Deusa: Visionen und Realitäten
Donnerstag, 06. Juni 2002, 15:51 Uhr
Bleicherode (nnz). In der Deusa International in Bleicherode wurden am Mittag Visionen vorgestellt. Neben viel Prominenz hörte auch die nnz aufmerksam zu.
Professionell war sie, die Präsentation des Chemieparks Bleicherode 2005. Jede Menge multimedialer Technik hatten die Deusa-Macher auffahren lassen, um den Gästen, unter ihnen Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster, ihre Visionen zu erläutern. Schuster hörte sie zwar nicht, der hatte sich - trotz Hubschrauberbeförderung - 45 Minuten verspätet. Als Dank für sein Kommen erhielt er dennoch den Deusa Salzkristall überreicht.
Was Deusa International-Geschäftsführer Robert Kerl vorstellte, soll in drei Jahren fast schon gigantische Züge annehmen. Das Gelände rechts und links der Nordhäuser Straße soll dann nicht wiederzuerkennen sein. Moderne, funktionale Verwaltungsgebäude, Produktionsanlagen, Lagerkomplexe und jede Menge Platz für Neuansiedlungen sollen die jetzigen schmuddligen Gebäude, Rohrleitungen und Silos vergessen machen. Los geht es schon in diesem Jahr, der Bauantrag für ein neues Feuchtsalzlager soll schnellstens gestellt werden. Im Dezember will das Unternehmen dessen Fertigstellung feiern. Mittels Laptop und Videoprojektor stellten Vertreter eines Frankfurter Planungsbüros die Masterplanung vor, die nicht starr, sondern flexibel angelegt sein soll. Auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren, nennt man das.
Kerl zog auch Bilanz des zurückliegenden Jahres, in dem die Deusa zur Deusa-International mutierte. Er erläuterte, was sich bislang unter anderem veränderte: Um das Unternehmen von Anfang an effizient zu machen, musste das Personal um 20 Prozent reduziert werden. Dabei haben wir vornehmlich Mitarbeiter mit Abfindungen bedacht, die in den Vorruhestand gehen oder die die neue Ausrichtung des Unternehmens nicht mitgetragen oder möglicherweise gestört haben. Nach Verhandlungen ist die Belegschaft bereit, mit einem 42-Wochenstunden-System zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Kein Wort vor dem erlauchten Publikum von einstweiligen Verfügungen des Nordhäuser Arbeitsgerichts (siehe nnz-Archiv).
Der Geschäftsführer geht davon aus, dass alle kostenreduzierenden Maßnahmen schon in diesem Jahr greifen werden, so dass im kommenden Jahr planmäßig der Turnaround geschafft werden kann. Bis dahin werden Banken, die öffentliche Hand und Gesellschafter noch viel Geld nach Bleicherode fließen lassen müssen. Ob es sich letztlich lohnt, dass soll sich in den nächsten Monaten zeigen, die Visionen haben noch zwei mehr Zeit.
Apropos Visionen: Solche zu haben ist eine gute Sache. Den Menschen im Landkreis Nordhausen wurden bereits viele solcher Visionen unterbreitet, deshalb auch die verhaltene, die gesunde Skepsis. Sie ist jedoch keine Ablehnung, im Gegenteil, das Land Thüringen, der Landkreis und die Stadt Bleicherode selbst werden das Management der Deusa International auf diesem Weg unterstützen. Nur sie werden wachsam sein, und ständig Fragen stellen, was da in einer immer noch strukturschwachen Region passiert? Das Wichtigste für die Menschen in der Bleicheröder Region wird die Schaffung von Arbeitsplätzen sein, bislang wurden diese abgebaut. Sollte aus der Vision in den kommenden Jahren eine Realität werden, dann werden die Menschen das mit Genugtuung zu Kenntnis nehmen. Arbeitsplätze schaffen! Das wird das Maß aller Dinge für die regionale Betrachtungsweise sein, auch und vor allem für die Deusa International in Bleicherode.
Autor: nnz
Professionell war sie, die Präsentation des Chemieparks Bleicherode 2005. Jede Menge multimedialer Technik hatten die Deusa-Macher auffahren lassen, um den Gästen, unter ihnen Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster, ihre Visionen zu erläutern. Schuster hörte sie zwar nicht, der hatte sich - trotz Hubschrauberbeförderung - 45 Minuten verspätet. Als Dank für sein Kommen erhielt er dennoch den Deusa Salzkristall überreicht.Was Deusa International-Geschäftsführer Robert Kerl vorstellte, soll in drei Jahren fast schon gigantische Züge annehmen. Das Gelände rechts und links der Nordhäuser Straße soll dann nicht wiederzuerkennen sein. Moderne, funktionale Verwaltungsgebäude, Produktionsanlagen, Lagerkomplexe und jede Menge Platz für Neuansiedlungen sollen die jetzigen schmuddligen Gebäude, Rohrleitungen und Silos vergessen machen. Los geht es schon in diesem Jahr, der Bauantrag für ein neues Feuchtsalzlager soll schnellstens gestellt werden. Im Dezember will das Unternehmen dessen Fertigstellung feiern. Mittels Laptop und Videoprojektor stellten Vertreter eines Frankfurter Planungsbüros die Masterplanung vor, die nicht starr, sondern flexibel angelegt sein soll. Auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren, nennt man das.
Kerl zog auch Bilanz des zurückliegenden Jahres, in dem die Deusa zur Deusa-International mutierte. Er erläuterte, was sich bislang unter anderem veränderte: Um das Unternehmen von Anfang an effizient zu machen, musste das Personal um 20 Prozent reduziert werden. Dabei haben wir vornehmlich Mitarbeiter mit Abfindungen bedacht, die in den Vorruhestand gehen oder die die neue Ausrichtung des Unternehmens nicht mitgetragen oder möglicherweise gestört haben. Nach Verhandlungen ist die Belegschaft bereit, mit einem 42-Wochenstunden-System zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Kein Wort vor dem erlauchten Publikum von einstweiligen Verfügungen des Nordhäuser Arbeitsgerichts (siehe nnz-Archiv).Der Geschäftsführer geht davon aus, dass alle kostenreduzierenden Maßnahmen schon in diesem Jahr greifen werden, so dass im kommenden Jahr planmäßig der Turnaround geschafft werden kann. Bis dahin werden Banken, die öffentliche Hand und Gesellschafter noch viel Geld nach Bleicherode fließen lassen müssen. Ob es sich letztlich lohnt, dass soll sich in den nächsten Monaten zeigen, die Visionen haben noch zwei mehr Zeit.
Apropos Visionen: Solche zu haben ist eine gute Sache. Den Menschen im Landkreis Nordhausen wurden bereits viele solcher Visionen unterbreitet, deshalb auch die verhaltene, die gesunde Skepsis. Sie ist jedoch keine Ablehnung, im Gegenteil, das Land Thüringen, der Landkreis und die Stadt Bleicherode selbst werden das Management der Deusa International auf diesem Weg unterstützen. Nur sie werden wachsam sein, und ständig Fragen stellen, was da in einer immer noch strukturschwachen Region passiert? Das Wichtigste für die Menschen in der Bleicheröder Region wird die Schaffung von Arbeitsplätzen sein, bislang wurden diese abgebaut. Sollte aus der Vision in den kommenden Jahren eine Realität werden, dann werden die Menschen das mit Genugtuung zu Kenntnis nehmen. Arbeitsplätze schaffen! Das wird das Maß aller Dinge für die regionale Betrachtungsweise sein, auch und vor allem für die Deusa International in Bleicherode.
