nnz-online

Radtour zum Winkelberg

Freitag, 07. Juni 2002, 13:18 Uhr
Nordhausen (nnz). Am Mittwoch organisierte das Amt für Umwelt und Grünordnung der Stadt Nordhausen zum Tag der Umwelt eine Fahrradtour in die „Rüdigsdorfer Schweiz“. 25 Radfreunde starteten ihre Tour um 16 Uhr vor dem Rathaus. Hier der Rad-Report.


Rad-Tour „Für Nordhausen und die umliegenden Gemeinden würde ein Gipsabbau am Winkelberg in der „Rüdigsdorfer Schweiz“ eine katastrophale Zerstörung eines hochsensiblen und europaweit einmaligen Landschaftsraums bedeuten. Für die nächsten 50 bis 70 Jahre würde eine Abbaufläche in Anspruch genommen, die 18 Hektar groß und bis zu 17 Metern tief ist. Neben der unwiederbringlichen Zerstörung dieses Landschaftsraumes ist insbesondere der Abtransport der Gipsmassen unvorstellbar. Bei den geplanten Abbaumengen würde ca. alle 7 Minuten ein 40-Tonner zum Abtransport durch eine der umliegenden Gemeinden (Petersdorf, Krimderode, Buchholz, Neustadt u. Harzungen), die Stadt Nordhausen und in jedem Fall immer Niedersachswerfen durch die Wohngebiete fahren. Das ist vor allem für die nächsten Generationen eine extreme Beeinträchtigung der Lebensqualität“, erläuterte vor Ort Reiner Kirsch, Leiter des Amtes für Umwelt und Grünordnung.

Die Stadt Nordhausen und alle umliegenden Gemeinden, die Planungsgemeinschaft Nordthüringen, parteiübergreifend die politischen Vertreter der Region lehnen einen Gipsabbau in der „Rüdigsdorfer Schweiz“ vehement ab. „So hat die Stadt Nordhausen den bergabbauenden Unternehmen insgesamt etwa 870 Hektar ihrer Fläche zur Verfügung gestellt - davon sind allein 240 Hektar für den Gips- und Anhydritabbau reserviert. Das sind immerhin 7 Prozent des gesamten Stadtgebietes! Wir erkennen damit die Bedeutung der rohstoffgewinnenden Industrie als wirtschaftlichen Faktor und als Arbeitgeber an und auch das gesellschaftliche Erfordernis des Rohstoffabbaus. Beim Winkelberg jedoch möchte ein einzelnes Unternehmen in seinem Interesse handeln. Dem steht das öffentliche Interesse nach Naherholung und Fremdenverkehr sowie Erhalt von Landschaft und Natur entgegen“, so Steffen Meyer, Sachgebietsleiter Umwelt beim städtischen Amt für Umwelt und Grünordnung.

Er sprach vor Ort die interessierten und betroffenen Radler an, sich ebenfalls an der vom Arbeitkreis „Gipskarst Südharz“ organisierten Menschenkette entlang des Winkelberges am 16. Juni um 11.00 Uhr zu beteiligen. Treffpunkt ist der Feldweg am Schafstall (Richtung Winkelberg) in Petersberg.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de