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"Zu Risiken und Nebenwirkungen..."

Dienstag, 17. Juni 2008, 16:01 Uhr
Quincke-Ödem, Panzytopenie, Agranulozytose - das Fachchinesisch in Beipackzetteln von Medikamenten verunsichert viele Patienten. Vor allem die lange Liste an Arzneimittel-Nebenwirkungen macht Angst, das Medikament könne eher schaden als den erwarteten Nutzen erbringen. Hilfe gibt es bei den Apothekern im Landkreis Nordhausen.


Einer Studie zufolge bricht jeder dritte Patient sogar die Therapie ab oder nimmt die verordneten Tabletten, Sprays oder Kapseln gar nicht erst ein. "Jedes Arzneimittel - egal ob chemisch-synthetisch oder pflanzlich – kann unerwünschte Wirkungen haben", erläutert Julie Garke, Pressesprecherin im Landkreis Nordhausen. "Die Wirkstoffe greifen meist sehr komplex in Prozesse des Körpers ein - dabei wird nicht immer nur der gewünschte Effekt erzielt."

Vor jeder Arzneimitteleinnahme müsse daher immer zwischen Nutzen und Risiko abgewogen werden: "Bei der Therapie schwerer Erkrankungen wie Asthma oder Krebs werden sicherlich mehr Risiken in Kauf genommen, als wenn es um die Behandlung einer Erkältung geht", so die Apothekerin.

Laut Garke sollten Patienten Medikamente auf keinen Fall einfach absetzen, sondern die Bedenken immer mit dem Arzt oder Apotheker besprechen. "Werden beispielweise Antibiotika nicht ausreichend lange eingenommen, können sich schnell Resistenzen entwickeln. Auch bei chronischen Krankheiten darf eine Therapie nicht eigenmächtig abgebrochen werden, sonst können Komplikationen und Folgeerkrankungen auftreten", sagt Garke.

Nicht alle Nebenwirkungen sind gleich schwer. Die meisten Einflüsse auf den Körper sind vorhersehbar und können anhand des Wirkmechanismus der Substanzen erklärt werden; sie nehmen mit steigender Dosierung zu und hören nach Absetzen des Arzneimittels wieder auf. Anders verhält es sich bei Allergien: Manche Patienten reagieren mit einem Hautausschlag, in schlimmeren Fällen mit Schwindel, Übelkeit und Atemnot auf bestimmte Arzneimittel. Das kann selbst bei einigen Heilpflanzen wie Arnika oder Ringelblume vorkommen. Aber auch Antibiotika wie die breit eingesetzten Penicilline bergen allergisches Potenzial, erklärt der Pressesprecherin.

"Wer allergisch auf eine Substanz reagiert, sollte umgehend Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen", so Garke. Erfahrungen aus der Vergangenheit - wie beispielweise mit dem Hormon Kortison - haben Garke zufolge dazu geführt, dass die Beipackzettel immer umfangreicher geworden sind. "Schon allein aus rechtlichen Gründen führen die Arzneimittelhersteller immer alle möglichen Nebenwirkungen auf", so Garke.

Dabei werde immer unterschieden, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese auftreten können: "Sehr häufig" bedeute beispielsweise, dass die Erkrankung bei mehr als 10 von 100 behandelten Patienten aufgetreten ist. Unter "sehr selten" werden dagegen Einzelfälle aufgelistet, bei weniger als jedem Zehntausendsten sind diese Nebenwirkungen vorgekommen.
Autor: nnz

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