getaucht werden. Heute wurde am Strand Blut gezapft, für eine gute Sache versteht sich. nnz war beim Aderlaß dabei.


Angezapft: Heike Münch Es waren die Tauchsportler des TSC Neptun Nordhausen, die heute Vormittag an den alten KWU-Kiesteich riefen. Natürlich war auch Tauchen angesagt, doch vorher sollte Blut gespendet werden. Nur 5 Milliliter waren es, aber diese Menge könnte eventuell später Menschenleben retten. Die Blutabnahme ist Bestandteil der sogenannten Typisierungsaktion für potentielle Knochenmarkspender.

Statistisch gesehen erkrankt alle zwei Stunden in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Für viele von ihnen ist eine Stammzellentransplantation die einzige dauerhafte Heilungsmöglichkeit. Und hier will die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) helfen. Sie betreibt mit 875.000 registrierten Lebensspendern die größte Datei der Welt, trotzdem findet immer noch jeder fünfte Leukämieerkrankte keinen geeigneten Spender.

Unterstützung Heute kamen am Kiesteich neue hinzu. Die DKMS wurde dazu von einem Tauchsport- und Angelausrüster zum sogenannten Sharewood-Event-Festival eingeladen. Die Aktion stand unter dem Motto: „Taucher spenden Leben!“ Der Schirmherr der Veranstaltung, Landrat Joachim Claus (CDU), wertete die Aktion sehr positiv, zeige sie doch, dass Vereinsarbeit weit über das Übliche hinausgehen könne. Der Landrat freue sich über jede Aktivität in den Vereinen, die zu dem herkömmlichen Trend - „Gemeinsinn ist schwächer als Eigensinn“ - einen Kontrapunkt setzen könnte.

Steffen Seiler, ein passionierter Taucher, freute sich, dass viele Firmen bereit waren, die Typisierungsaktion zu unterstützen. Das Autohaus Töpfer, ein medizinisches Labor aus Sondershausen, ein Unternehmen aus dem Eichsfeld und Motorradfreaks spendeten 900 Euro. Nach einer kurzen Eröffnung ging es denn auch sofort los mit der Blutabnahme. Zum großen Teil waren es erfahrende Blutspender, die schon jahrelang durch das DRK und die Blutspendezentrale am Nordhäuser Südharzkrankenhaus betreut werden.
Autor: nnz

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