"Kampf" beendet oder begonnen?
Dienstag, 04. Juni 2002, 10:51 Uhr
Nordhausen (nnz). Wie weiter mit dem Nordhäuser Theater? Muß das Schauspiel in zwei Jahren wirklich dicht gemacht werden? Eine Beschlussvorlage für den Nordhäuser Stadtrat soll dazu Aufschluß geben. Man muß allerdings zwischen den Zeilen lesen.
Da soll im Punkt I. der Nordhäuser Stadtrat mit voller Wucht auf die Brisanz dieses Beschlusses eingestimmt werden. Ohne Umschweife heißt es da: In der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH wird der Betrieb der Sparte Schauspiel zum 31. Juli 2004 eingestellt. Doch eigentlich sollen nach nnz-Informationen ja lediglich acht Stellen eingespart werden. Könnte es also doch noch Möglichkeiten geben, einen anderen Weg zu finden?
Der Punkt IV wird da schon genauer: Im Rahmen des Jahresabschlusses 2004 ist für die Spielzeit 2003/2004 ein Spartenabschluß aufzustellen, anhand dessen die durch diesen Beschluß vorgegebene finanzielle Entlastungen nachweisbar geprüft und gegebenenfalls Veränderungen getroffen werden können. Im Klartext bedeutet dies, dass der Gesellschafter (Stadt Nordhausen) wissen will, welche Kosten die einzelnen drei Sparten verursacht haben. Haben die Gesellschafter und der Aufsichtsrat bisher davon keine detaillierte Kenntnis? Eine Frage, die in der Stadtratssitzung auf jeden Fall gestellt werden müsste.
Dieser Punkt reicht aber noch weiter. Er öffnet der Kreativität der Theatermacher breite Freiräume. In diesem Zusammenhang sei an den vorletzten Satz der Pressemitteilung des Aufsichtsrates erinnert: An die jetzt getroffenen Entscheidungen ist der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Intendantin Dr. Monika Pirklbauer ab 2004 nicht gebunden, heißt es da. Möglich wäre also, dass ein Pirklbauer-Nachfolger oder eine Nachfolgerin Ideen mitbringt, die ein Überleben des Schauspiels beinhalten. Willkommen wären diese Ideen sicher nicht nur im Nordhäuser Stadtrat.
Mit Interesse werden die Stadträte wohl auch den Punkt V studieren. Da soll einer Verwendung von eingesparten Geldern ein Riegel vorgeschoben werden, wenn da zu lesen ist: Alle im Zusammenhang mit der Einstellung der Sparte Schauspiel eintretenden finanziellen Entlastungen im Verhältnis zu den zu erwartenden gleichbleibenden Zuschüssen der Gesellschafter und des Freistaates Thüringen sind zunächst in einer Rücklage einzusammeln. Das bedeutet doch nichts weiter, als das diese Gelder gesperrt, und ohne Zustimmung des Hauptgesellschafters nicht für anderen Zwecke eingesetzt werden dürfen.
Für die Stadt Nordhausen, das sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gesagt, geht es nicht im die berühmt-berüchtigten Peanuts, sondern jährlich 2.238.950,00 Euro. Dieses Geld soll, so steht es im Beschluß, bis zum Jahr 2008 jährlich gezahlt werden. Vom Land Thüringen werden pro Jahr 4,9 Millionen Euro erwartet. Wenn sich eine Stadt wie Nordhausen ihr Theater mehr als 2,2 Millionen Euro leistet, dann sollte dies von möglichst vielen Seiten anerkannt werden. Und dies bei wirklich nicht proppe-vollen Kassen.
Fazit: Der Kampf um den Erhalt der Schauspiel-Sparte am Theater ist vielleicht noch nicht beendet, er hat vielleicht gerade begonnen.
Autor: nnzDa soll im Punkt I. der Nordhäuser Stadtrat mit voller Wucht auf die Brisanz dieses Beschlusses eingestimmt werden. Ohne Umschweife heißt es da: In der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH wird der Betrieb der Sparte Schauspiel zum 31. Juli 2004 eingestellt. Doch eigentlich sollen nach nnz-Informationen ja lediglich acht Stellen eingespart werden. Könnte es also doch noch Möglichkeiten geben, einen anderen Weg zu finden?
Der Punkt IV wird da schon genauer: Im Rahmen des Jahresabschlusses 2004 ist für die Spielzeit 2003/2004 ein Spartenabschluß aufzustellen, anhand dessen die durch diesen Beschluß vorgegebene finanzielle Entlastungen nachweisbar geprüft und gegebenenfalls Veränderungen getroffen werden können. Im Klartext bedeutet dies, dass der Gesellschafter (Stadt Nordhausen) wissen will, welche Kosten die einzelnen drei Sparten verursacht haben. Haben die Gesellschafter und der Aufsichtsrat bisher davon keine detaillierte Kenntnis? Eine Frage, die in der Stadtratssitzung auf jeden Fall gestellt werden müsste.
Dieser Punkt reicht aber noch weiter. Er öffnet der Kreativität der Theatermacher breite Freiräume. In diesem Zusammenhang sei an den vorletzten Satz der Pressemitteilung des Aufsichtsrates erinnert: An die jetzt getroffenen Entscheidungen ist der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Intendantin Dr. Monika Pirklbauer ab 2004 nicht gebunden, heißt es da. Möglich wäre also, dass ein Pirklbauer-Nachfolger oder eine Nachfolgerin Ideen mitbringt, die ein Überleben des Schauspiels beinhalten. Willkommen wären diese Ideen sicher nicht nur im Nordhäuser Stadtrat.
Mit Interesse werden die Stadträte wohl auch den Punkt V studieren. Da soll einer Verwendung von eingesparten Geldern ein Riegel vorgeschoben werden, wenn da zu lesen ist: Alle im Zusammenhang mit der Einstellung der Sparte Schauspiel eintretenden finanziellen Entlastungen im Verhältnis zu den zu erwartenden gleichbleibenden Zuschüssen der Gesellschafter und des Freistaates Thüringen sind zunächst in einer Rücklage einzusammeln. Das bedeutet doch nichts weiter, als das diese Gelder gesperrt, und ohne Zustimmung des Hauptgesellschafters nicht für anderen Zwecke eingesetzt werden dürfen.
Für die Stadt Nordhausen, das sei an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich gesagt, geht es nicht im die berühmt-berüchtigten Peanuts, sondern jährlich 2.238.950,00 Euro. Dieses Geld soll, so steht es im Beschluß, bis zum Jahr 2008 jährlich gezahlt werden. Vom Land Thüringen werden pro Jahr 4,9 Millionen Euro erwartet. Wenn sich eine Stadt wie Nordhausen ihr Theater mehr als 2,2 Millionen Euro leistet, dann sollte dies von möglichst vielen Seiten anerkannt werden. Und dies bei wirklich nicht proppe-vollen Kassen.
Fazit: Der Kampf um den Erhalt der Schauspiel-Sparte am Theater ist vielleicht noch nicht beendet, er hat vielleicht gerade begonnen.
